[Rezension] Gena Showalter- Alice im Zombieland

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An ihrem 16. Geburtstag ändert sich das Leben von Alice für immer. Sie verliert ihre ganze Familie und überlebt als Einzige einen schrecklichen Autounfall. Während des Unfalls sieht sie, wie ihr Vater von Zombies angegriffen wird. Zuerst glaubt sie nicht, dass sie das wirklich gesehen hat. Doch dann zieht sie zu ihren Großeltern nach Birmingham. Dort lernt sie Cole kennen und erfährt, dass es die Zombies wirklich gibt. Von da an möchte sie ihre Familie rächen, doch das ist leichter gesagt als getan.

Schon bevor ich wusste, dass das Buch in übersetzt wird, war mir klar, dass ich es lesen muss. Ich liebe Geschichten rund um „Alice im Wunderland“ und da ich immer mal gerne Bücher über Zombies lesen, habe ich „Alice im Zombieland“ entgegengefiebert.
Und ich wurde nicht enttäuscht. Zwar ist es anders, als ich erwartet habe, aber dennoch unglaublich gut. Es hat nur sehr wenig mit „Alice im Wunderland“ oder „Alice in Zombieland“ von Lewis Carroll zu tun und bis auf minimale Anspielungen wäre ich nie auf die Parallele gekommen.

Dennoch gefällt mir die Idee des Plots außerordentlich gut und vor allem, wie die Zombies und der Kampf gegen sie dargestellt werden, ist herrlich erfrischend und anders.
Von der ersten Seite an war ich gefesselt und schon die Vorbemerkung von Alice mit der das Buch beginnt, konnte mich überzeugen.

Schnell lernt man Alice kennen und lieben und leidet mit ihr, als sie ihre Familie verliert. Sie ist eine unglaublich sympathische Protagonistin, die sich im Laufe des Buches stark weiterentwickelt und sich selten einschüchtern lässt.
Neben Alice hat mir besonders ihre neue beste Freundin Kat gefallen, die sie so nimmt, wie sie ist und einen tollen Humor hat. Sie lockert die eher düstere Grundstimmung des Buches immer wieder auf.
Cole dagegen ist geheimnisvoll und der typische Bad Boy. Aber das nur auf den ersten Blick, er ist überraschend tiefgründig und es hat mir großen Spaß gemacht ihn näher kennenzulernen.
Alle Protagonisten sind unglaublich vielschichtig und bieten die eine oder andere Überraschung.

Schonungslos beschreibt Gena Showalter den Kampf gegen die Zombies, ohne dabei zu sehr ins Detail zu gehen und schreckt auch im weiteren Verlauf nicht davor zurück Protagonisten sterben zu lassen. Durch viele Kämpfe, nimmt die Handlung zusehends an Fahrt auf und bietet so einige Überraschungen. Die Erklärungen der Zombies, woher sie kommen und wie man sie bekämpfen kann, wirkt gut überlegt und durchdacht.

Der Plot wird durchweg aus der Ich-Perspektive von Alice erzählt, die auch immer mal wieder den Leser direkt anspricht. So konnte ich gar nicht anders als mit ihr zu fühlen und mitzufiebern.
Der Schreibstil ist leicht und locker gehalten und passt von der Sprache her zu den Protagonisten. Die Seiten fliegen beim Lesen nur so dahin und Gena Showalter kann mit wenigen Worten eine tolle Atmosphäre erschaffen und große Gefühle heraufbeschwören, sodass man als Leser das Gefühl hat immer mitten im Geschehen zu sein.

Was mich allerdings etwas gestört hat, ist, dass die Protagonisten immer direkt versuchen alle Konflikte mit den Fäusten zu klären, anstatt es erst mal anders zu versuchen, egal was der Grund ist. Selbst Alice greift im weiteren Verlauf des Buches immer mal zu diesem Mittel, was ich schade finde, denn es müsste nicht sein.
Das Ende ist recht abgeschlossen, bietet aber ein grandioses Finale, dass mich schon sehnsüchtig auf den nächsten Band warten lässt.

„Alice im Zombieland“ gehört schon jetzt zu meinen absoluten Lieblingsbüchern, obwohl es anders war als ich erwartet hätte. Gena Showalter hat eine fesselnde, teils düstere Atmosphäre, rund um ihre Zombie-Theorie, die ganz anders ist als man es sonst kennt, geschaffen. Vielschichtige Protagonisten und ein fesselnder Plot tun ihr übriges. 
Ich kann das Buch nur jedem empfehlen, der mal eine etwas andere Zombie-Geschichte lesen möchte. Wer „Alice im Wunderland“ nicht mag, sollte sich nicht von dem Titel abschrecken lassen, denn mit der Ursprunsggeschichte hat es nichts zu tun.

  • Hierbei handelt es sich um den Auftakt einer Reihe.
  • Band 2 „Through the Zombie Glass“ ist im Original schon erschienen: Klick
  • Auf deutsch erscheint es Juli 2014 unter dem Titel „Rückkehr ins Zombieland“: Klick
  • Eine Leseprobe zum 1. Band findet ihr hier: Klick
  • Über die Autorin erfahrt ihr hier mehr: Klick
  • Hier ist ihre Homepage zu finden: Klick
  • Es gibt auch eine Homepage zur Reihe auf der es viele Hintergrundinformationen gibt: Klick

[Rezension] Tamara Ireland Stone- Zwischen uns die Zeit

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Die 16-jährige Anna verliebt sich 1995 in Bennett, den Neuen der Schule. Als sie eines Morgens wie immer ihr Lauftrainig absolviert, sieht sie ihn zum ersten Mal auf der Tribüne, doch als ihre beste Freundin Emma den Jungen darauf anspricht, streitet er alles ab. Anfangs verhält er sich noch recht abweisend, aber Anna kann ihn nicht vergessen und als die beiden sich näher kommen, offenbart er ihr ein unglaubliches Geheimnis. Er ist ein Zeitreisender und kommt aus dem Jahre 2012, zudem kann er zu jedem Ort teleportieren, den man sich nur wünschen kann. Auf der Suche nach seiner verschwundenen Schwester, dürfte er Anna eigentlich nicht näher kommen, denn er kann nicht für immer bleiben…

Da ich generell gerne Zeitreisegeschichten lese, war ich schon sehr gespannt auf „Zwischen uns die Zeit“. Leider verrät der Klappentext wieder viel zu viel, sodass man vorher eigentlich schon weiß, was alles passiert.
Dennoch hat mir der Anfang gut gefallen, denn man kommt gut in die Geschichte hinein und begleitet Anna, nach einem geheimnisvollen Prolog, bei ihrem normalen Alltag. Die Zeitreisethematik kommt dann erst im weiteren Verlauf vor, obwohl ich damit gerechnet hätte, dass man früher etwas darüber erfährt.

Sowieso ist mir der ganze Zeitreisenaspekt zu schwammig. Man bekommt keine wirkliche Erklärung, wieso Bennett durch die Zeit und von Ort zu Ort reisen kann, da er selber keine richtige Erklärung hat und alles durch ausprobieren herausgefunden hat. In seiner Familie hat keiner so eine Fähigkeit. Hier hätte ich mir einfach mehr Hintergründe gewünscht.
Gut finde ich dagegen, wie Bennett sich Gedanken darüber macht, was er damit anrichten kann, wenn er etwas in der Vergangenheit ändert. Leider ändert er darüber Anna zu liebe viel zu schnell seine Meinung, ohne das es große Konsequenzen hat, was ich leider sehr schade finde. Die ganze Grundidee wirkt auf mich zu oberflächig, dabei bietet sie unglaubliches Potential, das hier leider verschenkt wurde.

Anna und Bennett als Protagonisten haben mir zuerst sehr gut gefallen, weil sie so herrlich normal sind. Aber im weiteren Verlauf zeigt Anna einige Verhaltensweisen, die mich dann doch oft den Kopf schütteln ließen. Sie ist manchmal total empfindlich und zickig und übertreibt einiges. Zwar reift sie im Laufe des Buches, aber manchmal hätte ich sie am liebsten geschüttelt.
Bennett dagegen wirkt zuerst sehr verantwortungsbewusst, aber dann hält er sich doch nicht an seine Prinzipien, was mich etwas gestört hat. Dennoch ist er ein sehr sympatischer Protagonist. Alle andere Protagonisten werden eher oberflächig beschrieben und nehmen nur einen kleinen Bereich in der Handlung ein.

Die Handlung wird aus der Ich-Perspektive von Anna geschildert, sodass man als Leser hautnah ihre Gedanken und Gefühle erlebt. Der Schreibstil ist passend zu ihr leicht und locker zu lesen und zwischendurch sehr gefühlvoll und atmosphärisch, ohne sich in Beschreibungen zu verlieren.

Das Zwischenmenschliche und die langsam entstehende Beziehung zwischen Anna und Bennett, gepaart mit wundervollen Landschaften, konnten mich trotz meiner sonstigen Kritik überzeugen. Schnell konnte ich mit Anna fühlen. Es ist ein sehr ruhiges Buch, das einfache und schöne Unterhaltung für zwischendurch bietet. Spannung kommt dabei nur bedingt auf.
Zwar ist es bei weitem nicht perfekt, aber für junge Leser durchaus geeignet.
Das Ende ist in sich abgeschlossen, auch wenn es sich hierbei nur um einen Auftaktband handelt. Für meinen Geschmack ist es zu kitschig und wirft wieder einige Fragen auf, die leider nicht beantwortet werden. Vielleicht werden diese ja im Folgeband geklärt.
Ob ich diesen lesen werde, werde ich entscheiden, wenn er auf deutsch erscheint, denn nach dem Ende brauche ich nicht unbedingt einen zweiten Band.

„Zwischen uns die Zeit“ bietet leichte Zeitreise-/Liebesunterhaltung für zwischendurch und auch wenn vieles nur oberflächig behandelt wird, könnte es jungen Lesern gefallen.
Für meinen Geschmack wurde zu viel Potential verschenkt, auch wenn ich es trotzdem gerne gelesen habe.

  • Hierbei handelt es sich um den Auftakt einer Reihe.
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  • Band 2 „Time after time“ ist im Original schon erschienen: Klick
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[Rezension] Neal Shusterman- Vollendet: Der Aufstand

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Nachdem Connor, Risa und Lev erfolgreich vor der Umwandlung geflohen sind, geht der Kampf ums Überleben weiter und sie müssen immer weitere Herausforderungen bestehen.
Conner ist nun der Anführer der flüchtigen Wandler und trägt große Verantwortung.
Risa dagegen ist gefesselt an ihren Rollstuhl, da sie sich gegen eine Spende eines Wandlers gewehrt hat. Sie trifft auf einen Jungen, den sie vom ersten Moment an verabscheut und der so gar nicht existieren dürfte.
Währenddessen trifft Lev auf eine seltsame Organisation, die ihn wegen seiner Vergangenheit vergöttert und den Zehntopfern hilft.
Werden die drei die Herausforderungen bestehen und weiter überleben?

„Vollendet- Der Aufstand“ ist der zweite Band der „Vollendet“-Reihe, die eine fiktive Zukunftsversion nach dem zweiten Bürgerkrieg in den USA zeigt, der auch als „Heartland-Krieg“ bekannt ist. Um den Krieg zu beenden wurden die “Charta des Lebens” ins Leben gerufen, die beinhalten, dass keine Kinder mehr abgetrieben werden dürfen, dafür aber ab ihrem 13. Lebensjahr umgewandelt werden können, was nichts anderes ist wie eine komplette Organspende. Diese düstere und bedrückende Grundidee konnte mich schon im Vorband begeistern, denn sie ist realistisch und regt zum Nachdenken an.
So habe ich mich natürlich sehr auf diesen zweiten Band gefreut, um zu erfahren, wie es mit Conner, Risa und Lev weitergeht.

Doch zu Beginn wurde ich erst mal überrascht. Nachdem anfänglich noch mal die wichtigsten Begriffe aus dem ersten Band erklärt wurden (durch Fragen, die beantwortet werden), beginnt das Buch nicht direkt mit den drei schon bekannten Protagonisten, sondern man lernt erst mal Starkey, Miracolina und Cam kennen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Starkey ist ein Storch, also ein Kind, was nach der Geburt von seiner Mutter vor einer fremden Haustür abgelegt wurde und alles mit Gewalt lösen möchte. Er ist sehr schwierig und zu allem bereit.
Miracolina dagegen ist ein Zehntopfer, die unbedingt umgewandelt werden möchte, selbst als ihre Eltern das rückgängig machen wollen. Sie ist wirklich felsenfest von ihrem Vorhaben überzeugt und lässt sich so schnell nicht davon abbringen.
Cam ist der wohl außergewöhnlichste und interessanteste Protagonist, der die Reihe bisher zu bieten hat, denn er ist ein Junge geschaffen aus vielen verschiedenen Wandlern. Diese Vorstellung finde ich erschreckend und faszinierend zugleich und es war spannend zu erfahren, was aus ihm wird.
Zuerst haben diese drei Protagonisten nicht viel mit Connor, Risa und Lev zu tun, doch nach und nach verknüpfen sich die verschiedenen Handlungsstränge und ergeben eine stimmiges Ganzes, das mich völlig überzeugen konnte. Auch wenn ich nicht zu jedem Protagonisten einen Zugang gefunden habe und ihre Handlungen nicht immer nachvollziehen konnte, sind sie authentisch dargestellt und machen das Buch zu einem richtigen Lesegenuss.
Die Entwicklungen der einzelnen Protagonisten haben mir besonders gut gefallen, so ist z.B. Conner nun ganz anders als im Vorband und übernimmt Verantwortung für sein Tun.

Die Handlung geht von Beginn an spannend weiter und durch neue Wendungen und zusätzliche Ideen konnte es mich fesseln. Wie auch der Vorband, ist „Vollendet- Der Aufstand“ nichts für schwache Nerven, denn die ganze Grundidee ist schockierend, erschreckend und brutal. Organhandel, medizinische Experimente, gesellschaftliche Kritik und ausgesetzte und verfolgte Kinder stehen im Fokus, die Kriminialität ist hoch und das Leben der Wandler nichts wert. Neal Shusterman schreckt vor nichts zurück und schafft eine komplexe Handlung, die vielleicht eines Tages wirklich real sein könnte, da viele Aspekte schon heute Realität sind, wenn auch noch nicht so extrem. Alles ist glaubhaft und gut durchdacht und vielleicht gerade deshalb so fesselnd und schockierend.
Viele Fragen zum Nachdenken werden aufgeworfen und auch nach dem Lesen hat es mich nicht wirklich losgelassen. 

Der Schreibstil von Neal Shusterman ist durchweg ansprechend und leicht und locker zu lesen. Er ist einfach gehalten passt zu den jeweiligen Protagonisten. Die Handlung wird aus vielen verschiedenen Perspektiven in der dritten Person geschildert, was mir gut gefallen hat, weil es einfach dazu passt. In dem normalen Text werden immer wieder Werbungen und Berichte zur Umwandlung, aber auch Kritik an der heutigen Gesellschaft mit eingebracht, die überzeugen können. Emotionen werden glaubhaft übermittelt, sodass ich einfach mit den Protagonisten fühlen musste.

Das Buch gipfelt in einem spannenden Finale, in dem sich die Ereignisse überschlagen und das auf einen tollen dritten Band hinweist. Ich kann es gar nicht abwarten zu erfahren, wie es weitergeht.

Neal Shusterman schafft mit „Vollendet- Der Aufstand“ ein erschreckend reales Zukunftszenario, was zum Nachdenken anregt. Dieser zweite Teil steht seinem Vorgänger in nichts nach und kann durch neue Ideen und überraschende Wendungen und interessanten neuen Protagonisten überzeugen.
Mir hat es sogar noch besser gefallen als sein Vorgänger und ich bin mehr als gespannt, wie es im dritten Band weitergeht.
Liebhaber vielschichtiger Dystopien sollten sich die Reihe nicht entgehen lassen. 

  • Hierbei handelt es sich um den 2. Band einer Tetralogie.
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[Rezension] Neal Shusterman- Vollendet

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Nach dem sogenannten „Heartland-Krieg“ entstanden die „Charta des Lebens“. Diese behandeln die größte Streitfrage der Abtreibungsgegner und Abtreibungsbefürworter, die für den Krieg verantwortlich waren. So hat jeder Mensch das Recht bis zu seinem 13. Lebensjahr zu leben.
Zwischen dem 13. und 18. Lebensjahr kann jeder Jugendliche von seinen Eltern umgewandelt werden, dabei wird jeder Körperteil, jedes Organ und jede Zelle „wiederverwertet“ und gespendet. Das Leben desjenigen geht anders weiter und gilt nicht als beendet.
Risa, Connor und Lev sollen umgewandelt werden, jeder aus anderen Gründen. Doch gemeinsam fliehen sie vor dem unausweichlichem Schicksal.

Schon als ich das erste Mal von dem Buch hörte, wurde ich neugierig. Als gelernte Kinderkrankenschwester finde ich das Thema der Organspende hochaktuell und so, wie das Thema hier dargestellt wird, ist es erschreckend, aber durchaus so oder so ähnlich in Zukunft denkbar. Das macht das Ganze so real, faszinierend und erschreckend zugleich.
So regt es, obwohl es eine fiktive Zukunftsversion dargestellt, zum Nachdenken an. Die Ausarbeitung der Grundidee, gepaart mit einer teils beklemmenden und düsteren Atmosphäre konnte mich schnell fesseln.

Die drei Jugendlichen Connor, Risa und Lev haben wenig Hoffnung auf Rettung, aber gerade wie sie zum ihr Überleben kämpfen ist spannend dargestellt.
Der 16-jährige Connor war immer schon eher ein Problemkind und wird deshalb von seinen Eltern zur Umwandlung freigegeben. Für seine Eltern scheint es der einfachere und schönere Weg zu sein, auch wenn es mich erschreckt, wie einfach sie das veranlassen. Da merkt man auch, was die Medien einen Einfluss auf die Menschen haben, da dort immer die Umwandlung als was Gutes angepriesen wird.
Risa lebt in einem Waisenhaus und als die Gelder gekürzt werden, muss sie umgewandelt werden. Dabei war sie bisher immer Mustergültig.
Lev dagegen möchte umgewandelt werden, da er seitdem er denken kann als Zehntopfer umgewandelt werden soll. Seine strenggläubigen Eltern haben ihn dementsprechend erzogen und er fühlt sich, als wäre er etwas Besonderes, wenn er umgewandelt wird.
Diese drei Protagonisten sind außerordentlich gut ausgearbeitet und ihre Beweggründe nachzuvollziehen. Alle drei entwickeln sich im Laufe der Handlung und treffen die unterschiedlichsten und interessantesten Protagonisten.

Der Schreibstil von Neal
Shusterman ist durchweg ansprechend und leicht und locker zu lesen. Er
ist einfach gehalten passt zu den jeweiligen Protagonisten. Die Handlung
wird aus der personalen Sicht von Connor, Risa, Lev und einigen anderen Protagonisten geschildert. was mir gut gefallen hat, weil man so jeden Einzelnen näher kennenlernt. Emotionen werden glaubhaft
übermittelt, sodass ich einfach mit den Protagonisten fühlen musste. Dazu verbindet Neal Shusterman geschickt verschiedene Handlungsstränge, sodass sie am Ende ein stimmiges Ganzes entsteht.

Zeitweise plätschert die Handlung zwar vor sich hin, aber im Großen und Ganzen gefallen mit die Entwicklungen, auch wenn mich das Ende nicht wirklich überrascht hat und nicht so ganz nach meinem Geschmack ist. Ich bin schon gespannt, wie sich der Plot im nächsten Band weiterentwickeln wird.

Neal Shusterman hat mit „Vollendet“ eine erschreckend reale Dystopie erschaffen, die zum Nachdenken und Mitfiebern anregt. Die Idee ist schockierend und faszierend zugleich und obwohl ich viele Dystopien lese, habe ich nicht das Gefühl so etwas schon einmal gelesen zu haben.
Ich kann diesen Auftakt nur jedem Dystopie-Fan empfehlen.

  • Hierbei handelt es sich um den 1. Band einer Tetralogie.
  • Band 2 ist ebenfalls schon beim FISCHER Sauerländer-Verlag erschienen: Klick
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[Rezension] Jennifer Estep- Spinnenkuss: Elemental Assassin 1

 
   

Gin Blanco, bekannt unter dem Namen „Die Spinne“, ist eine Auftragsmörderin und sie gehört zu den Besten. Sie lebt in Ashland, einer Stadt in der Gewalt und Verbrechen regieren und man nicht einmal der Polizei trauen kann.
Als sie einen neuen Auftrag annimmt, ändert sich ihr Leben für immer. Der Auftrag ist eine Falle und Gin fordert Rache. Doch dazu muss sie zuerst einmal herausfinden, wer dahinter steckt. Doch das ist gar nicht so einfach und zusammen mit dem Detective Donovan Caine versucht sie der Sache auf den Grund zu gehen.


Nachdem ich die Autorin schon durch die „Mythos-Academy“-Reihe schätzen gelernt habe, war ich natürlich sehr gespannt auf diese neue Reihe, die sich im Gegensatz zu der „Mythos-Academy“-Reihe eher an erwachsene Leser richtet. Und ich muss sagen, dieser Auftakt ist wirklich anders, als die „Mythos-Academy“-Reihe und wirklich für Erwachsene.

Der Einstieg ist mir allerdings nicht so ganz einfach gefallen und ich haben etwas Zeit gebraucht um mich in Ashland zurechtzufinden. Man wird direkt mit dieser Stadt, die von den Verbrechen her etwas an Gotham City aus Batman erinnert, konfrontiert, ohne irgendeinen Zusammenhang wo sie liegt oder wieso sie so ist, wie sie ist. Aber nach einiger Zeit habe ich mich an die Stadt gewöhnt und verstanden, wer über sie herrscht und wie das System funktioniert und ab da konnte ich komplett in das Buch eintauchen.
Es zeigt überraschend viele Fantasy-Elemente, aber die Idee der Elementare, die mit ihrer angeborenen Magie die Elemente, wie z.B. das Feuer kontrollieren können, fand ich direkt spannend. Aber auch Vampire, Zwerge und andere Fantasywesen finden Erwähnung und führen dazu, dass es immer wieder Neues zu entdecken gibt.

Der Plot ist durchgehend spannend und wechselt zwischen rasanten Verfolgungen, Kämpfen, Kriminalarbeit und auch erotischen Szenen. Immer wieder gibt es überraschende Wendungen, die dafür gesorgt haben, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte.

Dazu ist Gin eine faszinierende Protagonistin, die in ihrem Leben schon viel erlebt hat und die tiefgründig dargestellt ist. So erfährt man, wieso sie mit ihren dreißig Jahren zu den besten Auftragsmördern gehört. Sie ist stark, selbstbewusst, weiß genau was sie will und wenn sie einen Auftrag zu erledigen hat, hat dieser die oberste Priorität und sie lässt sich durch nichts davon abbringen, nicht mal durch ihre Gefühle. Dabei hat sie ihr Herz am rechten Fleck, auch wenn man das auf den ersten Blick vielleicht nicht denkt und für die Menschen, die ihr etwas bedeuten würde sie einfach alles tun.
Mit ihrer manchmal etwas rauen Sprache, gepaart mit nicht immer jugendfreien Gedanken und vielen Schimpfwörtern ist sie nicht die typische Hauptprotagonistin und gerade deshalb gehört sie zu meinen Liebsten.
Aber auch Detective Donovan Caine konnte mich überzeugen. Er ist einer der wenigen Menschen in Ashland, der wirklich für Recht und Ordnung sorgen möchte und sich geschworen hat „Die Spinne“ zu finden, nachdem sein Partner von ihre ermordet wurde. Das führt natürlich zu jeder Menge Konflikten, als sich Gin und er näher kommen.
Aber auch alle anderen Protagonisten konnten mich überzeugen, da sie alle tiefgründig ausgearbeitet sind und das Buch bereichern.

Der Schreibstil ist insgesamt ganz anders als bei der „Mythos-Academy“-Reihe, was aber auch wohl daran liegt, dass es aus der Ich-Perspektive von Gin verfasst ist und wie schon erwähnt benutzt sie gerne Schimpfwörter, spricht manchmal etwas rau und hat erotische Fantasien. Der Schreibstil ist dennoch sehr leicht und locker zu lesen, jedoch nicht jugendlich gehalten. Jennifer Estep schreibt dabei sehr atmosphärisch, schreckt nicht davor zurück auch blutige Szenen zu beschreiben und sorgt dafür, dass man, obwohl Gin auf den ersten Blick zu den „Bösen“ gehört, mit ihr fühlen muss, sie näher kennenlernt und versteht.

Das Buch endet in einem grandiosen Finale und ist in sich abgeschlossen. Ich habe das Lesen sehr genossen und bin sehr gespannt auf weitere Abenteuer mit Gin.


„Spinnenkuss“ ist ein gelunger Auftakt, der ganz anders ist als die „Mythos-Academy“-Reihe, deswegen ist er aber nicht etwa schlechter. Das Buch richtet sich an erwachsene Leser und Leser, die nicht vor Schimpfwörtern, einer rauen Sprache und nichtjugendfreien Gedanken und Szenen zurückschrecken. Die Idee hinter allem gefällt mir außerordentlich gut und konnte mich schnell fesseln.
Ich bin gespannt, wie es mit Gin weitergehen wird und werde bestimmt auch ihre nächsten Abenteuer verfolgen.