[Rezension] Thomas Elbel- Elysion

 
 

Titel: Elysion
 
Autor: Thomas Elbel
Genre: Dystopie/ Fantasy/ Dark-Future-Thriller
Verlag: Piper Taschenbuch (März 2013)
ISBN: 978-3492268813
 
Taschenbuch: 480 Seiten
Preis: 9,99 €


Kurzbeschreibung

Das Jahr 2135. Um ihr Überleben in einer verwaisten Metropole zu
sichern, dealt die siebzehnjährige Cooper Kleinschmidt mit der Droge
Teer. Eine Droge, die ihren Usern außergewöhnliche Kräfte verleiht und
nur durch die Tötung eines Malach gewonnen werden kann, jener
gottgleichen Wesen, die über außergewöhnliche Macht verfügen und im
»Elysion« außerhalb der alten Städte leben. Als Cooper auf ihrer Jagd
nach Teer auf einen Malach trifft, der ihr eine geheimnisvolle Botschaft
übermittelt, beginnt für sie eine Reise durch eine zerstörte,
gefährliche Welt, in der eine falsche Entscheidung das Ende bedeuten
kann.
Quelle: Verlag


Die Handlung:
Cooper lebt im Jahre 2135. Die Menschen leben dort nach Kriegen und dem Auftauchen der Malachim sehr unterschiedlich. Woher die Malachim kommen, weiß keiner.
Die Einen leben unter der Kontrolle des Pontifex und der Malachim in Elysion mitten im Wald, die Anderen versuchen in den verwaisten Städten zu überleben. Cooper gehört zu den Menschen, die ihr Glück in den alten Städten versuchen.
Um ihr Überleben zu sichern, tötet sie die gottgleichen Malachim, die über besondere Mächte verfügen und gewinnt so die Droge Teer. Teer verleiht dem Konsumenten erstaunliche Fähigkeiten, macht aber auch sehr abhängig. Eines Tages trifft sie bei der Jagd wieder mal auf einen Malach, doch irgendetwas geht dabei schief und von da an, beginnt sich ihr Leben für immer zu verändern…
 

Meine Meinung:

Den Debütroman von Thomas Elbel „Asylon“ kenne ich nicht, dennoch habe ich schon viel gutes davon gehört. Als ich dann von „Elysion“ gehört habe, war mir klar, dass ich dieses Buch lesen muss und ich wurde nicht enttäuscht. Die Grundidee ist völlig nach meinem Geschmack und auch die Umsetzung ist gut gelungen. Mir gefällt der Mix aus Dystopie, Thriller und Fantasy, obwohl sich die Dystopie-Elemente eher weiter im Hintergrund abspielen.

Von der ersten Seite an, war ich gefesselt. Der Einstieg ist sehr rasant gewählt und man wird als Leser direkt in das Geschehen hineingeschmissen. Nach und nach versteht man mehr von der Welt in der Cooper lebt, die doch ganz anders ist, als wir sie kennen.
„Elysion“ ist durchweg spannend und es kommt keine Langeweile auf, da in dem ganzen Buch viel passiert und es immer wieder überraschende Wendungen gibt. Selbst, wenn man denkt, dass Thomas Elbel einen nicht mehr überraschen kann, passiert auf einmal etwas unvorhersehbares.
Unterstützt wird dieses Gefühl dadurch, dass das Buch aus vielen verschiedenen Perspektiven geschildert wird (personaler Erzähler).
Dabei hat es mich allerdings etwas gestört, dass die einzelnen Abschnitte der Perspektiven oft sehr kurz sind und es für meinen Geschmack zu oft zu einem Wechsel kommt. Oft enden die Abschnitte sehr abrupt, was einerseits die Spannung hebt, andererseits, aber auch verwirren kann. Hier hätte ich mir ein paar längere Abschnitte gewünscht.

Durch die verschiedenen Perspektiven existieren viele verschiedene Handlungsstränge nebeneinander, die erst nach und nach zusammenlaufen und zum Schluss ein stimmiges Ganzes ergeben und das ganze Buch recht komplex machen. Die Umsetzung der verschiedenen Handlunsgstränge, hat mir außerordentlich gut gefallen, da man so auch die einzelnen Protagonisten besser kennenlernt und versteht. Das führt dazu, das man sogar die Handlungsweisen unsympathischer Menschen ein Stück weit nachvollziehen kann.
Die Protagonisten sind dabei sehr gut und authentisch ausgearbeitet und bieten ein gewisses Maß an Tiefgründigkeit. Besonders Cooper, als Hauptprotagonistin hat mir gut gefallen. Sie hat sich ihren Platz in der Welt hart erkämpft und würde alles dafür tun, dass alles so bleibt.

Mein positiver Gesamteindruck wird außerdem durch einen sehr fesselnden, temporeichen und eingängigen Schreibstil unterstützt, der eigentlich sehr einfach und schlicht gehalten ist, so dass die Seiten beim Lesen nur so dahin fliegen. Was Thomas Elbel besonders gut gelungen ist, ist, dass er sich mit seiner Ausdrucksweise jeder Perspektive anpasst.
„Elysion“ gipfelt in einem spannenden und tollen Finale, das mir sehr gut gefallen hat und obwohl alle Fragen beantwortet werden, weist der Epilog ein offenes Ende auf, so dass ich mir sehr gut eine Fortsetzung vorstellen könnte.

Fazit: 

Wer nach einem spannenden und fesselnden Buch sucht und sich an viele wechselnde Perspektiven nicht stört, sollte sich „Elysion“ nicht entgehen lassen.
Ich war von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt und wurde immer wieder überrascht. Thomas Elbel hat mit seinem zweiten Roman ein einzigartiges Buch erschaffen.

[Rezension] Isaac Marion- Warm Bodies

http://www.klett-cotta.de/media/1/9783608501292.jpgTitel: Warm Bodies
Originaltitel: Warm Bodies 
Autor: Isaac Marion
Genre: Horror, Romance
Verlag: Tropen Bei Klett-Cotta (Februar 2013)
ISBN: 978-3608501292
Broschierte Ausgabe: 299 Seiten
Preis: 9,99 €

 

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Kurzbeschreibung 
 
R ist ein Zombie. Es ist ihm peinlich, dass er sich nur an den ersten
Buchstaben seines Namens erinnern kann. Wie die anderen Zombies
verbringt R seine Zeit mit Herumstehen und Stöhnen. Was die Wenigsten
wissen: Tot sein ist leicht.
Bei einem der Raubzüge in der Stadt trifft R auf Julie. Dummerweise hat
er gerade das Hirn ihres Freundes gegessen. R weiß nicht warum, aber er
verliebt sich unsterblich in Julie – ausgerechnet in ein lebendes
menschliches Wesen.
Quelle: Verlag

Über den Autor
Isaac Marion, geboren 1981 im Nordwesten des Bundesstaates
Washington. Lebt in Seattle als Grafiker und
Autor. Nach der Veröffentlichung einiger Kurzgeschichten ist »Mein fahler Freund« Marions
erster Roman. Die Filmrechte wurden sofort an Hollywood verkauft.
Quelle: Verlag

Die Handlung:  
Im post-apokalyptischem Amerika lebt der Zombie R. Er ist nicht gerne ein Zombie, nimmt aber alles so hin, wie es nun einmal ist. Er lebt mit vielen anderen Zombies in einem Flughafen. Die letzten Menschen leben verbarrikadiert hinter hohen Mauern und unternehmen nur Streifzüge in die „Außenwelt“, um Medikamente und andere Dinge zu bergen.
Als R mit einigen anderen Zombies auf die Jagd nach Menschen geht, treffen sie auf eine kleine Gruppe von jungen Menschen und R frisst das Gehirn eines jungen Mannes. Dadurch erlebt er seine Gefühle und Vergangenheit. Der junge Mann, war mit Julie zusammen und hat sie geliebt. Als R dann Julie sieht, möchte er sie nicht fressen, sondern beschützen und nimmt sie mit zum Flughafen. 
Von da an verändert sich sein sonst beständiges Zombieleben für immer.

Meine Meinung: 
 
„Warm Bodies“ ist zuerst völlig an mir vorbeigegangen, was wohl daran liegt, dass mich das Cover von „Mein fahler Freund“ einfach gar nicht angesprochen hat. Deshalb habe ich mir nie die Kurzbeschreibung durchgelesen.
Nachdem es dann den ersten Trailer des Kinofilms gab, war das aber anders. In diesem Fall habe ich zuerst den Film gesehen und dann das Buch gelesen.
Beides ist etwas unterschiedlich, aber hat mir gut gefallen. Was allerdings auffällt, ist das die Kleidung vom R auf dem Cover nicht zu der Kleidungsbeschreibung im Buch passt. Das hat mich aber nicht weiter gestört.

Die Handlung an sich ist eigentlich nicht sonderlich außergewöhnlich und der Handlungsstrang bietet nicht viele Überraschungen. R verliebt sich und verändert sich, seine Veränderung und die damit einhergehenden Probleme werden über das ganze Buch erzählt. Dennoch ist die Grundidee mal erfrischend anders, da Zombies in den meisten anderen Büchern nicht mehr denken können.
Das Ende ist dem Leser auch ohne den Film zu kennen relativ klar. Dennoch konnte mich das Buch durchweg fesseln und begeistern. 
Das liegt vor allem daran, dass die Handlung aus der Ich-Perspektive von R, dem Zombie, erzählt wird. So bekommt man als Leser einen Einblick in die Denkweise eines Zombies und wie sie „leben“. Wie wenig Möglichkeiten sie haben miteinander zu kommunizieren und wie die Welt aus der Sicht der Zombies so ist.
Das hat zu der einen oder anderen humorvollen Stelle geführt und mit dieser teilweise sehr skurillen Umsetzung gibt es auch einige Aspekte, die zum Nachdenken anregen. Zu Beginn gibt es einige makabere und ecklige Szenen, die einen nicht kalt lassen.
Dazu gibt es einige spannende Stellen und eine Protagonistenentwicklung, die mir gut gefällt.

Neben R gibt es noch als Hauptprotagonistin Julie, die schnell merkt, dass R anders ist. Julie hatte kein einfaches Leben und ist sehr tough. Das Miteinander von Julie und R hat mir sehr gut gefallen und man merkt richtig, wann Julie ihre Einstellung zu ihm ändert. Alle anderen Protagonisten bleiben dabei etwas blass, aber da die beiden Hauptprotagonisten eine gewisse Tiefe aufweisen, fällt das nicht weiter ins Gewicht.
Unterstützt wird das Ganze durch einen sehr ansprechenden und einfach zu lesenden Schreibstil, der dafür sorgt, dass die Seiten nur so dahin fliegen. Ich konnte richtig in die Welt von R versinken und habe das Lesen genossen. Dabei wurden perfekt die Gefühle der Protagonisten übermittelt, so dass man gar nicht anders konnte, als mit ihnen zu fühlen. 
Alles in allem habe ich das Lesen wirklich sehr genossen.

Fazit:   
„Warm Bodies“ ist ein sehr spezielles Buch, das bestimmt nicht jedem gefällt.
Mich konnte es vor allem dadurch überzeugen, dass es mal erfrischend anders ist. Durch Humor, Tiefgründigkeit, tollen Protagonisten und einem sehr ansprechenden Schreibstil, hat es mir schöne Lesestunden bereitet.

Mein besonderer Dank an den Klett-Cotta-Verlag für das Rezensionsexemplar. 
Hintergrundinformationen
– Es gibt aber auch eine Vorgeschichte (auf englisch) dazu: Klick
– Das Buch wurde verfilmt.
 
– Die Hardcover-Ausgabe ist unter dem Titel: „Mein fahler Freund“ erschienen: Klick
– Die Leseprobe zu dem Buch findet ihr hier: Klick    
– Isaac Marions Homepage ist hier zu finden: Klick

[Löchert die Autoren] Interview mit Nicole C. Vosseler

Hallo ihr Lieben,
bei meiner letzten Fragerunde zu „Löchert die Autoren“ sind einige Fragen zusammen gekommen.

Nicole hat sich meiner Meinung nach total viel Mühe mit der Beantwortung gegeben und herausgekommen ist ein sehr ausführliches und tolles Interview.
Dafür bedanke ich mich bei Nicole und wünsche euch ganz viel Spaß. ;)

 


1)Wie bist du zum Schreiben
gekommen? Wie wurdest du als Autorin entdeckt?

Ich fand es schon als Kind
faszinierend, dass es Menschen gibt, die all die Geschichten
schreiben, die sich zwischen Buchdeckeln befinden – und weil ich
mir schon immer für mein Leben gern Geschichten ausdachte, war für
mich relativ früh klar: Das will ich auch mal machen!

 

Meine ersten eigenen Schreibversuche
bestanden aus Gedichten und Kurzgeschichten, weil mir solche Texte zu
verfassen anfangs leichter vorkam als einen ganzen Roman bewältigen
zu wollen. Aber so richtig glücklich war ich damit nicht, es fühlte
sich nicht an wie „meins“. Also experimentierte ich mit
Romananfängen, Skizzen und einzelnen Kapiteln herum, bis ich mich
mit knapp dreiundzwanzig an den ersten „richtigen“ Roman setzte
und auch tatsächlich in den folgenden Jahren fertigschrieb.

 

Nach mehreren vergeblichen Anläufen,
das Manuskript an den Verlag zu bringen, hatte ich eigentlich schon
die Hoffnung aufgegeben, es jemals veröffentlicht zu sehen. Sobald
ich dann aber durch meine heutige Agentur vertreten wurde, ging es
recht schnell: knapp fünf Monate, bis der Buchvertrag unterschrieben
war. Über die Zusammenarbeit mit meinem Agenten kam dann ein
Buchprojekt zum anderen – und ich rutschte fast nahtlos von der Uni
in das Autorendasein.

 

 

2)Hast du irgendein Vorbild?

 

Vorbilder im weiteren Sinne sind für
mich Margaret Mitchell und M.M. Kaye für die meisterhafte Mischung
aus Fakten und Fiktion in ihren Romanen. A.S. Byatt für ihre
Ausdruckskraft und die Vielschichtigkeit ihrer Bücher. Und immer
wieder E.M. Forster für seine Sprache und Menschenkenntnis.

 

 

3)War das erste Buch schwer zu
schreiben, oder wusstest du genau was du schreiben wolltest?

 

Auf eine Art war das erste Buch
tatsächlich unglaublich schwer zu schreiben, weil ich noch überhaupt
keine Erfahrung mit dem Romanschreiben hatte, nur mit Gedichten und
Kurzgeschichten und anderen Texten, die man eben so im Lauf der Jahre
verfasst. Andererseits war es auch sehr leicht, es zu schreiben, weil
ja erst mal nichts davon abhing. Ich schrieb dieses Buch lange Zeit
einfach nur so, für mich, aus Neugierde und Experimentierfreude, und
für meine beste Freundin, die parallel zum Schreiben mitlas. Und
weil es die gut dokumentierte erste Weltumsegelung von Captain Cook
zum Thema hatte, hatte ich auch einen starken roten Faden aus
historisch verbürgten Fakten und Geschehnissen, an dem ich mich
entlanghangeln konnte.

 

Eigentlich denke ich von jedem neuen Buch,
das ich schreibe, dass das jetzt das schwierigste sei – und dasjenige
mit den größten Herausforderungen, von denen ich nie sicher weiß,
ob ich sie wirklich meistern kann.

 

 

4)Wie hat sich dein Leben verändert,
seitdem du Bücher veröffentlichst?

 

Eigentlich erstaunlich wenig. Ich wohne
immer noch in demselben schnuckeligen kleinen Apartment wie
Studentenzeiten, und statt im Büro meine Brötchen zu verdienen wie
damals, als ich noch studierte und nebenher schrieb, stemme ich hier
zusätzlich zum Romanschreiben die Büroarbeiten, die zum
Autorendasein eben auch dazugehören. Denn bei aller Kreativität ist
das nun mal eine ganz normale Freiberuflerexistenz mit allerlei
Papier- und Verwaltungskram.

 

Was sich jedoch deutlich verändert
hat: Ich habe jetzt das Gefühl, angekommen zu sein, in dem Leben,
das ich mir immer gewünscht hatte, in dem Beruf, in dem ich rundum
glücklich bin. Und das empfinde ich als ganz großes Geschenk.

 

 

5)Wie entscheidet man, welchem Genre
man sich beim Schreiben zuwenden wird. Wie hast du das entschieden?

 

Für mich war es einfach die logische
Folge daraus, dass ich von der Vergangenheit unglaublich fasziniert
bin – und von dem, was sie uns zu erzählen hat. Ich habe Orte, an
denen die Vergangenheit noch lebendig ist, schon immer genauso
geliebt wie Bücher über frühere Zeiten, ganz gleich, ob Romane,
Sachbücher oder Biographien. Wobei meine große Liebe immer das 19.
Jahrhundert war; am liebsten wäre ich in Gemälde und Fotos aus
jener Zeit hineingekrochen. Ich habe mir immer eine Zeitmaschine
gewünscht, um in die Vergangenheit zu reisen und sie mit allen
meinen Sinnen erleben zu können. Leider ist das (noch?) nicht
möglich – aber trotzdem in jener Epoche zu „leben“, indem ich
einen Roman darüber schreibe, ist eine ganz gute Alternative.

 

Trotzdem hatte ich Lust, mal etwas ganz
anderes zu schreiben. Etwas, das in der Gegenwart spielt, eine durch
und durch realistische All-Age-Geschichte, in die sich ein
Fantasy-Element fast wie selbstverständlich hineinwebt – und
daraus wurde „In dieser ganz besonderen Nacht“. Das ist ein Mix,
mit dem ich mich sehr wohl gefühlt habe, und ich freue mich riesig
darauf, demnächst nochmal etwas in dieser Richtung zu machen.

 

 

6)Kannst du dir vorstellen, dich
einmal ganz anderen Genres zu widmen?

 

Ja, auf jeden Fall! Von der
Vergangenheit zu erzählen wird immer eine ganz große Liebe von mir
bleiben, aber ich möchte durchaus auch mal neue Wege gehen. Mit „In
dieser ganz besonderen Nacht“ habe ich das auch getan. Zwar
insgesamt mein drittes Jugend- bzw. All-Age-Buch, aber mein erster
Roman, der nicht historisch ist, dafür einen Fantasy-Touch hat. Und
ich trage durchaus noch ein paar Ideen mit mir herum, die in ein
wieder anderes Genre gehören.

 

 

7)Welches ist dein Lieblingsgenre in
der Literatur?

 

Ich lese komplett querbeet. Vorwiegend
Zeitgenössisches in seiner ganzen Bandbreite, aber auch mal
Klassiker, unheimlich gerne Jugendbücher, dann und wann ein
Kinderbuch, und ab und zu muss es ein richtig blutiger Thriller sein.
Die einzigen beiden Genres, um die ich konsequent einen Bogen mache,
weil sie mich so gar nicht reizen, sind High Fantasy und Sci-Fi.

 

 

8)Gab es mal eine richtig große
Krise bzw. Schreibblockade in deinem Leben?

 

Ja, unmittelbar nach meinem ersten
veröffentlichten Buch. Wie bestimmt viele Anfängerautoren hoffte
ich auf den großen Durchbruch gleich mit dem ersten Werk, und als
dieser nicht nur ausblieb, sondern ich dazu noch einige heftige
Verrisse einstecken musste, fiel ich in ein tiefes Loch. Ich schrieb
einige Zeit überhaupt nicht mehr und kümmerte mich um mein Studium,
bis es mich dann doch wieder packte, einen weiteren Roman anzufangen,
zumal mich mein Agent auch dazu ermunterte.

 

Mein erstes Buch war zwar alles andere
als ein Durchbruch – aber es ebnete auf jeden Fall den Weg für das
zweite und alle nachfolgenden.

 

 

9)Wie lange braucht man um ein Buch
zu schreiben und wie gehst du dabei vor? Eher systematisch oder
schreibst du einfach wild drauflos/bist ein Chaot?

 

Ich find’s immer ungeheuer schwer,
die Zeit, die insgesamt in einem Roman steckt, genauer zu beziffern.
Weil ich immer schon für das nächste oder übernächste Buch
recherchiere, während ich noch am aktuellen Manuskript schreibe. Ein
großer Teil der Vorarbeiten, sei es Recherche oder das Bebrüten der
Romanhandlung, läuft meistens schon ein oder zwei Jahre (oder noch
länger), bevor ich dann in die intensive Recherchephase gehe und
schließlich schreibe. Die eigentliche Schreib-Zeit liegt je nach
Buch ungefähr zwischen sechs und zwölf Monaten.

 

Einerseits bin ich eine Tagträumerin
und dazu noch eine furchtbare Trödelliese, gleichzeitig aber ein
sehr ordentlicher und durchstrukturierter Mensch. Ich liebe es, zu
planen, Listen zu erstellen, Notizzettel zu schreiben und Diagramme
zu zeichnen – und ganz ähnlich verhält es sich bei mir mit dem
Schreiben.

 

Ich plane die Handlung eines Romans
immer schon recht genau im Voraus, beschäftigte mich intensiv mit
den Personen, verfasse ihre Lebensläufe und kurze Biographien /
Charakterskizzen, bastle ein Zeitraster und entwerfe vorab schon
einige zentrale Szenen. Das ist das Grundgerüst, von dem aus ich
mich dann in die Geschichte stürze und mich ihr blind überlasse. Ab
da lasse ich dann der Kreativität freien Lauf – und lasse es auch
zu, wenn sich ein Charakter nicht so entwickelt, wie ich das im Sinn
hatte oder etwas Unvorhergesehenes in der Geschichte passiert. Und
das passiert zuverlässig, jedes Mal.

 

 

10)Wie sieht dein Schreibtisch
dementsprechend aus, ordentlich oder chaotisch?

 

Abgesehen davon, dass eine Menge
dekorativer Krimskrams herumsteht und meistens etliche Post-Its neben
dem Laptop kleben, ist mein Schreibtisch immer super-ordentlich. Wenn
ich Feierabend mache, räume ich alles, was ich während der Arbeit
an Recherchematerial und Notizen neben mir liegen habe, auf und
verstaue es an seinem Platz.

 

Eine Ausnahme gibt es allerdings: in
der Endphase eines jeden Romans, die meist die letzten vier bis sechs
Wochen ausmacht, habe ich dazu keinen Nerv mehr. Da wird dann alles
einfach ausgebreitet und liegengelassen, bis sich auf, unter und
neben dem Schreibtisch ein Wust an aufgeschlagenen Büchern, Kopien
und Notizzetteln ausgebreitet und aufgetürmt hat. Mit einem Wort:
Chaos pur!
Und nach dem letzten Satz eines Romans wird dann erst
mal kräftig Ordnung gemacht…

 

 

11)Hast du feste „Schreibzeiten“?
So wie bei einem Bürojob, oder schreibst du immer dann, wenn dir
etwas zu der Story einfällt?

 

Ich habe tatsächlich ganz fixe
Schreibzeiten: Punkt 15 Uhr sitze ich schreib-bereit hier am
Schreibtisch und arbeite mit kleinen Pausen bis etwa 1 Uhr nachts,
wenn’s gut läuft, auch mal länger. Gerade in der Endphase eines
Romans fast immer „open end“ und nicht selten auch am Wochenende.

 

Natürlich gibt’s immer mal Phasen, in denen nichts vorwärts
geht, da muss ich dann geduldig sein. Oder ich habe im
vorangegangenen Text eine falsche Abzweigung genommen oder etwas
darin ist schief … Dann klopfe ich die entsprechenden Passagen so
lange ab, bis ich den Haken gefunden habe und es danach weitergehen
kann. Und manchmal muss ich auch akzeptieren, dass ich eine kleine
Pause brauche; dann mache ich einfach früher Feierabend und setze
mich erst am nächsten Tag wieder an das Manuskript.
Aber die
überwiegende Zeit bin ich pünktlich hier am Schreibtisch mit der
geöffneten Textdatei. Denn ich bin überzeugt, dass die Muse auf
jeden Fall vorbeischaut, wenn man ihr signalisiert: ich bin hier und
warte auf dich, von mir aus kann’s für heute losgehen.

 

 

12)Denkst du dir zuerst den Titel
und dann die Geschichte dazu aus, oder umgekehrt?

 

Ich brauche tatsächlich immer einen
Arbeitstitel für mein Buch, bevor ich zu schreiben anfange; das ist
so eine Macke von mir, dass ich erst loslegen kann, wenn ich diesen
Arbeitstitel habe – plus meistens noch einen liebevollen Spitznamen
für mein Buch.

 

Allerdings ist der Arbeitstitel in der Regel nicht
der, der später auf dem Cover steht. Der Titel muss nicht nur zum
Buch als solches passen, sondern auch bestimmte Marketingaspekte
berücksichtigen. Und da gibt es dann jedes Mal im Lauf der Arbeit an
einem Buch ein heftiges Brainstorming vom jeweiligen Verlag und mir,
bis wir einen Titel gefunden haben, der uns allen gefällt und von
dem wir auch überzeugt sind, dass er sich gut auf dem fertigen Buch
macht.

 

 

13)Bist Du ein sehr romantischer und
abenteuerlustiger Mensch? Denn viele deiner Romane spielen außerhalb
Europas? Was mich schon etwas darauf schließen lässt oder?

 

Ich weiß gar nicht, ob ich so sehr
Romantikerin bin … Manchmal bestimmt. Auf jeden Fall ist meine
persönliche Vorstellung von Romantik sehr viel leiser,
bodenständiger und auch pragmatischer als in meinen Büchern, in
denen es ja immer sehr dramatisch zugeht.

 

Ganz ähnlich verhält es sich mit der
Abenteuerlust. Ich habe in meinem Leben schon ziemlich viele
verrückte Dinge gemacht und erlebt und auch schon wilde Zeiten
gehabt; heute mag ich’s ganz gerne ruhig und beschaulich. Was
sicher auch mit dem Schreiben zu tun hat, das für mich Alleinsein
und Stille braucht. Zumindest die meiste Zeit: Einmal im Jahr muss
ich ganz einfach zu einer weiten Reise aufbrechen, und da gibt’s
Abenteuer eigentlich immer automatisch mit dazu. Ich suche das
Abenteuer nicht von mir aus – aber es findet mich trotzdem immer
wieder, und das genieße ich dann auch in vollen Zügen.

 

Was definitiv auf mich zutrifft: dass
ich mir ständig neue Herausforderungen suche, mal kleine, mal große;
ich muss immer wieder meine eigenen Grenzen austesten und manchmal
überschreiten. Da bin ich ein kleiner Adrenalinjunkie – und ich
bin süchtig nach hohen Geschwindigkeiten: je schneller, desto
glücksberauschter.

 

 

14)Hast du selber schon mal die
Orte/Gegenden bereist von denen Du in deinen Romanen so schreibst?
Und was lässt Dich immer wieder solche Orte für Deine Romane
auswählen?

 

Teilweise habe ich das, ja; so war ich
zum Beispiel in Nordafrika und Indonesien, und zuletzt in den USA.

 

Mich reizt es, den Zusammenprall
verschiedener Kulturen anhand einer Romanhandlung zu studieren und
dann auch zu schildern, dabei Gemeinsamkeiten, Unterschiede und
Konflikte herauszuarbeiten – und dafür ist die Zeit des
Kolonialismus, vor allem die Blütezeit des Britischen Empire, wie
geschaffen. Außerdem fühle ich mich von epischen, dramatischen
Stoffen angezogen, die sich an Schauplätzen mit extremen Kontrasten
abspielen – und die finde ich wesentlich häufiger in fernen Ländern
als bei uns in Europa.

 

 

15)Hast du ein bestimmtes
Lieblingsland oder eine Lieblingsstadt?

 

Puh, schwierige Frage. Ich liebe fast
alle Länder, in denen ich bisher war, auf eine ganz bestimmte Weise
und würde jederzeit gerne wieder hin. Aber so rein persönlich bin
ich am liebsten in den USA. Dort fühle ich mich einfach rundum wohl,
das ist ganz und gar „meins“. Und nach Konstanz ist definitiv San
Francisco meine Lieblingsstadt, dicht gefolgt von Kairo.

 

 

16)Reist du selbst sehr viel oder
liest du dir das Wissen über die fremden Länder, über die du
schreibst, an?

 

Reisen gehören für mich manchmal zur
Vorbereitung auf einen Roman dazu, aber nicht immer, vor allem nicht
immer zwingend an die Originalschauplätze. Ich will die Orte, an
denen eine Geschichte angesiedelt ist, nicht so schildern, wie ich,
ein Mensch des 21. Jahrhunderts, sie heute sehe und wahrnehme,
sondern aus der Sicht der Menschen, die damals vor Ort waren. Deren
Wahrnehmung ist mir wichtig – nicht so sehr meine eigene. Alte
Reiseberichte sind mir deshalb dafür die wertvollste Quelle, Briefe
und Tagebücher, Karten, Pläne, Zeichnungen und Photographien aus
der entsprechenden Zeit.

 

Ganz anders verhält es sich mit meinem
jüngsten Buch „In dieser ganz besonderen Nacht“, das in der
Gegenwart spielt. Da hätte ich mir nicht vorstellen können, es zu
schreiben, ohne selbst jeden der beschriebenen Schauplätze in San
Francisco besucht zu haben.

 

Unabhängig davon reise ich tatsächlich
sehr gerne; einmal im Jahr muss ich einfach meinen Koffer packen und
wegfliegen, je weiter, desto besser. Und in den letzten Jahren war es
so, dass ich von jeder Reise mindestens eine neue Romanidee
mitgebracht habe …

 

 

17)Wodurch lässt du dich zu den
Storys inspirieren? Hast du so etwas wie eine Muse oder etwas was
dich stets motiviert?

 

Jede Romanidee hat ihre ganz eigene
Geschichte – und braucht auch ihre eigene Zeit. Bei manchen Ideen
dauert es Jahre, bis daraus ein konkretes Exposé für ein Buch wird;
andere Ideen benötigen dafür nur Monate oder noch weniger. Ich
sammle alles an spannenden Ideen, was mir so über den Weg läuft und
bewahre sie in einer Art Mini-Archiv auf. Ständig kommen neue hinzu,
aus Filmen, Büchern Zeitungsartikeln, aus dem Leben gegriffen oder
von einer Reise mitgebracht. Und manche Ideen sind von einer Sekunde
zur nächsten einfach da, buchstäblich wie aus heiterem Himmel.
Sternstündig!

 

Motiviert bin ich immer durch die
Geschichte, an der ich gerade schreibe. Ich verbringe gern meine Tage
mit meinen Romancharakteren in ihrer jeweiligen Welt und liebe es,
ganz darin abzutauchen. Und mich motiviert auch, nach der
eigentlichen Schreib-Zeit eines jeden Arbeitstages meiner Lust an der
Spurensuche nachzugehen, indem ich für andere Romanideen
recherchiere und ganz spielerisch gedanklich daran herumbastle.

 

 

18)Hast du schon Ideen für weitere
Bücher?

 

Ja, jede Menge! Sozusagen eine ganze
Schublade voll.

 

Ganz unterschiedliche Sachen sind dabei, sowohl
für die reine Erwachsenen-Belletristik als auch im Bereich All-Age,
alles Herzensprojekte, die ich unbedingt einmal machen möchte. Bei
manchen habe ich selbst das Gefühl, dass ich noch in sie reinwachsen
muss, für andere ist es gerade keine gute Zeit auf dem Buchmarkt.

Aber ich hatte bisher immer das unwahrscheinliche Glück, dass
die Ideen, die mir ganz stark am Herzen lagen und für die ich mich
auch bereit fühlte, meinen Verlagen auf Anhieb gefielen – und
darauf hoffe ich jetzt einfach mal weiterhin …

 

 

19)Was verbindest du mit dem Cover
von „Unter dem Safranmond“ (der Gewinnspielausgabe)?

 

Ich liebe dieses Cover sehr, weil es
nicht nur die Farben und die Stimmung der Wüste einfängt und ihre
Weite, ich fast schon den sonnendurchglühten Sand und die staubige
Luft riechen kann – sondern weil die Karte, die im oberen Teil
durchschimmert, mich so sehr an Richard Francis Burton und seine
Reisen erinnert. Und das lässt mir das Herz ganz automatisch höher
schlagen.

 

 

20)Ist Safranmond eine spezielle
Bezeichnung für etwas oder selbst erfunden…und wenn ja, wie kommt
man zu so einem Begriff?

 

Im Englischen gibt es den Begriff des
„saffron moon“ häufiger, ein Mond, der gelb wie Safran ist, und
immer hat das auch einen Bezug zum Orient bzw. zu Indien.

 

Dieser
Titel hat eine ganz nette Vorgeschichte. Eine liebe Autorenkollegin
und Freundin von mir hatte spontan die Idee zu „etwas mit
Safranmond“, als wir über verschiedene Titelvorschläge für
dieses Buch sprachen und ich diverse Kombinationen aus Farben,
Gewürzen, Himmelskörpern und Wasweißichnochalles ausprobierte. Und
ohne dass meine Lektorin davon wusste, machte sie kurz darauf den
Vorschlag, das Buch doch „Unter dem Safranmond“ zu nennen. Das
war ein Zeichen, eindeutig!

 

 

21)Das Cover von „Unter dem
Safranmond“ ist sehr schön, hast darüber entschieden und erstellt
oder war das das Werk eines anderen? Und wie sieht das generell mit
den Covern aus?

 

Das Cover wurde vom Verlag in Auftrag
gegeben und von einer Agentur angefertigt; da es sich um eine
Sonderausgabe handelt, hatte ich darauf keinen Einfluss. Was aber
ganz und gar nichts macht, denn ich find’s auch superschön.

 

Ganz
ähnlich verhält es sich mit Covern für Lizenzausgaben, z.B. bei
Weltbild oder Clubausgaben bei Bertelsmann, da muss ich mich
überraschen lassen, und genauso bei den fremdsprachigen Ausgaben im
Ausland. Wobei ich da eigentlich immer Glück hatte und fast
ausnahmslos ganz tolle Cover auf meine Bücher kamen.

 

Sonst ist es so, dass entweder ein
Gestalter im Verlag das Cover designt oder eine spezielle Agentur
damit beauftragt wird, und wenn alle im Verlag damit einverstanden
sind, bekomme ich den Entwurf vorgelegt. Falls ich das Cover ganz
furchtbar finde, dürfte ich prinzipiell ein Veto einlegen – und
genauso darf ich Änderungswünsche anbringen. Was aber in der Praxis
nur ein einziges Mal vorkam, eine Kleinigkeit, die für das
Original-Cover zum Safranmond geändert werden musste, damit es für
mich optimal rüberkam.

 

[Rezension] Nicole C. Vosseler- In dieser ganz besonderen Nacht

Bildquelle: Verlag

Titel: In dieser ganz besonderen Nacht
Autor: Nicole C. Vosseler
Genre: Jugendbuch (vom Verlag empfohlenes Alter: ab 12 Jahre)
Verlag: cbj (Februar 2013)
ISBN: 978-3570155349 
Gebundene Ausgabe: 576 Seiten
Preis: 18,99 €

 

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Kurzbeschreibung 
 
Nach dem Tod ihrer Mutter muss Amber, die in einer deutschen Kleinstadt
gelebt hat, nach San Francisco ziehen – zu ihrem Vater, den sie kaum
kennt. Sie fühlt sich einsam und verlassen. Eines Abends begegnet sie
dort in einem leer stehenden Haus Nathaniel, einem seltsam gekleideten
Jungen. Er scheint der Einzige zu sein, der sie versteht. Aber er bleibt
merkwürdig auf Distanz. Als Amber den Grund dafür erfährt, zieht es ihr
den Boden unter den Füßen weg: Nathaniel stammt aus einer anderen Zeit
und die beiden können niemals zusammenkommen. Doch in einer ganz
besonderen Nacht versuchen die beiden das Unmögliche …
Quelle: Verlag

Über die Autorin 
Nicole C. Vosseler, geboren 1972 in Villingen-Schwenningen, studierte
Literaturwissenschaft und Psychologie in Tübingen und Konstanz, bevor
sie sich ganz der Schriftstellerei widmete. Mit ihren Romanen „Unter dem
Safranmond“, „Sterne über Sansibar“ und „Der Himmel über Darjeeling“
feierte sie große Erfolge. Die Autorin lebt am Bodensee – mit knapp
zweitausend Büchern unter einem Dach. 
Quelle: Verlag

Die Handlung:  
Nach dem Tod ihrer Mutter muss Amber zu ihrem Vater ans andere Ende der Welt ziehen, denn ihr Vater lebt in San Francisco. Sie wünscht sich nichts sehnlicher, als wieder in ihr altes Leben zurückzukehren, doch das wird nie wieder möglich sein. Dennoch zählt sie die Tage bis sie 18 ist und wenigstens nach Deutschland zurückkehren kann. Denn vorher ist das aufgrund des Sorgerechtes, das bei ihrem Vater liegt, nicht möglich.
Eines Tages trifft sie in einem leer stehenden Haus Nathaniel. Dieser ist seltsam gekleidet und verhält sich insgesamt sehr distanziert. Als Amber den Grund erfährt, zweifelt sie an ihrem Verstand, denn Nathaniel ist ein Geist.

Meine Meinung: 
 
Das Buch hat mich zuerst durch sein sehr schönes Cover angesprochen, das etwas ganz Besonderes hat und mystisch wirkt.
Nachdem ich mit hohen Erwartungen an das Buch herangegangen bin, war ich zunächst enttäuscht. Man lernt Amber kennen und erlebt mit ihr noch einmal den Tod ihrer Mutter. Der Einstieg war sehr gekonnt, emotional und hat mich gefesselt. Doch dann kommt Amber nach San Francisco. Zuerst haben mich die detaillierten Beschreibungen von Ambers neuer Umgebung sehr fasziniert, aber dann wurde es mir zu viel.
Ich musste darum kämpfen nicht einfach ganze Abschnitte zu überspringen, weil lange Zeit einfach nichts passiert, außer das man San Francisco sehr ausschweifend beschrieben bekommt. Hier wäre für mich weniger mehr gewesen.

Im weiteren Verlauf der Handlung ändert sich das. Es gibt zwar immer wieder mal detaillierte Beschreibungen, aber sie nehmen nicht mehr so Überhand, wie zu Beginn. Nachdem Amber Nathaniel trifft, nimmt die Handlung auch an Fahrt auf. Es herrscht zwar in dem ganzen Buch kein Übermaß an Spannung vor, aber durch starke Emotionen habe ich dennoch mit Amber mitgefiebert. Die Themen Liebe, Verlust und Trauer, aber auch Schuld und Reue sind die Haupthemen, die in diesem Buch behandelt werden. Die Umsetzung davon ist durchweg gelungen und auch die Geisteridee hat mir sehr gefallen. Das Buch ist definitiv mal etwas anderes und schon allein deshalb sollte man es gelesen haben.

Amber ist eine Protagonistin mit der ich mich gleich verbunden gefühlt habe, denn ich habe einen ähnlichen Verlust, wie sie erlitten. Dazu ist Amber ungemein sympathisch und ihr ganzes Verhalten ist authentisch dargestellt.
Auch Nathaniel ist ein Protagonist, den man schnell lieben lernt, der aber auch so einige Überraschungen mit sich bringt. Ich habe es genossen zusammen mit Amber mehr über ihn zu erfahren.
Neben den beiden Hauptprotagonsiten gibt es aber auch viele liebenswerte Nebenprotagonisten, die meinen zunehmenden Lesegenuss verstärkt haben. 
Alle Protagonisten sind außerdem tiefgründig und sehr authentisch ausgearbeitet.

Je mehr ich über Nathaniel und die Geister erfahren habe, desto mehr hat mich die gut ausgeklügelte Handlung fasziniert. Mein persönliches Highlight ist das Ende des Buches, bei dem ich einige Tränen in den Augen hatte. Es ist traurig und zugleich wunderschön.
Durch Nicole C. Vosselers feinfühlige Art Gefühle darzustellen, kann man gar nicht anders, als mit den Protagonisten zu weinen, zu lachen, zu leben und zu lieben. Unterstützt wird das Ganze durch einen sehr eingängigen und ansprechenden Schreibstil und dass die Handlung aus der Ich-Perspektive von Amber geschildert ist.
Ich habe lange kein Buch mehr gelesen, bei dem ich so starke Gefühle durchgemacht habe.

Fazit:  

„In dieser ganz besonderen Nacht“ ist ein Buch, was durch starke Emotionen fesseln kann. Leider enthält es für meinen Geschmack zu Beginn zu viele ausschweifende Beschreibungen, so dass ich einige Zeit brauchte um ganz in die Welt des Buches einzutauchen. Nachdem mir das aber gelungen ist, konnte ich es kaum aus der Hand legen.
Vor allem die Themen Liebe, Verlust und Trauer, aber auch Schuld und Reue wurden in dem Buch außerordentlich gut umgesetzt und behandelt.

Mein besonderer Dank an den cbj-Verlag für das Rezensionsexemplar und an Nicole C. Vosseler für die tolle Leserunde.
Hintergrundinformationen
– Hierbei handelt es sich um einen Einzelband.
– Hier findet ihr eine Leseprobe: Klick
– Es gibt ein Special zum Buch: Klick
– Nicole C. Vosselers Homepage findet ihr hier: Klick

[Rezension] Kristen Simmons- Artikel 5

Bildquelle: Verlag

Titel: Artikel 5
Originaltitel: Article 5
Autor: Kristen Simmons
Genre: Dystopie
Verlag: IVI (April 2013)
ISBN: 978-3492702867

Broschierte Ausgabe: 432 Seiten
Preis: 16,99 €

 

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Beim Verlag: Klick
 

Kurzbeschreibung 
 
Religiöser Fanatismus hält Einzug in die Vereinigten
Staaten: Wer gegen ihre strengen Statuten der Moralmiliz verstößt, dem
stehen öffentliche Demütigung, Haft und sogar der Tod bevor. Die
17-jährige Ember lebt mit ihrer Mutter allein und versteckt. Doch trotz
aller Schutzmaßnahmen wird ihre Mutter verhaftet. Sie hat gegen Artikel 5
der Moralstatuten verstoßen, weil sie nicht mit Embers Vater
verheiratet war.

Ember wird in einer Besserungsanstalt für Mädchen
gebracht und lernt dort Hass, Gewalt und fanatische Moralisten kennen.
Sie weiß, sie muss ihre Mutter retten, koste es was es wolle … und
dazu braucht sie Hilfe des Mannes, der ihre Mutter verhaftet hat: Embers
große Liebe, Chase.

Quelle: Verlag

Über die Autorin 
Kristen Simmons lebt in Tampa, Florida. Sie studierte Psychologie und
Sozialarbeit an der University of Nevada und arbeitet heute als
Psychotherapeutin mit Traumapatienten und Missbrauchsopfern. »Artikel 5«
ist Kristen Simmons erster Roman.
Quelle: Verlag

Die Handlung:  
Ember und ihre Mutter leben alleine und geben sich Mühe nicht aufzufallen. Doch eines Tages wird Embers Mutter festgenommen, denn sie hat gegen Artikel 5 der Moralstatuten der Vereinigten Staaten von Amerika verstoßen. Dieser Artikel lautet so:
„Als vollwertiger Staatsbürger wird nur anerkannt, wer als Kind eines
verheirateten Paares auf die Welt kommt.“ Da Embers Mutter nie mit ihrem Vater verheiratet war, hat sie ein Verbrechen begangen. Und auch Ember wird nicht in ihrer vertrauten Umgebung gelassen, sondern wird in eine Resozialisierungsanstalt gebracht. Ihr einziger Gedanke ist zu fliehen und ihre Mutter zu befreien. Doch das ist einfacher gesagt, als getan und so muss Ember sich von dem Soldaten helfen lassen, der sie gefangen genommen hat und mal ihr Freund war.

Meine Meinung: 
 
Als Dystopiefan habe ich mich schon sehr auf diese neue Dystopie gefreut und ich wurde nicht enttäuscht. Mir gefällt zwar das Originalcover besser, aber das deutsche Cover macht auch neugierig und der Titel ist mehr als passend.
Recht schnell bekommt man einen Eindruck von Embers Welt, die düster und bedrohlich ist. Nach dem Krieg hat sich die Gesellschaft komplett gewandelt. Es gelten die Moralstatuten, zu denen auch der Artikel 5 gehört. Die Regeln sind streng und wer sich nicht daran hält, wird hart bestraft. Es gibt Ausgangssperren und gesperrte Gebiete, die niemand betreten darf und es wird nur eine Religion zugelassen. Menschenrechte sind nichts mehr wert.

In dieser Welt ist Ember den Umständen entsprechend noch sehr behütet aufgewachsen, was dazu führt, das sie zu Beginn doch sehr naiv wirkt. Ihre Handlungen sind oft nicht unbedingt nachvollziehbar und sehr impulsiv. Dennoch kann ich sie verstehen, da sie die Grausamkeiten der Gesellschaft erst nach und nach am eigenen Leib erlebt und sich ihre Einstellung dadurch sehr verändert. Durch das Erlebte macht sie eine glaubhafte und gut durchdachte Entwicklung durch, so dass ich sie als Hauptprotagonistin schnell zu schätzen gelernt habe. Ich finde es toll, wie sehr sie sich für die Menschen, die sie liebt einsetzt.
Als weiterer Hauptprotagonist gibt es Chase, der einmal Embers Nachbarsjunge war und nun Soldat ist. Ember erkennt ihn kaum wieder, denn durch seine Erfahrungen hat er sich verändert. Ich wollte schnell mehr über ihn erfahren, da man durch ihn sehr gut verdeutlicht bekommt, wie falsch die neue Gesellschaft doch ist. 
Diese beiden Protagonisten, aber auch die Nebenprotagonisten haben ein gewisses Maß an Tiefe, so dass sie gut zu dem Gesamtkonzept des Buches passen.

„Artikel 5“ konnte mich von der ersten Seite an fesseln, auch wenn ich mir noch ein paar Hintergrundinformationen zum Krieg und wie es zu dieser neuen Gesellschaft gekommen ist, gewünscht hätte. 
Die Spannung ist durch das ganze Buch spürbar und es gibt immer wieder Spannungshöhepunkte und ein grandioses Finale. Zwar sind einige Wendungen etwas vorhersehbar, aber dennoch konnte mich die eine oder andere Sache doch überraschen und auch schockieren. 
Unterstützt wird das Ganze durch einen sehr atmosphärischen und tollen Schreibstil, der mal sehr emotional ist und dann wieder mit einer Sachlichkeit, die Grausamkeiten des Buches darstellt, dass ich Gänsehaut bekommen habe. Da die ganze Handlung aus der Ich-Perspektive von Ember geschildert ist, kann man sich gut in sie hineinversetzen, selbst wenn man die Handlungen zuerst gar nicht verstehen kann.

Was mir besonders gut gefällt, ist, dass mich das Buch auch zum Nachdenken gebracht hat, denn es wirft die Frage „Wie weit würdest du für einen geliebten Menschen gehen?“ und andere moralische Fragen auf.  
So ist es für mich auch nicht weiter störend, dass hier viele schon bekannte Dystopie-Elemente auftauchen. Denn die ganze Umsetzung ist Kristen Simmons insgesamt trotz kleiner Unebenheiten sehr gut gelungen. Außerdem verknüpft sie Altbekanntes mit neuen Elementen.
Ich freue mich schon sehr auf die Fortsetzung.

Fazit:  

Kristen Simmons hat trotz einiger kleiner Unebenheiten und zu Beginn doch sehr naiven Protagonistin, eine eindrucksvolle Welt erschaffen. „Artikel 5“ ist spannend, düster, brutal, grausam, sehr atmosphärisch und nicht für zartbesaitete Menschen geeignet. 
Für Dystopie-Fans bekommt es aber meine volle Leseempfehlung, denn ich habe das Buch verschlungen.

Mein besonderer Dank geht an den IVI-Verlag für das Rezensionsexemplar.
Hintergrundinformationen
– Hierbei handelt es sich um den 1. Band einer Trilogie.
– Hier findet ihr eine Leseprobe: Klick
 – Band 2 („Breaking Point“) ist im Original bereits erschienen.
– Die Autorin hat eine eigene Homepage: Klick