[Rezension] Aprilynne Pike- Der Kuss der Göttin (Band 1)

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Tavia ist die einzige Überlebende eines Flugzeugabsturzes, bei dem 256 andere Passagiere ums Leben kamen, darunter auch ihre Eltern. Sie kommt schwer verletzt ins Krankenhaus und wird dann von ihrer Tante und ihrem Onkel aufgenommen, die sie bisher nicht kannte. Sie lässt ihr altes Leben hinter sich, um abgeschottet von den Medien wieder vollständig gesund zu werden. So versucht sie in den Therapiestunden ihr Trauma und den Verlust ihrer Eltern zu verarbeiten und hat zudem noch Physiotherapie, da ihr Bein ihr seit dem Absturz immer noch Probleme macht. Ihr einziger Freund und Vertrauter ist Benson, den sie in der Bibliothek kennenlernt. Nach und nach verliebt sie sich ihn ihn, doch dann taucht der geheimnisvolle Quinn auf, zu dem sie sich seltsam hingezogen fühlt. Als sie dann auf einmal Dinge aus dem Nichts erschaffen lässt und sie an allem zu zweifeln beginnt, hat sie Angst verrückt zu werden, doch hinter allem steckt mehr.

Bevor ich richtig mit meiner Rezension beginne, möchte ich jeden Leser davor warnen die Kurzbeschreibung vor dem Buch zu lesen. Ich hatte sie erst hinterher gelesen und war geschockt, wie unglaublich viel diese verrät. Kennt man die Kurzbeschreibung vorher, wird einem garantiert ein Großteil des Lesespaßes genommen. Meiner Meinung nach verrät schon der Titel zu viel, aber die Kurzbeschreibung toppt alles.

Kennt man die Kurzbeschreibung jedoch nicht, kann man sich sehr gut auf das Buch einlassen. Mir hat schon die Elfen-Reihe von Aprilynne Pike insgesamt gut gefallen, weil sie unglaublich faszinierende und neuartige Ideen hat.
Schon der Einstieg in „Der Kuss der Göttin“ ist packend und hat mich direkt neugierig gemacht, wie das Buch weitergeht. Man begleitet Tavia bei ihrem Flugzeugabsturz und anschließend gibt es einen Perspektivwechsel, der komplett geheimnisvoll ist und mich neugierig gemacht hat, was dahinter steckt.

Nach diesem spannenden Einstieg, geht es zuerst einmal ruhiger zu und man lernt Tavia und ihr neues Leben kennen und erfährt wie schwer sie verletzt war und wie sie noch immer mit den Folgen ihres Absturzes zu kämpfen hat, einschließlich ihrer Therapiestunden, die mich mitreißen konnten.
Zuerst wirkt alles, bis auf den Flugzeugabsturz, relativ unspektakuär, doch dann sieht Tavia seltsame Dreiecke, kann Dinge heraufbeschwören und trifft auf Quinn. Dadurch wird eine mysteriöse und geheimnisvolle Atmosphäre aufgebaut, die mich komplett in seinen Bann ziehen konnte. 

Lange wusste ich nicht, worauf das Buch hinausläuft und ich war zuerst von der zu erwartenden Dreiecksgeschichte etwas abgeschreckt. Doch die Dreiecksgeschichte ist ganz anders, als ich erwartet habe und stört dadurch so gar nicht. Denn die Erklärungen, wieso sich Tavia zu Quinn hingezogen fühlt sind überraschend und einleuchtet und es beinhaltet keinerlei Klischees. Die Entstehung der Liebesgeschichte zwischen Benson und Tavia ist zudem authentisch und toll beschrieben.

Dazu kommt, dass es unglaublich viele Überraschungen in „Der Kuss der Göttin“ gibt und mich Aprilynne Pike mit innovativen Fantasyideen begeistern konnte. Es hat mir großen Spaß gemacht Tavia auf der Suche nach der Wahrheit zu begleiten und durch immer wiederkehrende Spannungshöhepunkte mit ihr zu fiebern. Besonders gut gefallen mir die Erklärungen hinter dem Ganzen, die mit geschichtlichen Aspekten verglichen werden, die wirklich so hätten passiert sein können. Alles hat Hand und Fuß und wirkt gut durchdacht.

Die Protagonisten stechen allesamt dadurch heraus, dass man nie weiß, wer gut und böse ist. Es gibt kein stures schwarz-weiß, sondern jeder sticht durch gute oder schlechte Taten heraus und so weiß man nie, wem Tavia trauen kann und wer wirklich die Wahrheit sagt. 
Tavia selber ist tiefgründig dargestellt und auch wenn ich zuerst nicht richtig Zugang zu ihr gefunden habe, da ich mich nicht richtig in sie hineinversetzten konnte, ist sie durchweg sympathisch.
Benson dagegen mochte ich direkt. Er steht Tavia bei und hilft ihr, wo er nur kann, obwohl das ihn ganz schön in Gefahr bringt. Dazu offentbart er unglaubliche Facetten, mit denen ich so nicht gerechnet habe.
Quinn bleibt hier noch sehr blass beschrieben, was aber seinen Grund hat. Dennoch ist er interessant.
Alle anderen Protagonisten sind gut und durchdacht ausgearbeitet und geben dem Buch eine gewisse Tiefe.

Den Schreibstil von Aprilynne Pike habe ich etwas anders in Erinnerung, als er hier ist. Insgesamt ist er sehr leicht und locker gehalten, dann gibt es aber auch wieder Stellen, die irgendwie abgehackt wirken, da die Sätze sehr kurz sind. Diese Passagen wirken dann etwas verwirrend und holprig, aber im Großen und Ganzen konnte ich damit leben. Dazu wirken manche Stellen sehr emotional, einige wenige dagegen eher gefühlskalt, also nicht so ganz ausbalanciert.
Die Handlung wird aus der Ich-Perspektive von Tavia erzählt, was mehr als passend ist. 

Die Auflösung des Geheimnisses und der verschiedenen angeschnittenen Handlungsstränge gefällt mir außerordentlich gut und ich bin gespannt, wie es mit Tavia weitergeht.

Mit „Der Kuss der Göttin“ hat Aprilynne Pike einen insgesamt gelungen Fantasyauftakt geschaffen, der mit neuen Ideen und Spannung überzeugen kann.
Zwar wirkt der Schreibstil an manchen Stellen etwas holprig, aber insgesamt bietet es einen wahren Lesegenuss, den ich ohne bedenken weiter empfehlen kann.
Allen Lesern kann ich nur empfehlen die Kurzbeschreibung komplett zu ignorieren, da diese viel zu viel verrät und jedem den Spaß nehmen wird.

  • Hierbei handelt es sich um den 1. Band einer neuen Reihe.
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[eBook-Rezension] Jennifer Wolf- Feuerherz

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Die siebzehnjährige Elisabeth, die von fast allen nur Lissy genannt wird, hat von Natur aus ein loses Mundwerk und da sie unter Männern aufgewachsen ist, hat sie gelernt sich zu behaupten.
Nun lebt sie mit ihrem Vater und ihrer Stiefmutter in Köln und ist mit sich und ihrem Leben eigentlich recht zufrieden.
Schon lange ist sie in Ilian Balaur verliebt, der zu einer Gruppe von Jugendlichen gehört, die sie die Perfekten nennt, denn sie sehen super aus und es scheint ihnen auch sonst alles zu gelingen. Natürlich hat Ilian eine Freundin und ist auch sonst unerreichbar für Lissy. Doch auf einmal wird alles anders. Er nimmt Kontakt zu ihr auf und sie erfährt Unglaubliches. Schnell stellt Ilian ihr alltägliches Leben völlig auf den Kopf, denn er hat mehr als nur ein Geheimnis zu verbergen.

„Feuerherz“ ist ein Buch, das mich völlig überrascht hat. Als ich davon gehört habe, habe ich mit keinem Fantasybuch gerechnet, aber es handelt von einem Fantasywesen, das bisher noch relativ unverbraucht ist. Neue Ideen und die Hintergründe konnten mich begeistern. Um nicht zu viel zu verraten, werde ich in meiner Rezension aber nicht verraten um was für ein Wesen es sich handelt, da das Lüften des Geheimnisses für mich einen Großteil des Reizes beim Lesen ausgemacht hat.
Dazu hat es mir sehr gut gefallen, wie diese Fantasyidee mit dem alltäglichen Schulleben einer siebzehnjährigen Schülerin verknüpft ist. Hinzu kommt die Liebesgeschichte, die das Ganze untermalt.
Der Einstieg ist gut gelungen, bei dem man Lissy in ihrem Alltag begleitet.

Dabei sticht vor allem Lissy als Protagonistin heraus. Sie ist unglaublich sympathisch, denn sie hat ein klasse Selbstbewusstsein, obwohl sie vielleicht ein paar Rundungen zu viel hat. Doch sie findet sich toll so und steht dazu, was ich einfach nur klasse finde. Außerdem hat sie eine unglaublich unterhaltsame sarkastische und manchmal auch vorlaute Art, die mit teils derben Sprüchen einhergeht. Sie ist so schlagfertig, dass ich oft über die Situationen schmunzeln musste. Lissy hat einen ganz eigenen Humor, den man entweder liebt oder hasst. Ich gehöre zu denenen die in lieben. 
Ilian dagegen ist schon fast langweilig, wenn nicht sein Geheimnis wäre, was ihn unglaublich interessant macht. Die ganze Entdeckung des Geheimnisses zeigt seine Vielschichtigkeit.

Nachdem Lissy hinter das Geheimnis gekommen ist, das sie übrigens überraschend gut aufnimmt, nimmt die Handlung insgesamt noch an Fahrt auf und ist recht spannend. Aber an manchen Stellen stören etwas unpassende Gedankengänge und Sexszenen, die in der Situation nicht ganz passend waren und den Fortgang der Handlung etwas behindert haben.
Was zudem meinen Lesefluss etwas gestört hat, war, dass das Lektorat des Buches nicht das Beste gewesen ist. Immer wieder tauchen Fehler auf, die nicht hätten sein müssen. 
Dennoch hat mich „Feuerherz“ von der ersten bis zu letzten Seite fesseln können, denn es bietet kurzweilige und sehr fesselnde Unterhaltung, zu dem der lockere Schreibstil in Umgangssprache von Jennifer Wolf gut passt. Sie schafft es Emotionen perfekt zu vermitteln, sodass mich die Liebesgeschichte komplett begeistern konnte.
Die Handlung wird aus der Ich-Perspektive von Lissy geschildert, zeigt aber auch zwischendurch Tagebucheinträge von einer anderen Person, was gut zu dem Gesamtbild passt.

Das Ende ist schlüssig und bietet einen tollen Abschluss, der das Ganze ausgezeichnet abrundet.

„Feuerherz“ bietet tolle, kurzweilige Unterhaltung mit viel Humor und einem Fantasywesen, das noch recht unverbraucht ist. Mit neuen Ideen und einer schönen Liebesgeschichte konnte mich Jennifer Wolf begeistern.
Generell finde ich es sehr schade, dass es die Bücher des Impress-Labels nur als eBook gibt.

  • Hierbei handelt es sich um einen Einzelband, der bei dem neuen Label Impress vom Carlsen Verlag erschienen ist.
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[Rezension] Jennifer Benkau- Himmelsfern

 
 
 

Die siebzehnjährige Noa lebt zusammen mit ihrem Vater in einer unscheinbaren Stadt. Ihr Leben verläuft ganz normal und sie liebt das Poi spielen in einer Rockband. Doch dann überlebt sie ein U-Bahnunglück und wird von einem Jungen gerettet. Als sie ihn aufsucht um sich zu bedanken, verändert sich ihr Leben für immer. Sie lernt Marlon kennen, den seltsamen Jungen vor dem sie erst Angst hat. Doch nach und nach entwickelt sie Gefühle für ihn, doch er hat ein Geheimnis und ihre Liebe steht unter keinem guten Stern.


Die Kurzbeschreibung von „Himmelsfern“ gehört zu denen, die meiner Meinung nach zu viel verraten. Wenn man diese vor dem Lesen des Buches liest, weiß man schon Dinge, die erst recht spät in der Handlung auftauchen, sodass es viel Spannung vorweg nimmt. Ich bin froh, dass ich mir den vorher nicht durchgelesen habe, denn so konnte ich selber rätseln, was mit Marlon los ist. Deshalb habe ich bei meiner Inhaltszusammenfassung auch etwas weniger verraten.

Generell bin ich ein großer Fan von Jennifer Benkaus Büchern und so hatte ich sehnsüchtig auf ihr neues Werk gewartet. Der Einstieg ist dabei durchweg gelungen, denn durch das U-Bahnunglück und einer seltsamen Stimme, die Noa vorher hört, wird es direkt spannend und mysteriös.
Doch nach dem gelungenen Einstieg plätschert die Handlung lange Zeit nur so dahin und es passiert wirklich wenig. Noa lernt Marlon überraschend spät kennen und so gibt es einige Längen, die nicht hätten sein müssen.
Nachdem sie Marlon kennengelernt hat, gibt es einige actionreiche und spannende Szenen, aber auch immer mal wieder kleinere Längen in denen nicht viel passiert. Wäre das letzte Drittel und das wundervolle Ende nicht gewesen, wäre ich ziemlich enttäuscht von Jennifer Benkaus neuestem Werk gewesen. So hält sich meine Enttäuschung in Grenzen, da das letzte Drittel einiges wieder ausgleichen konnte.

Zu den Längen des Buches kommt auch noch, dass die Mythologie, um die es hier geht, für meinen Geschmack zu wenig beschrieben wird. Auch konnte ich oft nicht verstehen, wieso Noa irgendwelche Schlussfolgerungen zieht und wie leicht sie Marlon glaubt und alles verzeiht. Auch Marlons ganzer Hintergrund wirkt zu unausgereift, da vieles nur angedeutet wird, was wohl auch daran liegt, dass Marlon einfach nicht gut mit Worten umgehen kann.
Seine Wiedersacher, die Huntsmen fande ich zwar interessant, aber auch da habe ich die Beweggründe nur ansatzsweise nachvollziehen können.
Insgesamt wirkt alles etwas unausgereift und nicht ganz rund, was mich sehr gewundert hat.

Nichtsdestotrotz gefällt mir die völlig unausgeschlachtete Mythologie des Buches und die ganzen Hintergrundideen. Die insgesamt düstere Atmosphäre konnte mich in seinen Bann ziehen und das Poi spielen von Noa hat mich komplett fasziniert (dabei jongliert man in diesem Fall mit brennenden Poi, die an einer Kette befestigt sind).
Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit der Liebesgeschichte, hat mich diese irgendwann doch in seinen Bann gezogen, obwohl ich nicht ganz verstehe, wieso sich Noa so sehr in Marlon verliebt hat, der ein deprimierender und schwieriger Mensch ist. Die Lüftung des Geheimnisses war trotz der Mängel durchweg interessant.

Das Highlight des Buches ist wie immer Jennifer Benkaus toller Schreibstil, sie schreibt teilweise poetisch, sehr bildlich und mit Metaphern, die sich sehen lassen können. Dazu kommt eine lockere Art zu schreiben, sodass man trotz der Längen dieses Buch wunderbar lesen kann. Dazu eine Priese Sarkasmus und starke Gefühle und man kann gar nicht mehr aufhören zu lesen.

Meine Rezension mag nun schlimmer klingen, als es überhaupt ist, denn trotz der Mängel hat mir das Buch insgesamt gut gefallen und ich würde jederzeit wieder ein Buch von Jennifer Benkau lesen.
Vielleicht waren auch nur meine Erwartungen etwas zu hoch.


„Himmelsfern“ hat mir trotz einiger größerer Mängel gut gefallen, was vor allem an dem tollen Schreibstil und dem letzten Drittel des Buches liegt.
Einige Längen und ein etwas unausgereifter Plot, wurden durch ein eindrucksvolles Ende und einer tollen Idee durch eine unausgeschlachtete Mythologie fast wieder ausgeglichen.


[Rezension] Susan Ee- Angelfall: Fürchtet euch nicht (Band 1)

Das Copyright vom Cover liegt beim Heyne Verlag.

Die Zeit der Apokalypse ist da. Die Engel sind auf die Erde gekommen und mit ihnen Tod und Zerstörung. Die Städte liegen in Trümmern und die letzten überlebenden Menschen leben in Angst vor den Himmelswesen. In dieser Welt lebt die siebzehnjährige Penryn, die für ihre Mutter und Schwester verantworlich ist. Sie kümmert sich um alles und versucht beide zu beschützen. Doch eines Tages wird ihre Schwester Paige von Engeln entführt und so macht sich Penryn auf den Weg um sie zu retten. Dazu muss sie in den Hort der Engel eindringen, doch kann sie das nicht alleine schaffen. Sie sucht Hilfe und findet sie ausgerechnet bei einem Engel.

„Angelfall“ gehört zu den Büchern, bei denen ich mir sehnlichst eine deutsche Übersetzung gewünscht hatte. Schnell war klar, dass es für mich ein absolutes Must-Read war, vor allem da ich nur Gutes darüber lesen durfte. Dementsprechend waren meine Erwartungen extrem hoch.

Schon der Einstieg ist durchweg gelungen, denn man ist direkt mitten im Geschehen drin und begleitet Penryn, die zusammen mit ihrer psychisch labilen Mutter und ihrer gehbehinderten Schwester Paige ihr zu Hause verlassen möchte. Hautnah erlebt man Penryns Angst und Sorge mit und spürt förmlich ihre innere Anspannung. Das Buch hält sich nicht mit langen Erklärungen auf, sondern startet direkt mitten im Geschehen. 
Die Apokalypse hat begonnen und vieles ist zerstört. So taucht man als Leser von Beginn an in eine düstere und beklemmende Atmosphäre ein und kann gar nicht anders, als mit Penryn mitzufiebern.
Die Idee der bösen Engel und was alles damit zusammenhängt ist erfrischend anders und obwohl ich schon viele Endzeitromane gelesen habe, gibt es einige neue Aspekte in diesem Buch.

Dabei stechen die Protagonisten aus der Masse der sonstigen Jugendbucherscheinungen heraus und sind vielschichtig und gut ausgearbeitet.
Penryn musste schon früh die Verantwortung für ihre Familie übernehmen, da ihr Vater sie verlassen hat und ihre Schwester an den Rollstuhl gebunden ist. So ist sie schnell erwachsen geworden und insgesamt sehr tough. Zweifelt aber auch öfters und würde für ihre Schwester alles tun.
Ihre Mutter dagegen lebt in ihrer eigenen Welt und hat schon vor den Engeln überall Dämonen und Teufel gesehen. Sie ist total schwer einzuschätzen, was sie für mich so interessant gemacht hat, auch wenn ihre Handlungsweisen einfach nur erschreckend und abstoßend sind.
Der Engel Raffe wiederum wirft mehr Fragen auf, als das er welche beantwortet. Von Beginn an finde ich ihn sehr undurchsichtig, aber auch faszinierend. Da ihm seine Flügel abgetrennt wurden, muss er sich zu Fuß fortbewegen, was zuerst für ihn sehr schwer ist. Im Laufe der Handlung verändert er sich vom Verhalten immer mehr und sorgt für die eine oder andere Überraschung. Vor allem seine oft sarkastischen Kommentare, aber auch seine eingebildete Art, die nicht immer echt zu sein scheint, machen ihn interessant.

Der Schreibstil ist detailliert, emotional und insgesamt sehr einfach gehalten. Das Buch lässt sich flüssig und locker lesen, kann aber auch wunderbar Bilder vor den Augen des Lesers entstehen lassen. Die Handlung wird aus der Ich-Perspektive von Penryn geschildert, sodass man ihre Zweifeln, Ängste und Sorgen miterlebt und einfach mit ihr fühlen muss.

Die Welt in der Penryn lebt, wird dabei eindrucksvoll beschrieben und man erfährt einiges über die anderen Überlebenden. Allerdings werden bis zum Schluss nicht viele Fragen zu den Hintergründen beantwortet, was ich sehr schade finde. Ich hoffe, dass sich das im Folgeband ändern wird.
Dennoch ist das Buch durchweg spannend, bis auf einige kurze Längen im Mittelteil, und bietet den einen oder anderen Schockmoment. Vor allem zum Schluss gibt es überraschend ecklige, brutale und grausame Szenen, die in den Bereich Horror abdriften und mehr als nervenaufreibend sind und nicht für jeden Leser geeignet sein dürften.
Das Ende ist in sich abgeschlossen, macht aber dennoch Lust auf den Folgeband.

„Angelfall“ bietet eine etwas andere Sicht der Engel und kann durch neue Ideen begeistern. Fans von Endzeitromanen kann ich dieses Buch wärmstens empfehlen. Auch wenn nicht viele Hintergründe geklärt werden, kann es durchaus überzeugen. Vor allem die Idee hinter dem Ganzen hat es mir angetan.
Allerdings sollte man sich bewusst sein, dass es einige Schockmomente, aber auch brutale und blutige Szenen gibt und das Buch insgesamt sehr düster ist.

[Rezension] Rainer Wekwerth- Das Labyrinth jagt dich (Band 2)

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Der Kampf und die Jagd durchs Labyrinth gehen weiter. Jenna, Mary, Jeb, Mischa und León haben die letzten zwei Welten überlebt, doch noch liegen vier vor ihnen und bei jeder gibt es ein Tor zu wenig. Anfangs zu siebt, kämpfen sie sich jetzt nur noch zu fünft durch die Welten, die sie an ihre physischen und psychischen Grenzen bringen. Sie müssen sich ihren Ängsten, Albträumen und unglaublichen Gefahren stellen. Gemeinsam halten sie durch, doch wer entscheidet, wer durch die rettenden Tore gehen darf?  Der Kampf um Leben und Tod und um die Liebe geht weiter.

Die Trilogie rund um das Labyrinth hat mich schon mit dem ersten Band gefesselt. Ungeduldig habe ich auf diesen zweiten Band gewartet. Doch das Warten hat sich gelohnt. Denn der Band startet genau da, wo der erste Band aufgehört hat.
Die fünf Jugendlichen sind in der dritten Welt gefangen und direkt ist man wieder mitten im Geschehen versunken. Von der ersten Seite an war ich gefesselt und konnte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Jede Welt in der die Jugendlichen landen ist anders und bietet andere Gefahren, was ich sehr faszinierend finde. Die Idee hinter dem Ganzen und die Ausarbeitung des Plots gefallen mit bisher sehr gut.

Wie auch der Vorband, handelt dieses Buch von zwei der sechs Welten, die die Jugendlichen durchwandern müssen, um das Labyrinth verlassen zu können. Doch was neben den körperlichen Gefahren nun noch dazu kommt, ist, dass die Jugendlichen mittlerweile sich besser kennen und durch ihr Erlebtes zusammengewachsen sind. Sie sind keine Fremden mehr und so ist der Druck, dass es ein Tor zu wenig pro Welt gibt, noch schlimmer, als es zuvor sowieso schon war.

Weder würde Jenna Jeb zurücklassen, noch Mary León und auch sonst wird es nicht einfacher. Die Protagonisten gewinnen hier deutlich an Tiefe, da immer mehr Erinnerungen von ihrem früheren Leben zurückkehren und man als Leser so langsam eine Vorstellung davon bekommt, wie die Jugendlichen vor dem Labyrinth gelebt haben. Sie machen im Laufe des Buches manchmal sehr extreme Entwicklungen durch, die aber authentisch und glaubhaft dargestellt sind und mir gut gefallen haben. Die eine oder andere Handlungsweise hätte ich so nicht erwartet und ich wurde des Öfteren überrascht. Die Gefühle, die sich zwischen Jenna und Jeb, sowie Mary und León entwickeln sind ebenfalls gut dargestellt, zwar driftet das Buch an manchen Stellen etwas ins klischeehafte ab, weil die Jugendlichen nicht mehr ohne den anderen leben wollen, aber das ist im Großen und Ganzen zu verschmerzen.

Besonders faszinierend finde ich, die Ausarbeitung der unterschiedlichen Welten. Das Buch ist völlig unvorhersehbar, da es immer wieder überraschende Wendungen gibt. Wer sich allerdings hier schon eine Auflösung der Hintergründe, also wer hinter dem Labyrinth steckt und wieso die Jugendlichen dort sind, erhofft, wird bis zum dritten Band warten müssen.
Die Idee der Handlung ist bisher super spannend und ich bin sehr gespannt, wie sich alles auflösen wird.

Rainer Wekwerth schafft es durchweg einen Spannungsbogen zu halten, der sich immer wieder steigert. Keine Seite ist überflüssig, alles ist fesselnd erzählt. Dabei schreibt er sehr einfach und die Sprache passt insgesamt zu den Jugendlichen, auch wenn es manchmal etwas nervt, wie oft León spanische Begriffe benutzt. Dennoch passt es auch irgendwie zu seiner Vergangenheit und zu seinem Wesen. Die Erzählperspektive (personaler Erzähler) wechselt immer mal zwischen den Jugendlichen, sodass man die Gedankengänge der verschiedenen Protagonisten verfolgen kann und man so einen gelungen Einblick in die Psyche eines jeden Einzelnen bekommen kann. Dieser Einblick in die Psyche der Protagonisten rundet das Ganze ab.

Das Ende ist spannend und macht Lust auf den dritten Band, da man einen kurzen Einblick in die fünfte und damit vorletzte Welt bekommt. Schade, dass ich jetzt so lange auf den letzten Band warten muss, denn am liebsten würde ich direkt weiterlesen.

„Das Labyrinth jagt dich“ steht seinem Vorband in Sachen Spannung in nichts nach. Von der ersten Seite an war ich gefesselt und man kommt fast gar nicht zum Luftholen, denn die Jugendlichen müssen enorme physische und psychische Gefahren über sich ergehen lassen. 
Ich bin schon sehr gespannt, wie sich im dritten Band alles aufklären wird.
Dieses Buch kann ich jedem, der spannende Jugend-Thriller mit einer tollen Idee liebt, nur empfehlen.

  • Hierbei handelt es sich um den 2. Band einer Trilogie.
  • Band 3 erscheint voraussichtlich im Sommer 2014.
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