[Hörbuch-Rezension] „Skulduggery Pleasant- Das Sterben des Lichts“ von Derek Landy

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Die Welt hat sich wieder etwas beruhigt. Der Krieg der Sanktuarien ist vorüber. Doch Walküre Unruh hat den Kampf gegen ihr böses Ich verloren. Darquise beherrscht ihren Körper und ist vorerst verschwunden. Skulduggery, unterstützt von Walküres Spiegelbild, geht jeder erdenklichen Spur nach und hat seine frühere Partnerin noch immer nicht aufgegeben. Anders sieht es aber Walküres Spiegelbild, welches sich nun als die echte Stephanie Edgley sieht und in Walküre und Darquise noch immer ein und die selbe Bedrohung befürchtet. Ein Spiel gegen die Zeit beginnt, in der es zu verhindern gilt, dass die mächtigste Zauberin aller Zeiten die Voraussagungen der Sensitiven erfüllt und die Welt vernichtet.   

Der letzte Band dieser grandiosen Reihe wird wohl den meisten Erwartungen gerecht. Ich bin sehr begeistert was die Story und auch das Ende angeht. Von vorne bis hinten spannend und durchzogen vom typischen Skulduggery-Pleasant-Humor. Ich habe zeitweise Tränen gelacht. 
Es tauchen viele Charaktere aus den vorigen Bänden wieder auf, die man hier nicht mehr unbedingt oder auch nicht auf diese Art erwartet hätte. Das hat mir sehr gut gefallen, dennoch werden ein paar Geschichten nicht abgeschlossen, von denen ich es schon erwartet hätte (die Sache mit dem Mevolent der anderen Dimension zum Beispiel). Außerdem kommen wieder einige interessante Grundsatz-Fragen auf, bedingt durch das zum Menschen werden von Stephanie und die geistige Spaltung von Darquise und Walküre.

Ein wenig verwirrend empfand ich die von Anfang an mit erzählte Nachgeschichte. Man bekommt ziemlich schnell mit, dass es in der chronologischen Reihenfolge erst am Ende angesiedelt sein muss und wird dadurch schon ein klein bisschen gespoilert, auch wenn nicht verraten wird, um wen es nun wirklich geht. Diesen Teil finde ich leider nicht so gelungen. Immer wieder werden kurze Abschnitte erzählt, die Spannung bleibt zwar erhalten, aber wirklich wichtig ist es für die Geschichte nicht. Dieser Teil hätte in gekürzter Form komplett an den Schluss gehört. In den vorigen Skulduggery-Bänden gab es diese Zeitsprünge auch nicht in dieser Art, warum musste Derek Landy im letzten Teil nun mit einem solchen Experiment anfangen?
Ein kleiner Kritikpunkt an die Story geht an das letzte Auftreten von Kranz. Ich mag damit vielleicht relativ alleine dastehen, aber ich habe diesen Charakter sehr gemocht und hätte mir ein wenig mehr Handlung mit ihm erhofft. 
Zum Sprecher: Rainer Strecker ist einer meiner Favoriten unter den Sprechern und hat auch hier wieder alles richtig und gut gemacht. Ich kann mir nicht vorstellen, wie man es noch besser machen könnte. 
Ob diese Reihe nun wirklich beendet bleibt, weiß ich nicht. Das Ende gibt noch viele Möglichkeiten wieder anzusetzen oder an anderer Stelle weiter zu machen. Es gibt noch viele Geschichten, die erzählt werden könnten. Falls es jedoch wirklich bei diesen 9 bzw. 10 (mit dem Extraband) Bänden bleibt, hat Derek Landy ein gutes und würdiges Ende gefunden. 

Ja, ich hatte ein paar Kleinigkeiten zu meckern, aber ich kann gar nicht anders, als diesem Hörbuch die volle Punktzahl zu geben. 5 von 5! Weniger könnte ich mit meinem Gewissen nicht vereinbaren. Ganz klare Kaufempfehlung (wie eigentlich für die gesamte Reihe).

  • Hierbei handelt es sich um den 9. und damit letzten Band.
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[Rezension] „Das Vermächtnis des Flammenmädchens“ von Samantha Young

Eigentlich müsste Ari jetzt in
Ruhe und Frieden leben können, denn sie ist nicht mehr das Siegel
Salomons. Doch die Dschinn können sie einfach nicht in Frieden
lassen. Asmodeus verfolgt sie in seinen Träumen und Charlie taucht
auf einmal wieder auf. Aber er ist völlig verändert und nicht mehr
der Gleiche. Um die Menschen und Dschinn, die sie liebt zu retten,
trifft Ari eine Entscheidung und bittet Azazil darum, dass er den
Gefallen, den er ihr noch schuldet, einlöst. Dieser Gefallen hat jedoch
schwere Folgen mit denen Ari nie gerechnet hätte und die sie vor neuen Herausforderungen stellt.


Samantha Youngs Reihe rund um
Ari und die Dschinn konnte mich ab dem ersten Band begeistern und ich
fieberte jedem neuen Band entgegen. So konnte ich den finalen vierten
Band gar nicht erwarten und ich muss sagen, dass er meine Erwartungen
noch übertroffen hat.
Das Buch beginnt mit einem
geheimnisvollen Prolog, der mich direkt neugierig machen konnte.
Anschließend wird man mitten ins Geschehen geworfen, weil Ari und Jai einen Dschinn im Auftrag der Gilde jagen. Als dann Charlie wieder auf der Bildfläche erscheint, nimmt der Plot eine komplett neue Wendung und es gibt tolle und spannende Entwicklungen.
Durch kleine Rückblenden schafft man es leicht sich wieder an die Geschehnisse der Vorbände zu erinnern, was den Einstieg sehr erleichtert.

Neben dem eigentlichen Plot rund um die Dschinns, entwickelt sich Aris und Jais Liebesgeschichte weiter und wird immer prickelnder und auch erwachsener, auch wenn Ari sich am Anfang etwas kindisch benimmt. Doch das gibt sich mit der Zeit.
Man erfährt noch neues über die Dschinn und mir gefällt es, wie die Probleme am Ende gelöst werden. Freundschaften entwickeln sich weiter und auch sonst finde ich, dass sich vieles weiter entwickelt hat. Vor allem auch Ari. Sie ist eine Protagonistin, die mir wirklich ans Herz gewachsen ist und auch wenn sie in ihrer Beziehung am Anfang manchmal etwas kindisch ist, hat sie sich enorm entwickelt, sie ist stark geworden, weiß mit ihren Kräften umzugehen und würde alles für ihre Liebsten tun.
Aber auch Jai kann sich sehen lassen. Aus dem typischem Bad Boy ist ein zuckersüßer und starker Freund geworden, der vielleicht etwas zu beschützend ist.
Und auch die anderen Charaktere können überzeugen, da alle wirklich gut und authentisch ausgearbeitet sind. Zwar sind mir die Dschinns vielleicht etwas zu gut aussehend und perfekt, aber irgendwie gehört es ja auch zur Reihe dazu.

 

Samantha
Young schreibt hier sehr jugendlich, dabei leicht und locker und
beschreibt vieles wunderschön. Emotionen kann sie gut übermitteln
und die Spannung stetig aufbauen. Der Plot wird aus
verschiedenen Perspektiven geschildert (personaler Erzähler), wobei
Aris Perspektive überwiegt. Das finde ich sehr gut um auch die
Geschehnisse rund um die Dschinnkönige und Mount Qaf im Blick zu
behalten und ein stimmiges Gesamtbild zu bekommen.
Kaum
angefangen, konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen und für
mich war das Buch ein durchweg stimmiger finale Band, den ich
wirklich spannend und fesselnd fand. Das Ende ist ebenfalls stimmig und rundet
alles wunderbar ab.

„Das
Vermächtnis des Flammenmädchens“ war für mich ein gelungener
Abschluss einer tollen Reihe rund um Dschinn. Ich liebe die Idee
dahinter und habe dieses Buch wirklich genossen. Wer Fantasy liebt
und „unverbrauchte“ Fantasyfiguren sucht, sollte sich diese
Reihe nicht entgehen lassen.

  • Hierbei handelt es sich um den letzten von 4 Bänden.
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[Rezension] „RUN“ von Mara Lang

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Jans Welt bricht auseinander. Seine kleine Schwester Katja wurde entführt und alle leiden unter der Ungewissheit, was der Entführer will, denn es gibt keine Lösegeldforderung. Jan würde alles tun um sie zu retten. Als er auf einmal eine Datenbrille bekommt und dadurch an dem ominösen Spiel „Run“ teilnimmt, weiß er zuerst nicht, was sein Preis sein soll, doch dann sieht er die Sandale seiner Schwester und der Spielleiter Zero nimmt Kontakt zu ihm auf. Schnell wird klar, dass er das Spiel gewinnen muss, auch wenn die Aufgaben riskant sind und ihm sein Leben kosten können, denn er spielt um Katjas Leben…

Bisher habe ich nur eine Kurzgeschichte der Autorin gelesen, aber da mir diese sehr gut gefallen hat und mich „RUN“ direkt neugierig machen konnte, war ich sehr gespannt auf ihr neuestes Buch. Ich selber spiele gerne Videospiele und so fand ich die Datenbrille, wie sie funktioniert und was Zero den Spielern für Aufgaben stellt mehr als spannend und die Idee sehr gelungen. Die Aufgaben verbinden die Datenbrille mit der Realität, sodass sie auch für Jan gefährlich sind, obwohl es „nur“ ein Spiel ist.
Schon von der ersten Seite an war ich gefesselt, denn man spürt die Verzweiflung von Jans Familie über den Verlust der Tochter. Ich selber bin Mutter und konnte mich daher sehr gut in sie hineinversetzen, da die Emotionen wirklich eindringlich und gut dargestellt wurden.

Als Jan dann die Datenbrille bekommt, beginnt ein actionreiche und spannende Zeit in der er die gestellten Aufgaben bewältigt, sein Leben riskiert und um das Leben seiner Schwester bangt. Die Kapitel sind in seine Online- und Offlinezeiten eingeteilt und bei den Kapiteln steht jeweils Online oder Offline als Überschrift darüber, was ich wirklich gut fand.
Lange Zeit wusste ich nicht, was der Entführer beabsichtigt, was sein Motiv ist und fragte mich, wie er die anderen Spieler dazu gebracht hat bei „Run“ mitzumachen. Es ist ein Buch voller Geheimnisse und überraschenden Wendungen.

Alles wird aus Jans Perspektive (personaler Erzähler) geschildert, sodass man ihn hautnah bei seinem Kampf um Katjas Leben begleitet. Jan ist ein sehr sympathischer Protagonist, schon alleine weil er seine Eltern unterstützt und um Katja kämpft, aber obwohl es um Katjas Leben geht, spielt er nie mit unfairen Mitteln und hilft seinen Mitspielern, die in Lebensgefahr geraten. Er ist sehr mutig und wirklich authentisch ausgearbeitet und auch die anderen Figuren des Buches können überzeugen. Alle sind vielschichtig ausgearbeitet und haben ihre Ecken und Kanten. Ich wusste nie, wem Jan wirklich trauen kann.

Beim Lesen habe ich mich immer wieder gefragt, wie weit ich selber für einen geliebten Menschen gehen würde, denn Jan riskiert wirklich alles und begibt sich vor allem am Ende richtig in Gefahr. Das Motiv des Täters hat mich überrascht, aber seine Psyche finde ich sehr gut dargestellt.

Der Schreibstil ist wie schon erwähnt sehr emotional, dabei leicht und locker zu lesen und wirklich fesselnd. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. 
Dennoch gab es einige wenige langatmige Stellen, die dank des ansprechenden Schreibstils aber schnell überwunden waren.

Das Ende bietet einen spannden Showdown und einen wunderbaren Abschluss eines wirklich guten Buches.

„RUN“ war garantiert nicht mein letztes Buch der Autorin, denn es bietet spannende und actionreiche Unterhaltung. Ich kann es jedem Thriller-Fan empfehlen, da das Buch durch die Datenbrille hochaktuell ist.

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[Rezension] „Fremd“ von Ursula Poznanski und Arno Strobel

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Joanna ist mit ihrem Leben sehr zufrieden. Doch eines Tages taucht auf einmal Erik auf. Sie hat ihn noch nie zuvor gesehen und doch behauptet er, dass er ihr Verlobter ist und dringt in ihr Leben und in ihr Zuhause ein. Und obwohl er einen Schlüssel hat, deutet sonst nichts darauf hin, dass er die Wahrheit sagt, denn seine ganzen Sachen sind verschwunden. Joanna ist davon überzeugt, dass er ein Psychopath ist und Erik denkt, dass mit Joanna was nicht stimmt. Doch wer hat Recht und wieso spürt Joanna immer wieder die Versuchung das große Küchenmesser zu nehmen und Erik zu töten?

Schon als ich zum ersten Mal von dem ersten gemeinsamen Werk von Ursula Poznanski und Arno Strobel gehört habe, wusste ich, dass ich dieses Buch lesen muss, auch wenn ich wirklich nur selten zu Thrillern greife. Doch schon die Kurzbeschreibung machte mich unglaublich neugierig und auch der Beginn des Buches war bedrückend und eindringlich erzählt.

Man begleitet zuerst Joanna, die sich wundert, weil der Bewegungsmelder angeht und auf Erik trifft. Anschließend wird Eriks Perspektive geschildert, wie er sich auf seine Verlobte freut und dann mehr als verwirrt ist, dass sie ihn nicht mehr erkennt und alle seine Sachen weg sind. Dieser Wechsel der Perspektiven, wobei immer die Ich-Perspektive gewählt wurde, zieht sich durch das ganze Buch und hat mir sehr gut gefallen. So bekommt man als Leser beide Blickwinkel gezeigt und ist genauso verwirrt wie Joanna und Erik. Ich fand es spannend mir zu überlegen, was dahinter steckt, war mir aber auch nie sicher, ob nicht doch einer von beiden einfach nur ein psychisches Problem hat. 
Beide Perspektiven sind sehr eindringlich geschildert, sodass man die Gefühle der Protagonisten hautnah miterlebt und ich gar nicht anders konnte als mit den beiden mitzufühlen.

Beide zweifeln an sich selbst und am anderen und keiner weiß, was dahinter steckt und was wahr ist. Dieses Verwirrspiel finde ich durchweg gelungen dargestellt. Allerdings habe ich schon früh geahnt was dahinter steckt, nur das Motiv konnte ich mir nicht erklären und ich muss sagen, dass das Motiv hochaktuell ist. Leider kann ich hier nicht verraten, wieso es so aktuell ist, weil ich dann quasi das Ende verraten würde. Aber diese Aktualität fand ich besonders gelungen, obwohl ich sagen muss, dass ich die Methoden etwas drastisch finde, wenn man das Gesamtbild betrachtet (auch hier möchte ich nicht zu viel verraten). 

Die Protagonisten sind sehr authentisch ausgearbeitet und konnten mich mehr als überzeugen. Vor allem Joanna mit ihrer Angst und ihrem Hintergrund mochte ich sehr, aber auch Erik konnte mich direkt mit seiner Sorge um Joanna für sich gewinnen. Aber auch die Nebencharaktere ergänzen das Buch gut.

Der Schreibstil ist außerordentlich fesselnd und unterstreicht den spannenden Plot sehr. Er ist leicht und locker zu lesen und sehr eindringlich. Wie schon erwähnt werden die Gefühle überzeugend übermittelt und auch die Dialoge sind eindrucksvoll geschrieben.

Das Ende löst alles sehr gut auf, bietet einen spannenden Showdown, einige Gefahren und ein gelungeneds Ende. Auch wenn es einen Aspekt offen lässt und es gut einen Nachfolger geben könnte, finde ich das Ende so wie es ist sehr gut.

In „Fremd“ entführen uns die Autoren in ein spannendes Verwirrspiel auf der Suche nach der Wahrheit. Mir hat es richtig gut gefallen und ich würde mich sehr darüber freuen, wenn die Autoren weitere gemeinsame Werke anstreben würden.

  • Hierbei handelt es sich soweit ich weiß um einen Einzelband.
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[Rezension] „Das Feuerzeichen“ von Francesca Haig

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Cass lebt in einer Welt, die durch eine nukleare Katastrophe völlig verändert wurde. Die Menschen können nur noch Zwillinge bekommen, wovon eines völlig gesund ist und das andere Fehlbildungen hat, oder so wie Cass eine Seherin ist. Die „gesunden“ Kinder werden Alphas genannt, die anderen Omegas. Die Alphas bleiben bei ihrer Familie, doch die Omegas werden gebrandmarkt und weggeschickt und so herrschen die Alphas über alle. Dadurch, dass Cass eine Seherin ist, ist sie ebenfalls ein Omega, schafft es aber lange das zu vertuschen, sodass sie mit ihrem Zwillingsbruder aufwächst. Doch irgendwann trickst ihr Bruder Zach sie aus und ab da ändert sich ihr Leben für immer…

 

Als großer Fan von Dystopien und Endzeitromanen, wurde ich direkt auf dieses Buch aufmerksam. In letzter Zeit lese ich weniger aus dem Genre, weil mich vieles nicht mehr überzeugen kann. Doch „Das Feuerzeichen“ ist anders und definitv ein Highlight unter den Dystopien.
Es spielt 400 Jahre nach einer nuklearen Katastrophe und die Menschen leiden immer noch unter den Nachwirkungen. Die Idee, dass die Menschen nur noch Zwillinge bekommen können, wobei immer ein Mädchen und ein Junge geboren werden und eins entweder körperlich auffällig ist mit z.B. einem zusätzlichem oder fehlendem Bein oder Visionen hat und das andere völlig „normal“ und gesund ist, finde ich innovativ und grandios. So werden die Menschen in zwei Klassen eingeteilt, wobei die Alphas, also die „Normalen“, die Omegas unterdrücken. Die Ausprägung bei den Omegas ist dabei komplett unterschiedlich. Besonders faszinierend finde ich, dass die Zwillinge so miteinander verbunden sind, dass sie die gleichen Schmerzen oder schweren Krankheiten erleiden und wenn der eine stirbt, der andere auch stirbt. Diese Verbindung ist wirklich gut durchdacht und zieht sich durch das ganze Buch.

Am Anfang gibt es viele Erkärungen, die Cass auch ihrer Ich-Perspektive erzählt, sodass man schnell das Konzept des Buches und die Welt in der Cass lebt versteht. Man erfährt zwar nicht genau, wie es zur nuklearen Katastrophe kam, aber das ist nicht weiter schlimm. So beginnt der Plot recht seicht. Man lernt Cass kennen und erfährt, dass sie eine Seherin ist und das versucht zu verheimlichen. Nur ihr Zwillingsbruder kommt ihr auf die Schliche und als sie entlarvt wird, teilt sie das Schicksal der Omegas, wird gebrandmarkt und muss ihre Familie verlassen. Doch das ist nicht alles, irgendwann wird die entführt. Ich fand es spannend sie bei ihren Visionen und ihrem Leben zu begleiten und als sie dann schließlich gefangen wird, nimmt der Plot an Fahrt auf und es gibt überraschende Wendungen.

Die Menschen leben eher so wie im Mittelalter und alles von „davor“ ist verboten und die Menschen haben Angst davor. Doch in ihrem Gefängnis sieht Cass eine Glühbirne und nach und nach entdeckt sie, dass die Alphas so einiges verbergen. Das Buch hat viele bekannte dystopische Elemente, aber auch einige neue und innovative Ideen, die mich zusammen mit dem Setting überzeugen konnten.

Auch die Protagonisten allen voran Cass und Zach können überzeugen. Sie sind authentisch ausgearbeitet und ich kann ihre jeweilige Entwicklung gut nachvollziehen, auch wenn Zach alles andere als sympathisch ist. Cass dagegen mochte ich sehr, da sie etwas verändern möchte, auch wenn sie nicht an sich glaubt. Ihre Fähigkeiten sind faszinierend.
Aber auch die restlichen Figuren des Buches konnten mich überzeugen.
Wie für ein Jugendbuch typisch, gibt es auch eine Liebesgeschichte, die sich aber gut in den Plot einfügt und alles andere als kitschig ist. 

Der Schreibstil ist angenehm zu lesen, dabei leicht und locker und passt zu dem von der Autorin erschaffenen Setting. Teilweise ist alles sehr atmosphärisch beschrieben und die Emotionen werden überzeugend übermittelt.

Das Ende bietet noch mal einen grandiosen Showdown und man kann schon erahnen auf was der zweite Band hinausläuft, auf den ich mich schon jetzt sehr freue.

„Das Feuerzeichen“ war für mich ein grandioser Auftakt einer neuen Trilogie aus dem Dystopie-Bereich. Gerade die Idee der Zwillinge und der Alphas und Omegas mochte ich sehr und ich bin gespannt darauf, was mich in den weiteren Bänden erwarten wird. Wer Dystopien mag und einem etwas seichterem Einstieg mit einigen Erklärungen nicht abgeneigt ist, sollte diesem Buch auf jeden Fall eine Chance geben.

  • Hierbei handelt es sich um den 1. Band einer Trilogie.
  • Band 2 „Das Feuerzeichen- Rebellion“ erscheint auf Deutsch voraussichtlich am 9. Mai 2016 und Band 3 „Das Feuerzeichen- Rückkehr“ am

    8. April 2017.

  • Eine Leseprobe zum 1. Band findet ihr hier: Klick
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