

Ihr gesamtes Leben hat die elfjährige Astrid in dem Rhabarberschuppen ihrer Mutter verbracht. Nie durfte sie diesen verlassen. Eines Tages jedoch taucht eine Frau mit Flügeln bei ihr auf und Astrid erfährt, dass sie eine Librae ist und eines Tages selbst Flügel bekommen wird. So gelangt Astrid nach Überlondon, wo Librae frei fliegen können und Astrid die Schule Starminster besuchen soll. Doch dann erfährt sie, dass Kinder verschwinden und außerdem wird Astrid gesucht…

Schon als wir zum ersten Mal von diesem Buch gehört hatte, wollten mein Sohn und ich es lesen, zumal wir Fantasybücher einfach lieben. Der Einstieg fiel uns dann tatsächlich sehr leicht, denn man lernt zunächst Astrid kennen, die in einem Rhabarberschuppen aufwächst. Anschließend wird sie quasi entführt um nach Starminster zu kommen. Tatsächlich sehen mein Sohn und ich beides sehr zwiegespalten, denn einerseits hält Astrids Mutter sie gefangen und andererseits wird sie entführt, auch wenn sie dann endlich “frei” ist, was beides moralisch nicht in Ordnung ist.
Das Worldbuilding jedoch gefiel uns richtig gut. Das London, das wir kennen, ist das Unterlondon, in dem die Menschen nichts von den Libraes ahnen. In dem Buch gibt es aber auch noch Überlondon, wo die Libraes leben und fliegen können und das durch ein magisches Netz geschützt ist. Librae haben Flügel verschiedener Vogelarten, aber deren Kinder sind zunächst flügellos. Die Kinder werden an der Starminster unterrichtet, wo sie vieles lernen. Die Darstellung von Überlondon gefiel uns tatsächlich sehr.
Und auch die Figuren konnten uns überzeugen. Besonders Astrid mit ihrer liebevollen Art konnten wir schnell ins Herz schließen. Besonders mein Sohn konnte sich wunderbar in sie hineinversetzen, was vor allem am bildgewaltigen und fesselnden Schreibstil lag. Astrid findet schnell Freunde und versucht das Richtige zu tun, auch wenn sie sich damit hin und wieder in Schwierigkeiten bringt. Der Plot ist durchweg unterhaltsam und spannend, aber zeitweise auch etwas verworren. Dennoch haben wir das Buch sehr gerne gelesen und freuen uns auf die Fortsetzung.

Alles in allem können mein Sohn und ich dieses Fantasybuch sehr empfehlen, zumal wir das Worldbuilding sehr mochten. Die Idee und Umsetzung der Librae ist absolut gelungen und Astrid eine tolle Protagonistin. Wir sind sehr gespannt auf den nächsten Band.
