[Rezension] “Schlammlerche” von Anne Herzel

Das Copyright und die Bildrechte vom Cover liegen bei Cross Cult Entertainment.

Die siebzehnjährige Phoebe Ellis ist eine Schatzjägerin und verschafft sich unbefugt Zugang zu den vor vier Jahren entdeckten Katakomben unter London. Dort befindet sich eine ganz eigene Welt mit einem unbekannten Ökosystem und gefährlichen Wesen. Dennoch versucht sie immer wieder Dinge zu Geld zu machen, bis alles schief geht und sie Mudlarks in die Hände fällt. Zum Glück trifft sie dabei auf Greyson Evans, der ihr ein Angebot macht. Entweder wird Phoebe selbst ein Mudlark und darf die Katakomben legal erkunden oder sie geht ins Gefängnis…

Auf dieses Prequel hatte ich mich schon sehr gefreut, denn hier steht Phoebe im Vordergrund und damit eine Figur, die alles andere als eine Heldin ist. Als Leser*in begleitet man hier die siebzehnjährige Phoebe und verfolgt, wieso sie so wird, wie man sie in der Dilogie dann kennt. Diese Entwicklung fand ich unglaublich spannend. Denn zu Beginn mochte ich Phoebe sehr, denn es handelt sich bei ihr um eine junge Frau, die schon früh alleine klarkommen musste, nicht auf den Kopf gefallen ist und dann versucht in einer männerdominierten Welt zu überleben. Doch die Dinge, die sie erlebt, verändern sie und sorgten dafür, dass ich sie zwar verstehen konnte, aber immer weniger mochte. Dennoch konnte mich die Autorin aber komplett ans Buch fesseln und das ist bei mir eher eine Seltenheit. Eigentlich brauche ich Protagonisten, die ich mag, hier wollte ich einfach nur wissen, wieso Phoebe zu so einer grausamen Person wurde.

Zudem erlebt man hier auch einige andere Figuren, die man aus der Dilogie kennt, was ich sehr spannend fand. Zu Beginn des Buches sind die Katakomben noch wenig erforscht. Nur die sogenannten Mudlarks, dürfen diese betreten. Alles wird von der Society of Scraping geregelt und da Phoebe ausgerechnet von Greyson und somit dem Gründer der Society of Scraping aufgegriffen wurde, hat sie die Chance eine von ihnen zu werden und das als erste Frau. Akzeptiert wird sie nur von wenigen. Zudem fühlt sie sich zu Frauen hingezogen, was das Ganze noch mal erschwert.

Ich mochte das Worldbuilding rund um die Katakomben schon in der eigentlichen Dilogie und freute mich darüber dahin zurückzukehren und tatsächlich mehr darüber zu wissen als Phoebe und die anderen. Zudem konnte mich der Schreibstil einmal mehr überzeugen. Alles wurde aus Phoebes Ich-Perspektive geschildert, sodass ich mich sehr gut in sie hineinversetzen konnte und das obwohl ich ihre Denk- und Verhaltensweisen immer schlimmer fand. Die Autorin hat ein Händchen dafür ganze Welten zu erschaffen und diese atmosphärisch darzustellen und auch schwierige Themen anzusprechen. Für mich war das Buch ein absolutes Highlight und ich kann es jedem empfehlen, der verstehen möchte, wieso Phoebe so wurde, wie man sie in der eigentlichen Dilogie kennt.

Für mich war dieses Prequel ein absolutes Highlight und das obwohl Phoebe alles andere als eine Heldin ist. Die Themen, die hier behandelt werden, sind nicht immer einfach, aber die hier dargestellte Welt konnte mich einmal mehr überzeugen und so kann ich das Buch definitiv empfehlen und hoffe, dass es noch ein weiteres Buch geben wird, das in dieser großartigen, aber auch gefährlichen Welt spielt.

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