

Auf der Suche nach Arbeit, stößt Caspar Schütze im Jahre 1908 auf die 17-jährige Renée Graf. Diese sucht einen Chronisten, der ihre Abenteuer aufschreibt. Denn sie ist auf der Suche nach dem Besonderen und dabei geht sie nicht unbedingt nach Logik vor. Denn für sie macht immer die abenteuerliche Lösung Sinn, denn nur so kann sie etwas erleben. Tatsächlich lässt Casper sich darauf ein und schon bald finden die beiden eine Leiche, die auf mysteriöse Weise wieder verschwindet. Eine Spur führt die beiden zu der Geographischen Gesellschaft Württemberg. Kurzerhand beginnen Casper und Renée zu ermitteln.

Schon als ich zum ersten Mal von diesem Buch gehört hatte, wurde ich neugierig, zumal es im historischen Deutschland, um genau zu sein in Stuttgart, spielt. Dort trifft man als Leser*in auf die Fabrikantentochter und Alleinerbin Renée, die sich in Lisbeth Kaufmann verliebt hat, und den jungen Casper, der mit seiner Aromantik hadert, davon träumt Dichter zu werden und seinem Elternhaus zu entfliehen. Wer hier auf eine Liebesgeschichte zwischen Casper und Renée hofft, wird somit enttäuscht. Mir gefiel besonders, dass hier das Thema Aromantik aufgegriffen wurde, da ich sowas in Büchern doch selten erlebe. Die queeren Repräsentationen in diesem Buch sind einfach großartig und passen perfekt in die Geschichte.
Zudem gefiel mir die Darstellung der Figuren unglaublich gut. Renée mit ihrer herrischen, teils etwas schrägen Art, gibt das Kommando an. Casper ist eher zurückhaltend und vorsichtig. Doch zusammen ergänzen sich die beiden perfekt. Ich fand sie sehr sympathisch und dank der gewählten Ich-Perspektive konnte ich mich wunderbar in Casper hineinversetzen. Doch auch die anderen Figuren konnten mich überzeugen.
Der Schreibstil ist sehr eingängig und atmosphärisch. Die Dialoge sind humorvoll und Renée ist herrlich schlagfertig. Zudem konnte ich mir das historische Stuttgart beim Lesen sehr gut vorstellen, da es sehr bildgewaltig dargestellt wurde. Auch der Plot rund um die Leiche gefiel mir. Denn er ist spannend, abwechslungsreich und mal etwas anderes. Man erlebt hier Intrigen, Geheimnisse und nach und nach ergibt alles ein logisches Bild. Das Ende rundet alles perfekt ab und so kann ich das Buch auf jeden Fall empfehlen.

Für mich war das Buch ein absolutes Highlight, denn es ist mal etwas anderes und ich bewundere die queeren Repräsentationen in diesem Buch. Zudem ist der Plot spannend und die Figuren großartig. Ich kann dieses Buch jedem empfehlen der gerne mal einen besonderen historischen Kriminalroman lesen möchte.
