[Rezension] “Im Bann des Erlkönigs” von Mina Roth

Das Copyright und die Bildrechte vom Cover liegen beim Magellan Verlag.

Zora konnte schon immer Wesen aus alten Sagen sehen, die sie allesamt als Grimmlinge bezeichnet. Lange Zeit hat sie sich selbst davon überzeugt, dass sie nur ihrer Fantasie entspringen, doch dann kam Fee und benötigte ihre Hilfe um zurück in ihre Heimat zu kommen. Kurzerhand hilft Zora dem kleinen Wesen und landet schließlich an der Umbra Academy, einer Schule für Wesen aus alten Sagen. Durch einen Zauber ist sie allerdings an Silas gebunden und trainiert schließlich mit Kilian um in dieser unbekannten Welt überhaupt eine Chance zu haben, ohne zu wissen, ob sie jemals wieder zurück nach Hause gehen kann.

Schon als ich zum ersten Mal von diesem Buch gehört hatte, wurde ich neugierig, denn es gibt selten Bücher die sich mit der deutschen Folklore befassen und besonders die Ballade des Erlkönigs finde ich spannend. Zora landet hier in der gefährlichen Welt der Andraunen und trifft auf die unterschiedlichsten Wesen. Das Worldbuilding fand ich spannend und toll dargestellt. Nur bei der Magie, die hier genutzt wird, fehlten mir hin und wieder einige Erklärungen. 

Dennoch gefiel mir das Buch insgesamt, denn Zora hat eine interessante Gabe. Sie kann nicht nur die Andraunen sehen, sondern auch die Gefühle anderer Menschen durch Berührungen spüren, hat eine innere Stimme, die ihr den Weg zeigt und Tarotkarten auf die sie sich verlassen kann. Als Protagonistin ist sie sehr widersprüchlich. Einerseits ist sie vorlaut und handelt unüberlegt, dann ist sie aber wieder sehr nervös und unsicher. Vieles nimmt sie hin, ohne es zu hinterfragen und gerade Fee verzeiht sie sehr schnell. Die Dynamik zwischen ihr Silas und Kilian finde ich spannend, aber die früh erwähnte Anziehung fühlte ich nicht ganz. Dennoch waren die Figuren interessant dargestellt.

Der Schreibstil war sehr angenehm und atmosphärisch. Die düstere und gefährliche Welt der Andraunen wurde perfekt dargestellt und ich finde es toll, dass hier nichts romantisiert wird. Der Plot an sich hat leichte Längen, konnte mich um Großen und Ganzen aber überzeugen. Denn es gibt spannende Wendungen und Enthüllungen, die es in sich haben. Vor allem der Cliffhanger am Ende lässt mich nun sehnsüchtig auf den nächsten Band warten, sodass ich das Buch insgesamt empfehlen kann.

Wer nach einer düsteren Fantasygeschichte sucht, in der die deutsche Folklore thematisiert wird, der sollte hier auf jeden Fall einen Blick riskieren. Denn es lohnt sich. Hier wird nichts romantisiert und besonders die Wendungen und Enthüllungen im Buch haben es mir angetan. Alles in allem kann ich das Buch auf jeden Fall empfehlen.

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