

Sebastian Grave ist ein unsterblicher Hexer, denn in seinem Körper lebt der Dämon Sarmodel. In seinem Leben hat er schon viele Monster getötet. Als der Adlige Jacques Avenel d’Ocerne ihn aufsucht und ihn um Hilfe bittet, zögert Sebastian zuerst, doch würde er dessen Vater Antoine d’Ocerne nie im Stich lassen. Mit ihm erlebte er einst die größten Abenteuer. Doch die Heimat von Antoine wird erneut von der Bestie heimgesucht und so begibt sich Sebastian zusammen mit Jacques auf die Reise zu seinem alten Freund und zurück in die Vergangenheit.

Zwischendurch lese ich unglaublich gerne Dark Fantasy-Romane und da ich ein echter “Witcher”-Fan bin, habe ich mich sehr auf das Buch gefreut. Als Leser*in begleitet man Sebastian und Jacques, erfährt aber auch durch die Erzählungen von Sebastian, was er einst mit Antoine erlebte und wie seine Verbindung zu ihm war. Das Buch spielt in Frankreich im 18. Jahrhundert, zu einer düsteren Zeit voller Magie und Monster. Denn neben der Bestien gibt es noch andere Wesen, wie Götter, Hexen, Succubi und mehr, sodass das Worldbuilding sehr vielfältig ist.
Sebastian ist ein vielschichtiger Protagonist, der nicht der typische Held ist. Da der Dämon Sarmodel in ihm haust, handelt er moralisch nicht immer korrekt, kämpft aber für seine Überzeugungen und lässt sich nicht unterkriegen. Ich mochte die Gespräche zwischen ihm und Sarmodel sehr gerne, fand aber auch seine Succubus-Dienerin Livia mehr als unterhaltsam. Hier werden moralische Fragen ganz nebenbei aufgeworfen. Besondes spannend fand ich jedoch, dass Sebastian innerlich sehr zerrissen ist und einst jemanden sehr geliebt hat.
Der Schreibstil ist eher anspruchsvoll, zumal es so einige Fußnoten gibt und man sich auf verschiedene Rückblenden einlassen muss, aber alles in allem war das Buch sehr gut zu lesen. Die Beschreibungen sind aber sehr blutig und wer zartbesaitet ist, sollte wohl eher Abstand von dem Buch nehmen. Der Plot wird aus verschiedenen Perspektiven geschildert. Allerdings empfand ich Livias Perspektive als etwas anstrengend und muss sagen, dass ich sie nicht gebraucht hätte. Da war Sebastians Perspektive einfach deutlich interessanter, auch wenn es selbst dabei Längen gab. Doch alles in allem empfand ich den Plot als spannend und unterhaltsam. Das Ende kam für mich nicht wirklich überraschend, aber ich fand die Auflösung des Ganzen doch interessant.

Wer nach einem blutigen Dark Fantasy-Roman sucht, der in Frankreich im 18. Jahrhundert spielt, sollte hier auf jeden Fall einen Blick riskieren. Denn alles in allem lohnt es sich zusammen mit Sebastian auf Monsterjagd zu gehen.