[Rezension] „Cryptos“ von Ursula Poznanski

Das Copyright und die Bildrechte vom Cover liegen beim Loewe Verlag.

Jana gehört zu den wenigen Menschen, die außerhalb der virtuellen Welten leben müssen. Die meisten Menschen verbringen ihre Zeit fast nur noch in den von den Weltendesignerin erschaffenen Welten. Denn die Realität ist alles andere als schön. Der Klimawandel hat ganze Länder zerstört und immer wieder kommt es zu Zwischenfällen durch die weitere Länder unbewohnbar werden. Als Weltendesignerin hat Jana die Aufgabe Welten zu erschaffen, in denen sich die Menschen wohl fühlen. Am liebsten mag sie ihre Welt Kerrybrook, ein idyllisches Dorf in dem sie selbst gerne leben würde. Doch dann kommt es dort zu einem Verbrechen, das gar nicht möglich sein sollte und Jana muss etwas unternehmen bevor es zu spät ist.

„Cryptos“ war wohl eins der Bücher, das ich am sehnlichsten erwartet habe. Ich liebe die Jugendthriller von Ursula Poznanski, weil sie immer hochaktuell und extrem spannend sind. So musste ich das Buch auch direkt lesen, oder vielmehr inhalieren, als es bei mir angekommen ist. Denn viel zu schnell war diese grandiose Geschichte auch schon wieder beendet. Dabei ist die Idee nicht neu. Es gibt viele Bücher, in denen die Menschen fast nur noch in virtuellen Welten leben und der Klimawandel so weit fortgeschritten ist, wie es hier beschrieben wurde. Das Buch spielt in der nahen Zukunft und wirkt erschreckend real.

Was mir hier besonders gefiel und wodurch ich auch das Gefühl hatte, dass sich das Buch von ähnlichen Büchern abhebt, war die Liebe zum Detail. Die hier erschaffenen Welten waren grandios. Es gibt unzählige Welten in denen die Menschen leben können, mit verschiedensten Bedingungen und teils auch besonderen Voraussetzungen. Nicht jeder darf in jede Welt. Es gibt ruhige Welten von Orten die tatsächlich einmal existiert haben, aber auch Fantasywelten oder ganz gefährliche Welten in denen es Dinosaurier gibt oder permanent Krieg herrscht. Wer in den Welten stirbt wacht in der Realität auf und stirbt nicht wirklich. Bis sich auf einmal alles ändert.

Aber nicht nur die virtuelle Realität wurde grandios umgesetzt. Mir gefiel auch die Umsetzung der Realität, wahrscheinlich weil alles so authentisch wirkt. Die Autorin hat sich Gedanken dazu gemacht, wie die Menschen ernährt werden können und wie andere körperliche Funktionen erhalten bleiben und z.B. Körperflüßigkeiten abgeleitet werden. Ob das alles wirklich so umsetzbar ist, ist die Frage, aber hier kommt der Autorin der Science-Fiction-Anteil des Buches zu Gute. Zudem wurde auch die restliche Realität eindrucksvoll geschildert.

Auch der Schreibstil ist gewohnt großartig. Mit wenigen Worten schaffte es die Autorin immer wieder mich komplett ans Buch zu fesseln und sorgte bei mir für ein wahres Kopfkino. Sie schreibt unglaublich atmosphärisch, aber auch spannend und voller Emotionen. Der Plot wird aus Janas Ich-Perspektive geschildert, was mir ebenfalls sehr gefiel.

Denn Jana ist eine Protagonistin, die man einfach gerne haben muss. Sie wirkt in manchen Punkten vielleicht ein bisschen naiv und blauäugig, aber das wurde verständlich dargestellt. Als junge Weltendesignerin ist sie motiviert ihre Arbeit gut zu machen und steckt viel Energie in das Erschaffen ihrer Welten. Sie war mir direkt sympathisch, zumal sie das Verbrechen aufklären möchte und dabei nicht aufgibt, egal wie schwierig alles wird. Doch nicht nur Jana konnte mich von sich überzeugen, auch die anderen Figuren mochte ich sehr.

Der Plot ist spannend, abwechslungsreich und es gibt so einige schockierende Wendungen. Die Autorin hat ein Händchen dafür den Leser auf die falsche Fährte zu bringen und so hatte ich diverse Vermutungen was hinter allem steckt, war am Ende aber doch überrascht. Das Ende hat mich dann etwas zwiegespalten zurückgelassen. Denn es ist kein abgeschlossenes Ende und klingt noch lange nach. Es hat mich lange beschäftigt, aber eigentlich passt es perfekt zu der Geschichte. Alles andere hätte wohl keinen Sinn ergeben und so war das Buch für mich wieder ein absolutes Highlight.

Mit „Cryptos“ hat Ursula Poznanski wieder einmal gezeigt, wieso ich ihre Jugendthriller so liebe. Hier stimmt einfach alles und so hatte ich das Buch in Rekordzeit gelesen. Von mir gibt es definitiv eine Leseempfehlung, denn das Buch gehört zu meinen Jahreshighlights, auch wenn das Ende nicht ganz einfach zu verdauen war.

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