[Rezension] „Der Eisblumengarten“ von Guy Jones

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Jess leidet unter ihrer Krankheit, denn sie ist ein Mondscheinkind. Jedes bisschen Sonnenlicht schadet ihr, sie kann nur in einem Schutzanzug tagsüber vor die Haustür, wird zu Hause unterrichtet und muss regelmäßig ins Krankenhaus. Freunde hat sie nicht. Sie sehnt sich nach einem normalen Leben, nach Freundschaften. Als sie es zu Hause eines Tages nicht mehr aushält, schleicht sie sich nachts raus. Zufällig stößt sie auf einen seltsamen und geheimnisvollen Ort, den sie kurzerhand den Eisblumengarten tauft. Immer wieder schleicht sie sich dorthin, doch irgendwann merkt sie, dass sie nicht alleine dort ist.

Auf dieses Kinderbuch hatte ich mich sehr gefreut, weil ich die Krankheit unter der Jess leidet sehr interessant finde und die Betroffenen mir unendlich leid tun. Ich könnte mir nicht vorstellen, wie es ist nicht einfach so nach draußen gehen zu können. Allerdings finde ich, dass der Klappentext etwas zu viel vom Inhalt erzählt. Das Buch ist recht dünn und wenn man den Klappentext kennt, kennt man schon einen Großteil des Inhalts, weswegen ich davon abrate ihn zu lesen. Ich habe den Inhalt etwas kürzer zusammengefasst.

Ansonsten fand ich das Buch aber unglaublich toll. Schon alleine die Beschreibungen von Jess‘ Leben, ihren Emotionen, ihrer Krankheit und auf was sie alles verzichten muss, konnten mich auf der emotialen Ebene komplett fesseln. Ich konnte gar nicht anders als mit Jess zu fühlen, die einfach ein schweres Leben hat. Ich kann gut verstehen, dass sie sich nach einem anderen Leben sehnt. Das Thema ist kein einfaches und gerade für ein Kinderbuch ist es nicht ohne. Doch der Autor versteht es diese Geschichte zart und mitreißend zu erzählen.

Als Jess dann in dem Eisblumengarten landet, wird es magisch und auch irgendwie wunderschön. Sie erlebt so einiges, und die Grenzen zwischen Realität und Traum verschwimmen. Als Leser weiß man nicht, ob Jess all das wirklich erlebt oder doch nur träumt, aber gerade das macht für mich den Reiz des Buches aus. Man kann so viel in diese Geschichte hineininterpretieren und träumen.

Jess ist eine Protagonistin, die mir schnell ans Herz gewachsen ist und die ich bewundere. Sie hat zwar kleine Auseinandersetzungen mit ihrer Mutter, aber in ihrer Situation finde ich diese völlig authentisch und verständlich. Ansonsten geht sie toll mit allem um und auch wenn sie oft einsam und traurig ist, gibt sie nicht auf. Als sie im Krankenhaus zufällig in einem Patientenzimmer landet, in dem ein Junge im Koma liegt, beschließt sie ihm eine Geschichte zu schreiben und vorzulesen und spätestens da hat sie sich einen Platz in meinem Herzen gesichert. Obwohl sie es nicht einfach hat, denkt sie dennoch an andere und das ist nicht selbstverständlich.

Der Schreibstil ist sehr kindlich gehalten und sehr einfach zu lesen. Dennoch schafft der Autor es eine ganze Welt vor dem inneren Auge des Lesers enstehen zu lassen. Der Plot wird komplett aus der personalen Erzählperspektive von Jess erzählt, was sehr passend war.

Wer bei diesem Buch eine spannende und actionreiche Geschichte erwartet, dürfte hier wohl enttäuscht werden. Es ist eine magische, zauberhafte und sanfte Geschichte über Freundschaft und Einsamkeit, Krankheit und Heilung, Hoffnung und Mut, Selbstakzeptanz und selbstlose Hilfe. Es ist ein vielschichtiges Buch, das eine wichtige Botschaft vermittelt. Es ist zwar teils etwas vorhersehbar ist, aber doch wunderschön, traurig und einzigartig. Doch obwohl ich von diesem Buch wirklich begeistert bin, hat mir irgendwas für die Höchstwertung gefehlt, auch wenn ich nicht genau benennen kann, was.

Von mir bekommt „Der Eisblumengarten“ sehr, sehr gute vier Sterne. Ich kann dieses besondere Buch jedem empfehlen, der nach einer magischen, zauberhaften und sanften Geschichte mit einem schwierigem Thema und einer tollen Botschaft sucht. Es ist ein vielschichtiges und tolles Buch.

2 Replies to “[Rezension] „Der Eisblumengarten“ von Guy Jones”

  1. Hallo liebste Mandy, <3

    dieses hübsche Büchlein werde ich auch ganz bald lesen. Dass es eher ruhig ist, habe ich mir gedacht, das passt aber ja auch. Und die Geschichte klingt einfach auch bezaubernd und besonders.

    Drück dich,
    Ally

    1. Huhu Ally,
      da bin ich gespannt auf deine Meinung und ja, dass es ruhiger ist passt einfach zu dem Buch.
      Liebe Grüße
      Mandy
      *drück*

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