[Rezension] „Mortal Engines- Die verlorene Stadt“ von Philip Reeve

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Hester, Tom und all die anderen gehen ihrer Wege, denn ein neues Zeitalter scheint zum Greifen nah und es könnte wirklich einmal Frieden geben. Doch es gibt immer Menschen, die ihre eigenen Ziele verfolgen und die mit Frieden nichts anfangen können. General Naga ist dank seiner Frau entschlossen für den Frieden zu kämpfen. Doch viele sind nicht glücklich darüber, dass er der Anführer des Grünen Sturms ist und einmal mehr droht der Hass und die Rache die Übermacht zu gewinnen und ein neuer Krieg droht.

Auf dieses Finale hatte ich mich unglaublich gefreut, auch wenn die Reihe so ihre Höhen und Tiefen hatte, da ich das Setting der Reihe einfach großartig finde. Band eins mochte ich sehr, Band zwei und drei empfand ich als deutlich schwächer, aber dieses Finale hat mich dafür mehr als entschädigt. Denn dieser vierte Band war für mich der Beste der Reihe. Es passiert unglaublich viel, angefangene Handlungsstränge werden fortgeführt und beendet. Der rote Faden, der teilweise zuerst nicht ersichtlich ist, findet hier wieder seinen Weg und die Schicksale der verschiedenen Figuren des Buches werden perfekt verwoben, so dass ein stimmiges Ganzes entsteht.

Besonders spannend fand ich die Entwicklung der Figuren, vor allem, wenn man überlegt wie alt z.B. Tom und Hester im ersten Band waren und das nun deren Tochter auch eine wichtige Rolle spielt. Aber auch General Naga, seine Frau, Shrike, der Stalker, der aus Anna Fang entwickelt wurde und noch viele, viele mehr spielen eine wichtige Rolle, wie Theo, der einmal beim Grünen Sturm war und Fishcake, der einsam ist und den Stalker repariert. Jeder hat seine Geschichte, jeder seine Ecken und Kanten. Niemand ist perfekt und manche handeln absurd und nicht nachvollziehbar, sind aber immer menschlich und voller Fehler. Niemand weckt hier immer Sympathien, sondern ganz im Gegenteil, aber gerade das finde ich authentisch, denn jeder versucht zu überleben und für seine Ziele zu kämpfen.

Wie schon erwähnt passiert hier unglaublich viel und man merkt, dass der Autor am Ende alles zu einem stimmigen Abschluss bringen wollte. Und das ist ihm meiner Meinung nach gelungen. Es werden alle Fragen beantwortet und man erfährt sogar was aus London und anderen Städten geworden ist. Die Konflikte werden deutlich gemacht und auch alles zwischenmenschliche wird geklärt. Zudem ist das Buch spannend, actionreich und voller Gefahren, aber auch großen Gefühlen und unglaublichen Wendungen. Dabei kennt der Einfallsreichtum des Autors keine Grenzen und ich war oft geschockt, erstaunt und auch begeistert auf was für Ideen er hier gekommen ist.

Das Buch ist zwar eher wie ein Jugendbuch geschrieben, befasst sich aber ganz nebenbei mit den menschlichen Abgründen. Man fragt sich, was Menschlichkeit ausmacht und was wirklich grausam ist, was kann man mit den „richtigen“ Motiven rechtfertigen und wo hört die Ethik und Moral auf? Mich konnte das Buch viele Male zum Nachdenken anregen.

Der Autor schreibt sehr bildgewaltig und eindringlich und beschreibt manches auch sehr brutal. Er nimmt nicht immer ein Blatt vor den Mund, aber das passt zum Konzept des Buches. Da das Buch aus vielen verschiedenen Perspektiven geschildert wird, muss man als Leser etwas aufpassen, aber das fiel mir hier sehr leicht.

Für mich war das Finale wirklich ein Highlight, da auch das Ende einfach grandios ist. Ich hatte Tränen in den Augen und bin begeistert, wie der Autor diese Reihe überzeugend abschließt und am Ende keine Wünsche offen bleiben.

Dieses Finale war für mich der beste Band der Reihe. Hier passt einfach alles und ich bin begeistert, wie der Autor alles zu einem stimmigen und gelungenen Abschluss bringt. Ich bin froh, dass ich Hester, Tom und die anderen auf ihrem schwierigem Weg begleiten durfte und kann diese Reihe trotz ihrer Schwächen in den Vorbänden absolut empfehlen.

4 Replies to “[Rezension] „Mortal Engines- Die verlorene Stadt“ von Philip Reeve”

  1. Liebe Mandy,

    na so kann doch gerne jede Buchreihe enden. :-) Ich habe nach Band 1 damals aufgehört zu lesen. Das Setting fand ich auch mega genial. Allerdings blieben mir die Charaktere einfach viel zu blass und unnahbar. Vielleicht sollte ich dann einfach Band 4 lesen und die anderen Beiden, die du als schwächer empfunden hast, überspringen. :-D

    Liebe Grüße
    Sandra

    1. Huhu Sandra,
      das mit den Charakteren finde ich total nachvollziehbar, auch wenn ich finde, dass es im Laufe der Reihe besser wird. :) Wenn du irgendwo eine Inhaltszusammenfassung von dem zweiten und dritten Band finden würdest, wäre das echt eine Maßnahme, der vierte war meiner Meinung nach wirklich genial. xD
      Liebe Grüße
      Mandy

  2. Hallo Mandy,

    wow, man spürt deine Begeisterung und die ist richtig ansteckend! Ich gestehe, dass ich „nur“ den Film gesehen habe und wenn ich es richtig verstanden habe, dann basiert dieser auf Teil 1 der Reihe, oder?

    Liebe Grüße
    Desiree

    1. Hi Desiree,
      danke dir. :) Jap, der Film beinhaltet den ersten Band, aber schon stark abgewandelt (wie das ja oft so ist bei Buchverfilmungen ist). Beim Film sind gefühlt nur noch die Namen und das Grundgerüst gleich. xD
      Liebe Grüße
      Mandy

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