[Rezension] „Falling Skye- Kannst du deinem Verstand trauen?“ von Lina Frisch

Das Copyright und die Bildrechte vom Cover liegen beim Coppenrath Verlag.

Die 16-jährige Skye lebt in einer Welt in der die Menschen durch eine Testung in Rational und Emotional eingeteilt werden. Die USA ist zu den Gläsernen Nationen geworden und Skye glaubt an das System. Sie hat einen festen Plan für ihre Zukunft und ist sich sicher, dass sie die Testung als Rationale abschließt und sie ihren Traum von einem einflussreichen Beruf verwirklichen kann. Doch dann muss sie die Testung schon mit 16 durchlaufen und auf einmal ist alles anders. Mädchen verschwinden und die Prüfungen sind verstörend. Als Skye Nachforschungen anstellt ist sie entsetzt und ihr ganzes Weltbild wird auf den Kopf gestellt.

Dystopien zählten schon immer zu meinen Lieblingsgenre und so war ich gespannt auf diesen Debütroman einer deutschen Autorin, der mir alles in allem richtig gut gefallen hat. Das ganze Buch spielt in den USA und man erfährt, wieso sie zur Gäsernen Nation geworden ist und was damit gemeint ist. Den Grundgedanken Menschen in Rationale und Emotionale zu teilen, finde ich innovativ und gelungen. Zumal der Grundgedanke zur Entstehung der Gläsernen Nation sogar nachvollziehbar ist. Menschen, die führende Positionen inne haben, sollten sich nicht von ihren Emotionen leiten lassen und rational bleiben und Menschen, die z.B. mit Kindern arbeiten benötigen die emotionale Seite. Aber schnell wird klar, dass niemand nur rational oder nur emotional handeln kann und so entwickelt sich das Buch spannend und interessant. Zudem haben Rationale und Emotionale nicht die gleichen Rechte und obwohl es in dem Buch keine Rassentrennung oder ähnliches gibt, werden die Menschen dadurch diskriminiert.

Skye ist die typische Protagonistin, die zuerst fest an das System glaubt und dann passiert irgendetwas, was sie aufrüttelt und dann wehrt sie sich. Solche Protagonisten erlebt man in Dystopien immer wieder und auch wenn ich Skye mochte, hätte ich mir hier mal etwas anderes gewünscht. Dennoch fand ich, dass ihr innerer Konflikt überzeugend dargestellt wurde. Denn obwohl sie als Rationale erzogen wurde, bahnt sich immer ihre emotionale Seite ihren Weg und das bringt sie oft in einen Gewissenskonflikt. Doch sie handelt stets menschlich und das gefiel mir sehr. Besonders toll fand ich den Teamleiter, der Skye unterstützt und über den man zuerst nur spekulieren kann. Aber auch die Nebenfiguren konnten mich auf ihre Art überzeugen. Die Autorin spielt hier mit Sympathien und Antipathien und ich hätte nicht erwartet, dass sich meine Sympathien im Laufe des Buches so verschieben wie sie es hier tun.

Zudem ist der Schreibstil sehr gelungen und auch wenn Skye zuerst kalt wirkt, ist alles doch sehr emotional und eingängig geschrieben. Der Plot wird abwechselnd aus der Ich-Perspektive von Skye und dem geheimnisvollen Teamleiter geschildert, wobei Skyes Perspektive überwiegt, was mir sehr gut gefiel. Außerdem finde ich, dass die Autorin sehr bildhaft schreibt, sodass ich mir alles sehr gut vorstellen konnte.

Eine Liebesgeschichte darf natürlich auch nicht fehlen, aber diese ist eher ein Randthema und fügt sich perfekt in die eigentliche Handlung ein. Der Plot ist insgesamt sehr spannend, aber teils empfand ich ihn als etwas vorhersehbar. Es gab aber auch einen Plot Twist, der mich komplett überraschen konnte und mich völlig schockiert hat. Gerade die Testung der Jugendlichen fand ich spannend, aber auch heftig. Die Jugendlichen müssen hier psychisch einiges durchmachen und dieser psychologische Aspekt konnte mich komplett überzeugen und machte diese Dystopie für mich so lesenswert. Zwar ist der Plot phasenweise sehr ruhig, aber dennoch konnte mich das Buch insgesamt sehr fesseln. Das Ende konnte mich zwar jetzt nicht wirklich überraschen, aber dennoch bin ich sehr gespannt auf die Fortsetzung.

Von mir bekommt dieser Auftakt sehr, sehr gute vier Sterne. Denn um die Höchstwertung zu geben, war mir manches zu vorhersehbar. Dennoch gefiel mir die Idee und der psychologische Aspekt sehr und ich kann diese Dystopie definitiv empfehlen. Schon jetzt freue ich mich sehr auf die Fortsetzung.

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