[Rezension] „Die Meisterin- Der Beginn“ von Markus Heitz

Das Copyright und die Bildrechte vom Cover liegen beim Droemer Knaur Verlag.

Geneve Cornelius lebt in Leipzig und verdient ihr Geld als Heilerin. Dafür hilft sie jedem, der Hilfe braucht und sie bezahlen kann, egal wem. Denn sie hat sich geschworen neutral zu bleiben. Dafür hat sie sich sogar von ihrer Familie losgesagt. Die ewige Fehde zwischen ihrer Familie und der Scharfrichter-Dynastie der Bugattis interessiert sie nicht, bis ihr Bruder brutal ermordet wird. Dann ändert sich das nach und nach und sie wird immer tiefer in ihre eigene Vergangenheit hineingezogen. Denn Geneve und ihre Familie leben schon seit Jahrhunderten und auch, wenn Geneve nie selbst gerichtet hat, stammt sie doch aus einer Familie mit Scharfrichtern.

Dieser Auftakt entführt den Leser nach Leipzig, aber gleichzeitig nach London und auch in die Vergangenheit, in der Scharfrichter ihren Höhepunkt hatten und Folter um an ein Geständnis zu kommen noch normal waren. Gerade dieser historische Aspekt konnte mich faszinieren, zumal dort Geneves Vergangenheit beleuchtet wird und man so besser versteht, wieso sie so ist wie sie ist und wieso sie schon seit Jahrhunderten leben kann. Doch auch das moderne Leipzig oder auch London haben ihren Reiz.

Als Leser bekommt man hier einiges geboten. Vor allem die verschiedenen Fantasyaspekte gefielen mir, da Geneve auf verschiedenste Wesen, wie z.B. Gestaltwandler und Hexen, trifft und gegen ihren Willen immer mehr in alles verstrickt wird. Ihre neutrale Haltung muss sie irgendwann aufgeben und auch wenn man als Leser lange Zeit nicht weiß, wieso es denn eine Familienfehde gibt, gefiel es mir als ein Nachfahre der Bugattis auftaucht und Geneve unterstützt. Er schert sich nicht um die Vergangenheit und das machte ihn für mich gleich sympathisch.

Sowieso gefielen mir die Figuren des Buches außerordentlich gut. Auch, wenn sie nicht immer unbedingt Sympathieträger waren, hatten sie ihre Ecken und Kanten und wurden konsequent und authentisch dargestellt. Einzig Geneve und der Nachfahre der Bugattis waren mir direkt sympathisch und das zog sich durch das ganze Buch. Geneves Fähigkeiten fand ich grandios und auch ihre ganze Haltung gefiel mir. Sie hat sich nie von ihrer Familie auf deren Seite ziehen lassen und schon vor Jahrhunderten versucht den Angeklagten zu helfen, auch wenn das nicht leicht war. Sie ist eine starke Protagonistin und so etwas mag ich.

Der Schreibstil ist gewohnt großartig und sehr atmosphärisch. Der Aufbau der Geschichte ist allerdings recht ungewöhnlich, denn es gibt eine Erzählerin, die aus der Ich-Perspektive immer wieder das Geschehen schildert, was sich dann mit verschiedenen personalen Erzählperspektiven abwechselt und man so das Gefühl hat, dass diese Erzählerin hier die ganze Geschichte erzählt. Das gefiel mir im Großen und Ganzen, allerdings hatte ich das Gefühl, dass der Autor hin und wieder etwas abschweift, was mir zwischendurch etwas den Lesespaß genommen hat und das obwohl das Buch ansonsten unglaublich spannend, vielschichtig und voller grandioser Wendungen war. Das Ende ist an sich abgeschlossen, lässt aber noch ein paar kleinere Fragen offen und ich muss sagen, dass ich mich sehr auf die Fortsetzung freue. 

Mir hat dieser Auftakt richtig gut gefallen, vor allem der geschichtliche Aspekt und die verschiedenen Fantasywesen haben es mir angetan, aber auch die Figuren mochte ich sehr, allen voran Geneve. Denn ich mag starke Frauenfiguren. Von mir gibt es definitiv eine Leseempfehlung und ich freue mich sehr auf den zweiten Band.

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