[Rezension] „Ans andere Ende der Welt“ von Philip Pullman

Das Copyright und die Bildrechte vom Cover liegen beim Carlsen Verlag.

Lyra ist längst kein Kind mehr. Mittlerweile ist sie zwanzig Jahre alt und studiert. Immer an ihrer Seite befindet sich ihr Dæmon Pantalaimon. Doch die Beziehung zwischen Lyra und Pantalaimon ist nicht mehr so wie früher. Die beiden entfernen sich immer mehr voneinander und leiden darunter. Als Pantalaimon einen schrecklichen Mord beobachtet, trifft Lyra eine folgenschwere Entscheidung. Alleine begibt sie sich auf die Reise in eine sagenumwobene Stadt um endlich Antworten zu finden.

Die „His Dark Material“-Reihe gehört bis heute zu meinen absoluten Lieblingsreihen und wird wohl immer einen Platz in meinem Herzen haben. Umso mehr habe ich mich auf diese Fortsetzung gefreut und umso größer waren meine Erwartungen. Schon ab der ersten Seite war ich wieder völlig gefesselt und es tat mir in der Seele weh zu sehen, wie sich Lyra und Pantalaimon immer mehr entfremden und nur noch streiten. Ich liebe die Idee der Dæmonen, einem Seelentier, das immer bei einem ist und mit dem man sich blind versteht. Leider ist das bei den beiden nicht mehr so, schon alleine, dass Pantalaimon nicht mehr in der Nähe von Lyra bleiben muss, was eigentlich unmöglich ist, zeigt schon, wie anders die Beziehung der beiden mittlerweile ist. Und das wird in diesem Band immer schlimmer. So ist Freundschaft ein wichtiges Thema.

Natürlich mischt auch die Organisation des Magisteriums wieder mit und auch Malcom, den man aus der Vorgeschichte kennt, erlebt man hier wieder. Intrigen, Machtspiele und Verschwörungen warten darauf aufgedeckt zu werden und vieles deutet darauf hin, dass ein bestimmtes Rosenöl für viele Menschen wichtig ist. Das Buch ist wie es zu erwarten war recht philosophisch angehaucht, da der Autor einfach auch so schreibt, und befasst sich mit vielen Fragen des Lebens. Wichtige Themen, wie z.B. eine Flüchtlingskrise werden ganz nebenbei angeschnitten und so ist das Buch unglaublich vielfältig, aber auch nicht immer leicht zu lesen. Manchmal verliert sich der Autor in für mich unwichtige Themen, was mich etwas aus dem Lesefluss herausgebracht hat.

Der Plot ist insgesamt sehr spannend, es gibt aber auch Passagen, die etwas langatmiger sind, aber ich liebe die Welt des Buches und dass man nie weiß, wohin Lyras Reise wirklich gehen wird. Verschiedene Perspektiven werden hier beleuchtet, sodass man sich wunderbar in Lyra hineinversetzen kann und ihre Gefühle hautnah spürt, aber auch erfährt, was um sie herum geschieht. Die Figuren der Reihe mag ich unglaublich gerne, da sie ihre Ecken und Kanten haben und auch Lyra nicht perfekt ist. Schön fand ich es auch, dass man viele bekannte Figuren hier wiedertrifft und erfährt, was aus ihnen geworden ist.

Allerdings muss ich sagen, dass diese Fortsetzung anders ist als die ursprüngliche Trilogie, aber ich denke, dass liegt daran, dass Lyra älter geworden ist und sie sich stark verändert hat. Ob ich das Buch deswegen besser oder schlechter finde, kann ich gar nicht sagen. Es ist einfach anders und trotzdem erkennt man die ursprüngliche Trilogie wieder. Das Ende weist auf einen fünften Band hin und ich würde mich sehr freuen, wenn es ein erneutes Wiedersehen mit liebgewonnen Figuren geben würde. Denn insgesamt hat mir diese Fortsetzung richtig gut gefallen.

„Ans andere Ende der Welt“ ist anders als die ursprüngliche Trilogie, ob das nun gut oder schlecht ist, muss jeder für sich entscheiden. Ich mochte diese Fortsetzung und die ältere Lyra sehr und fand es großartig nach so langer Zeit einmal wieder in die Welt dieser Reihe versinken zu können. Sie wird wohl immer einen Platz in meinem Herzen haben.

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