[Rezension] „Immernacht“ von Ross MacKenzie

Das Copyright und die Bildrechte vom Cover liegen bei Gulliver von Beltz & Gelberg.

Larabelle Fox hat es als Waisenkind nicht leicht. Sie schlägt sich als Tosherin in den Abwasserkanälen der Stadt durch und sucht dort nach wertvollen Gegenständen, die sie zu Geld machen kann. Eines Tages findet sie ein seltsames Holzkästchen und ab dem Moment schwebt sie in Gefahr. Denn Mrs Hester versucht schon lange dieses Kästchen in die Finger zu bekommen um die Immernacht heraufzubeschwören. Als mächtigste Magierin des Reiches und Beraterin des Königs hat Larabella damit einen gefährlichen Feind, zumal Mrs Hester einen Dschinn kontrolliert, der nur seine Freiheit erhält, wenn er ihr das Kästchen bringt.

Auf dieses Buch hatte ich mich sehr gefreut, da schon die Leseprobe vielversprechend war. So begann ich mit großer Begeisterung mit dem Lesen und der Einstieg gefiel mir wirklich gut. Die hier dargestellte Welt konnte mich direkt faszinieren, auch wenn man erst nach und nach die Zusammenhänge versteht. Es ist ein magisches Reich, in dem kaum jemand etwas gegen Mrs Hester unternehmen kann, es aber dennoch Wiedersacher gibt. Auch Larabelles Arbeit als Tosherin zog mich in seinen Bann, zumal die Abwasserkanäle wirklich düster und gefährlich beschrieben wurden.

Das Buch ist voller interessanter Ideen und Wesen, doch nach der ersten Begeisterung, empfand ich das Buch als ziemlich zäh und langatmig. Der Autor verliert sich meiner Meinung nach immer wieder in Details, die ich am liebsten übersprungen hätte und nur dank des ansonsten wirklich sehr angenehmen Schreibstils konnte ich hier am Ball bleiben. Das Buch wird aus verschiedenen Perspektiven geschildert, sodass man einen guten Gesamtüberblick erhält und viele Zusammenhänge früh versteht.

Larabelle war eine Protagonistin nach meinem Geschmack, da sie sich früh durchkämpfen musste und nicht so schnell aufgibt. Zudem hat sie ihr Herz am rechten Fleck. Allerdings muss ich sagen, dass mir die anderen Figuren hier zu blass dargestellt waren und ich nur zu Larabelle einen wirklich Zugang gefunden habe. Dabei sind die Figuren interessant und haben viel Potenzial, das meiner Meinung nach einfach nicht ganz genutzt wurde.

Der Plot hat seine Höhen und Tiefen, denn obwohl so manches einfach zäh und langatmig war, gab es auch spannende Stellen und Wendungen, die mich wirklich überraschen konnten. Sowieso wusste ich zu keiner Zeit, was mich als nächstes erwartet, was ich wirklich gelungen fand. Allerdings hatte ich das Gefühl, dass das Buch für ein Kinderbuch doch recht brutal ist, aber vielleicht unterschätze ich damit auch die Kinder heutzutage. Zudem fehlten mir trotz der Detailverliebtheit des Autors hin und wieder nähere Erklärungen an den richtigen Stellen. Das Ende bietet aber ein gelungenes Finale, sodass mich das Buch ziemlich zwiegespalten zurücklässt und ich mich hier für eine mittelmäßige Bewertung entschieden habe.

Auf dieses Buch hatte ich mich sehr gefreut und obwohl die hier dargestellte Welt wirklich faszinierend ist, war mir das Buch doch teilweise zu zäh und langatmig. Es hat mich ziemlich zwiegespalten zurückgelassen, aber meiner Meinung nach wurde hier das Potenzial nicht völlig genutzt, obwohl es zu keiner Zeit vorhersehbar war und ich die Grundidee wirklich mag. Dennoch denke ich, dass es so manchen Leser begeistern kann, nur war es für mich wohl nicht ganz das Richtige.

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