[Rezension] „Die Göttinnen von Otera- Golden wie Blut“ von Namina Forna

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Deka war in ihrer Heimat schon immer eine Außenseiterin. Ihre einzige Hoffnung ist, dass beim Ritual der Reinheit rotes Blut fließt. Doch dann wird ihre Heimat angegriffen und Deka ist die Einzige, die die Bewohner retten kann. Aber das hat seinen Preis und spätestens als goldenes Blut aus ihrem Körper fließt, ist klar, sie ist ein Alaki, ein Dämon in Menschengestalt. Damit ist ihr Schicksal besiegelt und ihr Tod vorprogrammiert. Nur ein Dekret des Kaisers von Otera kann sie vor dem sicheren Tod retten. Denn er stellt eine Armee aus Alaki zusammen um seine Feinde zu besiegen.

Auf dieses Buch hatte ich mich sehr gefreut, da es mal nach etwas anderem klang, denn in dieser Fantasygeschichte werden wichtige Themen, wie Rassismus, die Unterdrückung der Frau und weitere gesellschaftspolitische Themen aufgegriffen, die auch heute noch in vielen Ländern relevant sind. Das gefiel mir außerordentlich gut. Zudem hat das ganze Buch ein westafrikanisches Setting, was mal etwas anderes ist.

Allerdings muss ich gestehen, dass mir das beim Lesen nicht so bewusst war. Denn obwohl mir das Buch sehr gefallen hat, konnte ich mir die Fantasywelt des Buches nur schwer vorstellen und auch die verschiedenen Wesen, die es hier gibt, blieben mir zu blass dargestellt. Hier hätte ich mir etwas mehr Tiefe gewünscht, damit ich völlig in die Geschichte hätte eintauchen können. Auch blieben mir die Nebenfiguren zu blass dargestellt, was vielleicht daran lag, dass der Plot des ersten Bandes sich über einen längeren Zeitraum abspielt und es einige Zeitsprünge gibt.

Dafür gefiel mir Deka als Protagonistin sehr. Sie wurde immer unterdrückt, wie alle Frauen in ihrer Welt und weil sie als Einzige in ihrer Heimat eine dunkle Hautfarbe hat, wurde sie immer gemieden. Im Laufe des Buches hinterfragt sie das, was ihr von klein auf vermittelt wurde und sie entwickelt sich zu einer starken, toughen und loyalen Frau, die sich nicht unterkriegen lässt. Ich war gespannt zu erfahren, was die Alaki sind, welche Fähigkeiten Deka deswegen hat und wie alles zusammenhängt. Zudem mochte ich es, dass der Plot aus ihrer Ich-Perspektive geschildert wurde, da ich mich so wunderbar in sie hineinversetzen konnte. Auch gibt es eine sanfte Liebesgeschichte, die aber nur am Rande wichtig ist, aber den Plot wunderbar ergänzt.

Zusammen mit Deka fügt man nach und nach die Puzzleteile zu einem großartigen Ganzen. Es gibt einige spannende Wendungen, actionreiche Kämpfe, einige blutige Szenen, aber auch wunderschöne leicht romantische Stellen und Szenen in denen die Themen Freundschaft, Zusammenhalt und Familie thematisiert werden. Diese Mischung mochte ich sehr und auch, wenn mir manches zu blass dargestellt war, mochte ich den Schreibstil. Vor allem das letzte Drittel des Buches hat mich nicht mehr losgelassen, sodass ich seit langem mal wieder bis tief in die Nacht gelesen habe, obwohl ich morgens früh aufstehen musste. Das Ende bietet einen leichten Cliffhanger und ich freue mich schon jetzt sehr auf die Fortsetzung.

In diesem Fantasybuch werden sehr wichtige und teils auch schwierige Themen verarbeitet. Insgesamt konnte mich das Buch fesseln und von sich überzeugen. Vor allem das letzte Drittel hat es in sich und ich freue mich sehr auf den zweiten Band. Und auch, wenn ich mir die Welt des Buches nur schwer vorstellen konnte und mir die Nebenfiguren zu blass blieben, gibt es von mir definitiv eine Leseempfehlung, weil der Rest einfach großartig war.

One Reply to “[Rezension] „Die Göttinnen von Otera- Golden wie Blut“ von Namina Forna”

  1. Hallo Mandy, auf diese Geschichte hatte ich mich, dank dem afrikanischen Setting und den gewählten Themen sehr gefreut. Zwar konnte mich das Buch gut unterhalten, aber mir fehlte irgendwie das gewisse Etwas. Auch mit Deka bin ich nicht so wirklich warm geworden. Das Ende ist für mich stimmig und gut auserzählt, weshalb ich die Reihe wohl nicht weiter verfolgen werde. Liebe Grüße, Uwe

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