[Rezension] „Zwei Leben in einer Nacht“ von Carolin Wahl

Das Copyright und die Bildrechte vom Cover liegen beim Loewe Verlag.

Lange haben Caspar und Sam darauf gewartet an der Reihe zu sein. Nun ist es soweit und an diesem Freitag, den 13. werden sie sterben. Denn sie wurden von Ghost aufgefordert an einer Challenge teilzunehmen, die nur ein Ziel hat- Suizid. Doch zuvor müssen die Beiden verschiedene Aufgaben lösen und Ghost auf dem Laufenden halten. Sie sehnen sich nach dem Ende und doch schweißt die Erfahrung die Beiden zusammen.

Auf dieses Buch war ich sehr gespannt, hatte aber auch großen Respekt davor es zu lesen, und das zu Recht. Das Buch beinhaltet eine Triggerwarnung, die ich sehr wichtig finde, denn das Buch dreht sich um Depressionen und Suizid. Als Vorbild wurde die reale Blue Whale Challenge verwendet, die etliche Jugendliche in den Suizid getrieben hat. Das Buch ist sehr intensiv, aber vom Thema her so wichtig. Depressionen und Suizid gerade bei Jugendlichen werden immer noch viel zu oft totgeschwiegen oder ignoriert, dabei kann man so viel verhindern, wenn man nur rechtzeitig hilft.

Schon von der ersten Seite an war ich komplett gefesselt, das Buch beginnt melancholisch, traurig, deprimierend und das zieht sich fast durch das ganze Buch. Es ist emotional und sehr bedrückend, aber auch einnehmend und so hatte das Buch eine richtige Sogwirkung. Dennoch musste ich das Buch hin und wieder zur Seite legen und konnte es nicht in einem Rutsch lesen, einfach weil es emotional so aufwühlend war und es mich teilweise sehr mitgenommen hat. Es ist einfach keine locker, leichte Lektüre, sondern vom Thema her schwerverdauliche Kost. Man fragt sich oft, was Jugendliche dazu treibt Suizid zu begehen und dann auch noch an einer Challenge teilzunehmen?

Der Autorin ist es gelungen die Beweggründe von Sam und Caspar eindrucksvoll darzustellen und so konnte ich gar nicht anders als mit den Beiden zu fühlen und sie auf ihre Weise zu verstehen. Ich mochte die Beiden so gerne und der Autorin ist es auf den wenigen Seiten perfekt gelungen, dass ich eine Verbindung zu ihnen aufbauen konnte, was vielleicht auch daran lag, dass der Plot abwechselnd aus der personalen Erzählperspektive der Beiden geschildert wurde.

Zudem erfährt man als Leser einerseits, was in der Nacht der Challenge passiert, aber auch was davor war und wie das Leben der Beiden ausgesehen hat. Das macht die beiden Protagonisten noch greifbarer, noch realer, sie sind Jugendliche mit Fehlern, die sich einfach nach einem Ende sehnen und diese Challenge nutzen um den Schritt zu wagen. Der Schreibstil passt perfekt zum Buch, da die Autorin nichts beschönigt und intensiv schreibt.

Es ist ein Buch das sensibilisiert und meiner Meinung nach auch gut als Schullektüre dienen kann, doch auch Erwachsene sollten das Buch lesen, denn es ist für jede Altersgruppe wichtig. Nur wenn man sich über das Thema Gedanken macht, kann man Betroffenen helfen. Es ist definitiv ein Buch, das zum Nachdenken anregt und lange nachklingt und das ich komplett empfehlen kann.

Dieses Buch ist intensiv und vom Thema her schwerverdauliche Kost. Es regt zum Nachdenken an und sensiblisliert. Meiner Meinung nach sollten nicht nur Jugendliche das Buch lesen, sondern auch Erwachsene, denn nur wenn man sich über das Thema Gedanken macht und sensiblisiert wurde, kann man Betroffenen helfen. Schon alleine, dass die Blue Whale Challenge Realität ist, zeigt wie wichtig das Buch ist. Deshalb gibt es von mir eine komplette Leseempfehlung.

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