[Rezension] „Ewig- Wenn Liebe erwacht“ von Rhiannon Thomas

Das Copyright vom Cover liegt beim Fischer Verlag.

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Aurora ist alles andere als glücklich als Prinz Rodric sie wach küsst. Als sie dann erfährt, dass alle die sie liebt, schon lange tot sind und sie einen hundertjährigen Schlaf hinter sich hat, wird alles nur noch schlimmer. Rodric und seine Eltern sind der festen Überzeugung, dass die beiden heiraten müssen, da es so überliefert wurde. Doch keiner fragt, was Aurora möchte und so findet sie sich schneller als sie schauen kann zwischen Intrigen und Machtspielen wieder.

 

Ich liebe Märchenadaptionen und so konnte dieses Buch direkt mein Interesse wecken. Denn was ist, wenn Dornröschen erwacht und sie nicht unsterblich in den Prinzen verliebt ist, der sie von ihrem Fluch befreit? 

Hier stehen somit Auroras Gefühle im Vordergrund. Ich finde es realistisch beschrieben wie verloren sich Aurora fühlt. Sie ist zu Beginn völlig überfordert und passiv und das finde ich, so wie es dargestellt wurde, wirklich authentisch. Nur im Laufe des Buches ging es mir irgendwann auf die Nerven, weil ich wollte, dass Aurora aktiv wird und endlich ihr Schicksal selbst in die Hand nimmt, anstatt immer nur zu jammern. An einem gewissen Punkt tut sie es dann und ich glaube, dass der Folgeband mich deshalb noch mehr überzeugen könnte.

Sie ist gefangen zwischen Intrigen und weiß nicht wem sie vertrauen kann. Jeder scheint einen Hintergedanken zu haben und zusammen mit ihr habe ich versucht hinter die Figuren des Buches zu blicken. Die Figuren finde ich allesamt etwas blass dargestellt, was aber vielleicht bewusst so gemacht wurde, damit sie geheimnisvoller und undurchdringlicher wirken.

Der Schreibstil passt wunderbar ins Setting und lässt sich leicht und locker lesen. Alles wird aus Auroras personaler Erzählperspektive geschildert, was ich sehr passend fand. Dabei schreibt die Autorin emotional und bildlich.

Die Idee des Plots finde ich grandios und auch die Umsetzung nicht schlecht. Es passiert hier zwar relativ wenig, aber dennoch konnte mich das Buch fesseln und teils auch schockieren. Rodrics Eltern sind grausame Herrscher und Aurora hat es nicht leicht. Außerdem hatte ich erwartet, dass es etwas mehr Fantasy beinhaltet, doch das kommt nur am Rande vor. Das Hauptaugenmerk liegt wirklich auf den Intrigen, Auroras inneren Gefühlen und ihrer Wandlung.
Gegen Ende nimmt der Plot einiges an Fahrt auf, so dass ich mich schon jetzt sehr auf die Fortsetzung freue. 

„Ewig- Wenn Liebe erwacht“ ist eine Märchenadaption, die mir im Großen und Ganzen gefallen hat und trotz meiner Kritik habe ich es wirklich gerne gelesen. Ich liebe die Idee dahinter und freue mich schon sehr auf die Fortsetzung.

  • Hierbei handelt es sich soweit ich weiß um den 1. Band einer Dilogie.
  • Band 2 „Ewig – Wenn Liebe entflammt“ erscheint auf Deutsch voraussichtlich am 22.6.17.
  • Hier findet ihr eine Leseprobe dazu: Klick
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[E-Book-Rezension] „Secret Woods- Das Reh der Baronesse“ von Jennifer Alice Jager

 

Nala lebt glücklich und zufrieden mit ihrem Vater, dem Baron von Dornwell, und ihrem Bruder Dale zusammen. Bis ihr Vater eines Tages beschließt wieder zu heiraten. Die Komtesse macht ihr schon am ersten Tag das Leben schwer und auch ihre Tochter ist nichts besser. Doch als Nala das dunkle Geheimnis der Komtesse herausfindet, ist es schon fast zu spät ihre Familie zu retten, denn die Komtesse hat sie in der Hand.

Nachdem mir das Buch „Being Beastly- Der Fluch der Schönheit“ der Autorin schon sehr gefallen hatte, war ich gespannt auf ihre neueste Märchenadaption, die sich mit dem eher unbekannterem Märchen „Brüderchen und Schwesterchen“ befasst. 
Insgesamt konnte mich das Buch sehr gut unterhalten, aber ich muss sagen, dass es eher ein seichtes Buch ist, das die meiste Zeit auch sehr vorhersehbar ist, vor allem wenn man das Märchen dazu kennt. Deshalb habe ich lange überlegt, wie ich es bewerte. Denn auch die Liebesgeschichte, die man hier geboten bekommt, gefiel mir nicht ganz so gut, da sie nur am Rande auftritt und die Gefühle für mich nicht nachvollziehbar waren.

Dafür waren die geschwisterlichen Gefühle von Nala und Dale umso ausgeprägter und präsenter und konnten das mehr als ausgleichen. Nala würde für ihre Familie alles tun, aber auch Dale würde alles opfern. Es ist ein Buch über eine Familie, die zusammenhält und gegen Intrigen und Magie kämpfen muss. Insgesamt finde ich die Figuren des Buches sehr gut ausgearbeitet, vor allem Dale und Nala, aber auch die böse Komtesse konnten mich überzeugen.

Der Schreibstil passt zu dem märchenhaften Setting und ist dabei leicht und locker zu lesen. Er weiß zu fesseln, auch wenn eigentlich nicht so viel passiert. Der Schreibstil ist sehr emotional und so konnte ich gar nicht anders als mit Nala und Dale mitzufiebern. Der Plot wird hauptsächlich aus Nalas Perspektive (personaler Erzähler) geschildert, was sehr gut passt.

Das Ende bietet einen fiesen Cliffhanger, so dass ich gespannt bin, was mich im zweiten Band erwarten wird.

Dieses Buch bietet eine insgesamt gelungene Märchenadaption zu „Brüderchen und Schwesterchen“, die mich zwar nicht ganz überzeugen konnte, aber dennoch knappe vier Sterne verdient hat. Wer Märchenadaptionen liebt, dürfte hier auf jeden Fall auf seine Kosten kommen.

[Rezension] „Ewiglich… Dornröschen? Kiss my ass!“ von Olga A. Krouk

 
 

Ly weiß nicht wie ihr geschieht, als sie auf einmal in einem Korsagenkleid steckt und eine Prinzessin sein soll. Zusammen mit anderen Mädchen der Märchenwelt soll sie um das Herz des Prinzen kämpfen. Doch mit Kleidern, Rüschen und netten Gesprächen hat die 16-jährige so gar nichts am Hut. Viel lieber spielt sie in ihrer Heavey-Metal-Band und möchte ganz schnell wieder in ihr richtiges Leben. Doch das ist leichter gesagt als getan, weil sie keine Ahnung hat, wie sie in dieses Chaos geraten ist.

 

Als ich von dem Buch hörte wurde ich direkt neugierig, da ich selber gerne Rock und Heavy-Metal höre und schon das Cover deshalb sehr ansprechend ist. Dazu liebe ich Märchenadaptionen und so war ich gespannt auf diese etwas andere Dornröschen-Geschichte.

Als Leser wird man direkt mitten ins Geschehen geworfen und man begleitet Ly, die selber überhaupt keine Ahnung hat, wie sie in der Märchenwelt gelandet ist und was das alles soll. Eine alte Frau möchte sie tot sehen und eine Dornenhecke greift sie an. Zusammen mit ihr versucht man herauszufinden, was denn nun geschehen ist und wie dieses Mädchen, das so gar nicht wie eine Prinzessin wirkt eine Prinzessin ist. Die Auflösung des Ganzen hat mir richtig gut gefallen, auch wenn ich mir im Laufe des Plots schon ein paar Dinge denken konnte. Am Anfang war ich ziemlich verwirrt, aber diese Verwirrung legte sich im Laufe des Buches.

Doch das außergewöhnlichste an diesem Buch ist wohl die eigenwillige Protagonistin. Ly ist chaotisch, spritzig, witzig, sarkastisch, nicht auf den Mund gefallen und liebt es zu fluchen. Manchmal war mir ihr gefluche etwas zu viel, aber dennoch mochte ich sie von dem ersten Moment an, da sie keine typische und langweilige Protagonistin ist, sondern sehr eigen und mit Ecken und Kanten. Sie redet so, wie sie möchte und sorgt so für einige witzige Stellen und viel Humor. Dazu hat sie oft einen schwarzen Humor und nutzt Vergleiche, die mich wunderbar unterhalten konnten.
Allerdings muss man ihre Art wohl mögen, denn ich könnte mir vorstellen, dass nicht jeder damit zurechtkommt.
Alle anderen Charaktere konnten mich ebenfalls überzeugen und ich habe es genossen, dass ich so viele verschiedene, teils seltsame Menschen kennenlernen durfte.

Der Schreibstil ist ebenfalls witzig und spritzig. Auf flippige Art und Weise beschreibt die Autorin alles sehr anschaulich und humorvoll. Er ist leicht und locker zu lesen und durch die gewählte Ich-Perspektive aus Lys Sicht durchgehend unterhaltsam.
Alles ist bildlich dargestellt und Emotionen werden überzeugend übermittelt. 

Der Plot bietet viel zu entdecken, von Spindeln bis hin zu Feen ist alles dabei. Insgesamt ist das Buch sehr spannend, auch wenn das Hauptaugenmerk auf dem Humor liegt.
„Ewiglich… Dornröschen? Kiss my ass!“ ist ein Buch zum Abschalten, Entspannen und Lachen. Ich habe schon lange nicht mehr beim Lesen eines Buches so viel lachen müssen. Das Ende bietet einen wunderbaren Abschluss eines sehr unterhaltsamen Buches.

 

„Ewiglich… Dornröschen? Kiss my ass!“ ist eine etwas andere Dornröschen-Geschichte mit viel Humor und einer eigenwilligen und spritzigen Protagonistin, die gerne flucht und so gar nicht wie eine Prinzessin ist. Meine Lachmuskeln wurden beim Lesen reichlich trainiert und ich kann es jedem empfehlen, der etwas zum Abschalten und Lachen sucht.

[Rezension] „Marmorkuss“ von Jennifer Benkau

 

Jarno ist alles andere als ein Märchenprinz. Für seinen Traum Fotograf zu werden würde er fast alles tun und gerät durch einen Job in kriminelle Machenschaften. Dadurch droht er alles zu verlieren was ihm wichtig ist. Als er in einer leerstehenden Villa eine wunderschöne Marmorstatue entdeckt, ist er völlig fasziniert von ihr und möchte das perfekte Foto schießen. Doch als er sie aus Versehen küsst, verschwindet die Statue und es erscheint eine junge Frau aus einer anderen Zeit. So beginnt eine ungewöhnliche Dornröschen-Geschichte…


Ich bin ein großer Fan von Jennifer Benkaus Büchern und Märchen-Adaptionen und so war ich mehr als gespannt auf dieses neue Werk, was eine etwas andere und moderne Dornröschen Geschichte erzählt.
Schon der Beginn ist einzigartig, denn bevor es richtig losgeht liest man das für Märchen typische „Es war einmal…“ und man erwartet irgendetwas typisch märchenhaftes und kitschiges. Doch dem ist nicht so. Der erste Satz ist herrlich unkoventionell und umgangssprachlich und man begleitet Jarno dabei, wie er versucht zwei Punks zu fotografieren vor denen er dann fliehen muss. Er versucht für einen Wettbewerb das beste Foto zu schießen, damit er endlich die Ausbildung zum Fotografen machen kann, doch das ist gar nicht so einfach.

Jarno ist ein Protagonist, der nicht unbedingt Sympathien weckt, da er teilweise ein etwas fragliches Verhalten an den Tag legt. Aber im Laufe des Buches entwickelt er sich und ist mir sehr ans Herz gewachsen, denn obwohl er längst nicht perfekt ist, hat er sein Herz am rechten Fleck. Das macht ihn sehr authentisch und tiefgründig.

Neben Jarnos begleitet man Klara, die 111 Jahre vor Jarno gelebt hat und am liebsten Lehrerin werden möchte. Doch sie möchte ebenfalls heiraten, was in ihrer Zeit so einfach nicht erlaubt ist. Sie müsste sich für einen ihrer Träume entscheiden. Sie war mir von Anfang an sympathisch und ich konnte mit ihr fühlen. An sich verläuft ihr Leben gut, bis auf einmal eine geheimnisvolle Frau sie verfolgt und droht ihr alles zu nehmen.

Diese beiden Handlungsstränge verlaufen eine ganze Zeit lang parallel zueinander und erst später wird klar, was sie miteinander zu tun haben. Klaras Geschichte wird aus ihrer Ich-Perspektive geschildert, Jarnos dagegen als personaler Erzähler. Neben den beiden Perspektiven gibt es noch eine dritte, die aber nur selten zu Wort kommt.
Bevor Klaras und Jarnos Handlungsstränge zusammenlaufen sind die Übergänge der Perspektiven sehr ungewöhnlich, denn bei einer Perspektive hört der Satz mitten drin auf und wird dann bei der anderen Perspektive weitergeführt. Dieses Stilmittel hat mir richtig gut gefallen, weil es mal etwas anderes ist.
Sobald die Handlungsstränge sich kreuzen werden die Sätze aber wieder ganz normal beendet.

Die Sprache passt zu der jeweiligen Zeit, in der alles spielt und Klara drückt sich teils sehr „altbacken“ aus, was aber sehr realistisch und gut umgesetzt ist. Jarno dagegen spricht sehr umgangssprachlich, was immer mal wieder zu interessanten Dialogen führt und mich oft schmunzeln lassen hat.
Der Schreibstil ist gewohnt poetisch und unglaublich gut. Jennifer Benkau kann tolle bildliche Vergleiche ziehen und benutzt wunderbare Metaphern, sodass man völlig in das Buch versinken kann.

Die Liebesgeschichte, die im Klappentext groß angekündigt wird, ist wie eigentlich das ganze Buch sehr ungewöhnlich und Jarno und Klara haben einen schweren Start. Es dauert lange bis sie sich näher kommen und alles entwickelt sich langsam, was ich sehr überzeugend finde. Denn Klara muss sich in einer fremden Zeit zurechtfinden und erst mal verdauen, dass jeder den sie kannte nicht mehr lebt.

Das Buch beinhaltet überraschend wenig Magie und Fantasy, aber eine grandiose Idee. Bis auf, dass Klara durch Magie zu einer Marmorstatue wurde und von einer seltsamen Frau verfolgt wird, die Magie anwenden kann, kommt keinerlei Fantasy darin vor. Dennoch fehlt dieser Aspekt eigentlich nicht, denn der Plot ist fesselnd, faszinierend und auf seine Art sehr spannend.
Ich habe jede einzelne Seite genossen und viel zu schnell war ich bei einem grandiosen und sehr emotionalem Finale angelangt.


Mit „Marmorkuss“ hat Jennifer Benkau eine völlig andere Dornröschen-Geschichte geschaffen, die vor allem durch ihre unkonventionelle Art und einem grandiosem Schreibstil überzeugen kann. Wer jedoch Kitsch und viel Magie erwartet, dürfte enttäuscht sein, denn das sucht man hier vergeblich.
Mich konnte das Buch von der ersten bis zur letzten Seite überzeugen und ich bin schon jetzt gespannt auf Jennifer Benkaus nächstes Werk.