[Rezension] Dee Shulman- Century Love: Tödliches Fieber

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Im Jahr 152 n.Chr. entsteht die Liebe zwischen dem Gladiator Sethos und der jungen Livia. Doch diese Liebe steht unter keinem guten Stern, denn Sethos ist ein Sklave und Livia schon einem Anderen versprochen. Als er im Kampf verletzt wird, kann er es nicht glauben, als er im Haus von Livias Familie aufwacht und sie wiedersieht. Doch dann droht er sie für immer zu verlieren und erleidet ein seltsames Fieber. 
Doch er gibt nicht auf, immer auf der Suche nach seiner großen Liebe…

Im Jahre 2012 lebt Eva, die völlig unglücklich ist. Als Hochbegabte ist sie in einer normalen Schule unzufrieden und sorgt dafür, dass sie von der Schule verwiesen wird. Doch dann hört sie von einem Internat, das genau ihren Wünschen entspricht und auf der sie alles lernen könnte, was sie möchte. Als sie dann tatsächlich aufgenommen wird, scheint zuerst alles perfekt, doch dann geht alles schief…

Nachdem ich den Klappentext gelesen hatte, wollte ich dieses Buch unbedingt lesen. Generell finde ich Bücher über Zeitreisen sehr spannend und die Handlung hörte sich innovativ und interessant an.
Leider weckt der Klappentext falsche Vorstellungen und ich habe die meiste Zeit des Buches darauf gewartet, dass die beiden Hauptprotagonisten Eva und Sethos aufeinander treffen, denn laut dem Klappentext passiert es irgendwann. In meiner Inhaltszusammenfassung habe ich bewusst weniger verraten, als es im Klappentext der Fall ist, weil er meiner Meinung nach die falschen Erwartungen heraufbeschwört und zu viel von dem späteren Verlauf der Handlung verrät.

Auf das Zusammentreffen von Eva und Sethos kann man nämlich ziemlich lange warten. Zuerst einmal lernt man die beiden Protagonisten und ihr Leben kennen. Dafür wechselt die Perspektive abwechselnd von Evas Ich-Perspektive hin zu der Perspektive von Sethos, die aus der personalen Erzählperspektive geschildert wird. Unabhängig voneinader erleben sie ein ganz unterschiedliches Leben, Sethos im Jahr 152 n.Chr., Eva im Jahr 2012. 
Der Einstieg konnte mich zunächst überzeugen, da das Leben der beiden glaubhaft und interessant dargestellt wird.

Eva hat es als Hochbegabte nicht leicht und obwohl ihre Intelligenz und ihr Wille alles zu lernen aufgesetzt und übertrieben wirken könnte, ist alles glaubhaft dargestellt und wirkt authentisch. Mit zwischenmenschlichen Beziehungen tut sie sich schwer und so hat sie noch nie wirkliche Freunde gehabt und auch auf dem Internat gelingt ihr das nur schwer. Sie ist eine erfrischend andere Protagonistin, die man schnell ins Herz schließen kann, auch wenn ihre Verhalten manchmal seltsam ist. Doch ihre Verhalten passt zu ihr und ihrem Wesen.
Sethos dagegen wurde als Sklave verschleppt und muss seitdem als Gladiator um sein Leben kämpfen. Er zählt zu den Besten und lebt fürs Überleben. Doch dann trifft er Livia, eine der wenigen Frauen, die er nicht haben kann und von da an lebt er für sie. Zu ihm habe ich keinen richtigen Draht bekommen und so nur mäßig mit ihm mitgefiebert. Zwar sind seine Gefühle glaubhaft dargestellt, aber als Hauptprotagonist war er nicht so mein Fall, was wohl auch daran liegt, dass er zu perfekt wirkt. Vor allem als er ins Jahr 2012 kommt, war er zu perfekt und hat alles direkt gekonnt und verstanden, angefangen von der englischen Sprache.

Den Einstieg fand ich durchaus gelungen, doch dann passiert relativ wenig und der Plot dümpelt lange Zeit vor sich hin. Schöne Beschreibungen und eine Darstellung der historischen Welt in der Sethos lebt dominieren, doch sonst passiert wenig, sodass die Spannung irgendwann abhanden kommt. Erst im letzten Drittel konnte mich die Handlung wieder richtig fesseln, in seinen Bann ziehen und von den Erklärungen der Zeitreise her überzeugen. Das Ende ist emotional und spannend, überraschende Wendungen gibt es allerdings so gut wie keine, da der Klappentext doch schon viel verrät und einige Dinge wirken unlogisch, wie z.B. das Sethos die moderne Welt ohne Probleme versteht.

Der Schreibstil dagegen ist überzeugend und passt zu der jeweiligen Zeit, in der die Handlung spielt. Zwischendurch sind die Dialoge für meinen Geschmack zu kitschig, aber ansonsten lässt sich das Buch leicht und locker lesen. Mit viel Liebe zum Detail beschreibt Dee Schulman das Leben von Sethos und Eva, was mir teilweise etwas zu viel wahr.
Insgesamt beinhaltet „Century Love“ eine grandiose Idee, doch leider bleibt für meinen Geschmack zu viel Potential ungenutzt.

„Century Love“ konnte mich leider nur mittelmäßig unterhalten, was vor allem daran liegt, dass der Klappentext bei mir falsche Erwartungen gesät hat und ich lange auf eine Begegnung von Eva und Sethos warten musste.
Die Idee hinter allem ist grandios und innovativ und Eva als Protagonistin hat mir durch ihre Andersartigkeit gut gefallen, dennoch bliebt zuviel Potential ungenutzt.


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  • Hierbei handelt es sich um den Auftakt einer Trilogie.
  • Band 2 „Century Love – Die Liebe fragt nicht nach dem Morgen“ erscheint voraussichtlich im Mai 2014.
  • Band 3 „Afterlife“ erscheint im Original am 03.04.2014.
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[Rezension] Kiera Cass- Selection

 
 
 

Prinz Maxon, der Thronfolger des Staates Illeá, sucht eine Frau. Jedes Mädchen im richtigen Alter kann sich bewerben und 35 dürfen in den Palast einziehen und um die Gunst des Prinzen kämpfen. Für America Singer, deren Familie in Armut lebt, wäre es die Chance ihres Lebens, doch sie liebt schon jemand anderen. Sie möchte ihr Leben, das sie liebt und die Menschen, die ihr etwas bedeuten nicht verlassen und schon gar nicht vor den Augen des ganzen Landes um die Liebe von Prinz Maxon kämpfen, den sie nicht mal leiden kann. Doch hat sie eine andere Wahl?


Schon lange wollte ich dieses Buch lesen und ich habe schon viel positives davon gehört. Da es aber immer als eine Mischung aus Dystopie und der Bachelor bezeichnet wurde, war ich sehr skeptisch, weil ich die Bachelor-Idee nicht sonderlich mag. Doch ich wurde eines besseren belehrt. „Selection“ kann durchaus überzeugen, auch wenn die Dystopie-Elemente deutlich zu kurz kommen und mir das Verhalten von Prinz Maxon nicht immer zusagt. Mir gefällt an „Selection“ vor allem, dass es mich an ein typisches Märchen erinnert und auch wenn es viele Klischees beinhaltet, konnte es mich verzaubern und wunderbar unterhalten.

Die Welt in der „Selection“ spielt wird eher oberflächig behandelt. Illeà ist aus den Überresten Amerikas nach dem vierten Weltkrieg entstanden und wird nun von einem Königspaar beherrscht. Die Menschen leben in Kasten und je nach Kaste sind sie reich oder sehr arm.
Natürlich gibt es auch Rebellen, aber bis auf ein paar wenige Angriffe auf den Palast, bekommt man als Leser von ihnen wenig zu hören und noch weniger von ihren richtigen Beweggründen.
Das Hauptaugenmerk liegt auf der Liebesgeschichte, auf Freundschaft, Verrat und darauf das Richtige zu tun.

Schnell lernt man als Leser America kennen, die mir direkt sympathisch war, denn sie würde alles für ihre große Liebe Aspen tun. So meldet sie sich auch ihm zu liebe beim Casting an. Dass sie dabei ausgewählt wird, hätte sie nie gedacht. Sie hinterfragt das Kastensystem und kämpft für ihre Ideale. Durch den Plot entsteht leider eine Dreiecksbeziehung und da ich generell so etwas nicht leiden kann, hat es mich zu Beginn gestört. Aber da Americas Gefühle sich langsam entwickeln und sie sich ganz sicher sein möchte, hat die Dreiecksbeziehung im weiteren Verlauf meinen Lesegenuss nicht gestört.
Prinz Maxon ist ein sehr lieber Mensch, der es allen recht machen möchte. Er ist mir etwas zu oberflächig beschrieben und ich hätte gerne mehr über ihn erfahren, aber es war interessant ihn kennenzulernen. Er gibt jedem Mädchen eine Chance, auch wenn er sich eigentlich schnell entschieden hat.
Ansonsten werden die Protagonisten nur oberlächig behandelt und ich habe keinen richtigen Bezug zu ihnen gefunden, was für mich in diesem Zusammenhang aber nicht weiter schlimm war, weil ich lieber Americas Entwicklung verfolgt habe.

Der Plot entwickelt sich insgesamt sehr ruhig und es dominieren Gefühle und die persönlichen Entwicklungen. Spannung tritt eher im Hintergrund auf, dennoch konnte es mich von der ersten bis zu letzten Seite fesseln. Der Plot ist insgesamt zwar etwas vorhersehbar, aber dennoch nach meinem Geschmack.

Der Schreibstil ist durchweg sehr einfach gehalten, kann Emotionen wunderbar vermitteln und eine märchenhafte Atmosphäre erschaffen. Dabei ist er leicht und locker zu lesen und die Seiten fliegen beim Lesen nur so dahin. Die Handlung wird durchweg aus der Ich-Perspektive von America erzählt, was mir gut gefallen hat, da man ihre Veränderungen und Gefühle so gut nachvollziehen konnte.

Das Ende bietet einige Möglichkeiten für den zweiten Band auf den ich mich sehr freue, auch wenn es mir vor der weiteren Dreiecksbeziehung, die es bestimmt geben wird, graut.


„Selection“ ist erfrischend anders und auch wenn es viele Klischees beinhaltet, konnte es mich fesseln und verzaubern. Obwohl ich keine Castingshows mag, konnte es mich durch große Gefühle und einer sympathischen Hauptprotagonistin überzeugen, mit der ich einfach mitfühlen musste.
Ich kann nur jedem empfehlen sich selber eine Meinung von diesem Buch zu bilden und sich nicht von der Bachelor-Thematik abschrecken zu lassen. Ich habe es nicht bereut es trotz meiner Bedenken gelesen zu haben.


[Rezension] Julie Kagawa- Plötzlich Prinz: Das Erbe der Feen

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Ethan Chase wird von dem Feenvolk einfach nicht in Ruhe gelassen. Wegen ihnen ist er schon wieder von der Schule geflogen und nun beginnt sein erster Schultag. Er versucht niemanden an sich heranzulassen und die Feen zu ignorieren, doch das ist gar nicht so leicht. 
Todd ein Halbblut, halb Fee, halb Mensch, braucht seine Hilfe und gibt nicht eher auf, bis Ethan ihm hilft. Und Kenzie, eins der beliebtesten Mädchen der Schule, möchte gerne mehr über ihn erfahren und ist dabei ganz schön hartnäckig. Als Todd auf einmal verschwindet und Ethan von einer seltsamen neuen Feenart gewarnt wird, versucht er Nachforschungen anzustellen. Doch dann wird er gejagt und ihm bleibt nichts anderes übrig, als dahin zurückzukehren, wo er niemals wieder hingehen wollte- nach Nimmernie, zu seiner Schwester und dem Volk, das er so sehr hasst…

„Plötzlich Prinz“ gehört zu den Büchern, die ich sehnlichst erwartet hatte. Ich liebe die „Plötzlich Fee“-Reihe und so waren meine Erwartungen an diese Spin-Off-Reihe, die die Geschichte von Meghans Bruder Ethan schildert, sehr hoch. Und obwohl ich eigentlich keine langen Reihen mag, war ich froh, dass ich wieder nach Nimmernie reisen konnte. Meine hohen Erwartungen wurden nicht enttäuscht, eher noch übertroffen.

Schon von Beginn an war ich völlig gefesselt. Wie zu erwarten war, wird die Handlung aus der Ich-Perspektive von Ethan geschildert, der ganz anders ist als seine Schwester, schon alleine weil er nur ein Mensch ist. Er hasst das Feenvolk, weil sie ihn quälen und nicht in Ruhe lassen und ihm seine Schwester genommen haben. So versucht er sich vor ihnen zu schützen und ihnen aus dem Weg zu gehen. Hinter einer unnahbaren Fassade versteckt er einen tollen Charakter, der verletzlicher ist, als man zuerst denkt. Seit der „Plötzlich-Fee“-Reihe sind zwölf Jahre vergangen und in dieser Zeit hat er sich zwangsläufig sehr verändert. Er ist ein unglaublich tiefgründiger und toller Protagonist.
Aber auch die anderen Protagonisten, allen voran Kenzie, das sture Mädchen, das durch widrige Umstände gezwungen wird mit nach Nimmernie zu reisen, konnte mich überzeugen.
Natürlich durften auch Begegnungen mit alten Bekannten nicht fehlen. So trifft man wieder auf Puck, Ash, Meghan, Grimalkin und viele andere. 

Neben der schon bekannten Feenwelt Nimmernie, hat Julie Kagawa eine neue Feenart eingebaut, die eine Bedrohung darstellt und mit einer neuen Idee begeistern und überzeugen kann. 
Der Plot ist spannend und kann durch überraschende Wendungen, actionreiche Szenen und Gefühl überzeugen. Besonders faszinierend finde ich es, wie Julie Kagawa es hier geschafft hat, trotz der Vorbände eine tolle und eigenständige Handlung zu verfassen, die nicht an eine Wiederholung der Vorgänger erinnert.

Die Dialoge sind durchweg unterhaltsam und hin und wieder an der richtigen Stelle humorvoll. Julie Kagawas Schreibstil gehört zu meinen liebsten, da sie mit wenigen wundervollen und atmosphärischen Beschreibungen ein ganzes Kopfkino entstehen lassen kann. Wenn ich ihre Bücher lese, habe ich immer das Gefühl mitten im Geschehen zu sein. Sie kann dem Leser wunderbar Emotionen näher bringen und schreibt sehr lebendig, dabei leicht und locker und einfach fesselnd.

Das Ende bietet ein spannendes und nervenaufreibendes Finale und ist in sich abgeschlossen, bietet aber noch viele Möglichkeiten für den Folgeband, den ich nun schon sehnlichst erwarte.

„Plötzlich Prinz“ gehört definitiv jetzt schon zu meinen Jahreshighlights, obwohl das Jahr gerade erst angefangen hat. Es wurde meinen hohen Erwartungen gerecht und ich freue mich schon sehr auf weitere Abenteuer rund um das Feenreich Nimmernie. 
Jeder der die „Plötzlich Fee“-Reihe gemocht hat, sollte sich diesen gelungenen Spin-Off-Auftakt mit tollen neuen Ideen, einem spannden Plot, einer tollen Atmosphäre und überzeugenden Protagonisten nicht entgehen lassen. 

Wer die „Plötzlich-Fee“-Reihe nicht kennt, kann sicherlich „Plötzlich Prinz“ auch ohne Vorkenntnisse lesen. Das empfehle ich aber nur, wenn man nicht vor hat, die Geschichte rund um Meghan zu lesen, da man sonst schon das komplette Ende kennt und das den Lesespaß nehmen würde.

  • Hierbei handelt es sich um den Auftakt einer Trilogie.
  • „Plötzlich Prinz“ ist ein Spin-Off der „Plötzlich Fee“-Reihe und handelt von dem Bruder der Hauptprotagonistin Meghan aus „Plötzlich Fee“.
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[Hörbuch-Rezension] Marissa Meyer- Wie Monde so silbern

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Cinder lebt als Cyborg in Neu-Peking des asiatischen Staatenbundes. An die Zeit bevor sie ein Cyborg wurde, erinnert sie sich nicht. Nun verdient sie das Geld für ihre Stiefmutter und ihre beiden Stiefschwestern als Mechanikern. Als Cyborg hat sie keine Rechte und so versucht sie das Beste aus ihrem Leben zu machen. Eines Tages steht ausgerechnet Prinz Kai vor ihr und braucht ihre Hilfe. Als sich dann die Blaue Pest weiter ausbreitet und sich die einzige Person, die ihr etwas bedeutet infiziert, verändert sich ihr Leben auf der Erde für immer. Doch nicht nur ihr Leben droht sich für immer zu verändern. Die geheimnisvolle Königin von Luna kommt auf die Erde und das kann nichts Gutes bedeuten, denn sie droht schon lange mit Krieg…

Als großer Disney- und Märchenfan hatte ich mich sehr auf diese neue Märchen-Adaption gefreut, vor allem da Cinderella zu meinen Lieblingsmärchen gehört. Bisher habe ich bei solchen Büchern oft die Erfahrung gemacht, dass man dadurch, dass man das Grundmärchen kennt kaum überrascht wird und die Bücher nichts Besonders sind. Doch „Wie Monde sind silbern“ ist anders und originell, nicht nur, dass es ein Science-Fiction-Setting hat, es in der Zukunft nach dem vierten Weltkrieg spielt, nein, es weiß zu verzaubern und zu überraschen.
Zwar sind vereinzelte Aspekte weiterhin vorhersehbar, aber dennoch konnte mich das Hörbuch immer wieder durch verschiedene Wendungen in seinen Bann ziehen. Es ist keine 08/15-Märchengeschichte, es ist eine Geschichte, die im Herzen bleibt und die man so schnell nicht vergisst. 

Allein das Setting mit den Cyborgs und Androiden, den geheimnisvollen Lunariern, die auf dem Mond leben und die vielen Geheimnisse, die hinter allem stecken, konnten mich begeistern. Ich könnte von diesem Hörbuch ewig schwärmen und werde mir definitv auch noch das Buch kaufen und noch einige Male lesen.
Die Welt, die Marissa Meyer erschaffen hat, ist gut durchdacht und besticht durch Authentizität und wunderbare Beschreibungen. Man kann sich richtig Neu-Peking, den Palast und alles andere vorstellen. Auch das Regierungssystem wird mit in die Haupthandlung eingeflochten, ohne langweilig zu wirken oder zu viel oder zu wenig zu verraten. Melissa Meyer findet da genau das richtige Maß.
Dazu kommt die Idee der Blauen Pest (einer unheilbaren Krankheit) und die Bedrohung durch die Mondbewohner, die dafür sorgen, dass es nicht langweilig wird.

Neben den tollen Beschreibungen ist ihr Schreibstil unglaublich fesselnd, emotional, leicht und locker zu lesen und einfach fantastisch. Ich hätte ewig in die Welt von Neu-Peking versinken können. Die Handlung wird hauptsächlich aus Cinders Perspektive geschildert (personaler Erzähler), was wunderbar passt. Ihre Gedanken und Gefühle waren so authentisch und glaubhaft dargestellt, dass ich ununterbrochen mit ihr gelitten, gehofft, gebangt und geliebt habe. Aber auch andere Perspektiven werden beleuchtet.

Dazu kommen die tollen, vielschichtigen und authentischen Protagonisten, angefangen mit Cinder, die es im Leben nicht leicht hatte und die etwas ganz Besonderes ist. Ich liebe es, wie sie sich von typischen Hauptprotagonisten unterscheidet, schon alleine weil sie ein Cyborg ist. Von der ersten Minute an, als ich sie kennelernen durfte, ist sie mir ans Herz gewachsen.
Aber auch ihre Androidin Iko hat direkt einen Platz in meinem Herzen bekommen. Sie hat für eine Androidin eine seltsame Persönlichkeit und konnte mich immer wieder zum Lachen bringen.
Prinz Kai ist der typische, charmante Prinz, der aber erstaunlich tiefgründig ist. Er würde alles für sein Volk tun und verhält sich nicht, als wäre er etwas Besonderes, obwohl er einmal herrschen wird.
Selbst die „bösen“ Protagonisten, wie z.B. Cinders Stiefmutter haben es mir angetan, weil sie die Geschichte bereichern.
Ich könnte jetzt noch weitere tolle und überzeugende Protagonisten aufzählen, weil alle wichtig und unglaublich faszinierend sind, egal zu welcher Seite sie gehören, aber das würde den Rahmen sprengen.

In „Wie Monde so silbern“ gibt es so viel zu entdecken. So viele Fragen werden nebenbei aufgeworfen, wie z.B. sind Cyborgs immer noch Menschen oder haben sie überhaupt Gefühle? 
Spannung wird durchgehend aufgebaut und das Ende ist atemberaubend, wenn auch ziemlich offen und gemein.

Doch ein Hörbuch wäre nichts ohne seinen Sprecher. Im ersten Moment habe ich die Stimme von Vanida Karun nicht gemocht. Das liegt aber wohl eher daran, dass ich generell lieber Hörbücher mit männlichen Sprechern höre, doch nach kurzer Zeit, war ich wie gebannt von ihrer Fähigkeit den verschiedenen Protagonisten Leben einzuhauchen, ihnen Tiefe und eine eigene Stimme zu geben. Mit viel Ausdruck und verschiedenen Stimmlagen und wenn es nötig war mit passenden Akzenten wurde die Welt von „Wie Monde so silbern“ vor meinen Augen lebendig.

Alles in allem bietet „Wie Monde so silbern“ ein grandioses Gesamtpaket und ich freue mich schon sehr auf die Fortsetzung.

„Wie Monde so silbern“ ist ein Hörbuch, das das Herz von jedem Märchenfan höher schlagen lässt. Originell verpackt in einem Science-Fiktion-Setting serviert Marissa Meyer dem Leser einen Cocktail aus großen Gefühlen, einem tollen Setting, mit wunderbaren Beschreibungen, einem originellen Plot, trotz des Märchenhintergrundes und unglaublichen Protagonisten.
Ich habe jede einzelne Minute genossen und freue mich schon sehr auf die Fortsetzung.

  • Hierbei handelt es sich um den 1. von 4 Bänden.
  • Das gleichnamige Buch ist beim Carlsen-Verlag erschienen: Klick
  • Band 2 („Wie Blut so rot“) erscheint als Hörbuch und Buch am 24.01.2014: Klick  
  • Band 3 („Cress“) erscheint im Original im Februar 2014, Band 4 („Winter“) voraussichtlich 2015. 
  • Hier findet ihr eine Hörprobe: Klick
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[Rezension] Amy Crossing- Harmlose Hölle: Raum 213

 
 

Als Liv sieht, wie ihr Freund Daniel ein anderes Mädchen auf einer Party küsst, verlässt sie diese fluchtartig. Völlig aufgelöst und allein trifft sie auf einen unheimlichen, fremden Jungen, der sie zu kennen scheint. Später erfährt sie, dass es sich bei dem Jungen um Ethan gehandelt hat, einen Jungen der die Eerie High besuchte und nach seltsamen Vorfällen im Raum 213 lange in einer Psychiatrie war.
Immer wieder trifft Liv auf Ethan, der seltsame Drohungen ausspricht, die sie zuerst nicht ernst nimmt. Doch dann findet sie in ihrem Garten eine Leiche. Diese Leiche ist Ethans Exfreundin und immer unheimlichere Dinge geschehen. Wer oder was steckt hinter allem und was hat der Raum 213 damit zu tun?


Selten lese ich Thriller, aber dieser hier klang so interessant, dass ich ihn unbedingt lesen musste.
Er beginnt von Anfang an völlig spannend und es herrscht ein unglaublich schnelles Erzähltempo vor. Zwischendurch überschlagen sich die Ereignisse und man kommt als Leser gar nicht zum Luft holen. Schon die erste Begegnung mit Ethan konnte mich fesseln.

Ethan ist als Protagonist völlig undurchsichtig. Insgesamt wirkt er unheimlich, dann aber wieder nur wie ein Opfer und bis zum Schluss konnte ich mich nicht entscheiden, ob er mir leid tut und ich ihm glauben soll oder er mir Angst macht und genauso ergeht es Liv.
Liv ist eine insgesamt sympathische Protagonistin, die einfach nicht zur Ruhe kommt. Ihre Handlungen sind sehr impulsiv, sie ist sehr nachtragend und handelt meist eher unvernünftig und wie in einem billigen Horrorfilm. Dennoch kann ich sie irgendwie verstehen, weil ich nicht wüsste, wie ich bei ihren Erlebnissen handeln würde. Da alles in wenigen Tagen geschieht, hat sie auch gar keine Zeit über alles nachzudenken.
Zwischendurch zweifelt sie an ihrem Verstand und auch als Leser weiß man nicht, was sie wirklich erlebt und was sie träumt oder sich einbildet.
Amy Crossing schafft es da wirklich den Leser an der Nase herumzuführen und Wahrheit und Fiktion zu vermischen.
Insgesamt kommt mir die Entwicklung der Protagonisten allerdings zu kurz, weil bei den ganzen Geschehnissen einfach keine Zeit ist die Protagonisten näher zu beleuchten und kennenzulernen. Das finde ich etwas schade.

Die Idee des Plots gefällt mir dagegen sehr gut, auch wenn viele Beschreibungen an einen Teenie-Horrorfilm erinnern und manche Effekte übertrieben wirken. Leider erfährt man nicht, was hinter dem Raum 213 steckt und was Ethan da wirklich erlebt hat. Man kann nur spekulieren und hoffen, dass man in den Folgebänden mehr erfährt. So wirkt alles nicht ganz durchdacht oder unlogisch.

Besonders gelungen ist das Rätseln um den Täter. Ethans Freundin wurde ermordet und Amy Crossing schafft es, dass man zwischendurch jeden verdächtigt, egal ob Ethan, Daniel oder Livs Bruder Jessie. Bis zum Schluss kennt man die Wahrheit nicht und wird immer wieder in die Irre geführt.

Zwischendurch gibt es neben den Geschehnissen, die aus Livs Perspektive (personaler Erzähler) erzählt werden auch immer wieder Rückblenden aus den Geschehnissen im Raum 213 vor einiger Zeit. Besonders die Abschnitte im Raum 213 fande ich spannend, gruselig und geheimnisvoll und ich wüsste gerne mehr über diesen geheimnisvollen Raum.
Durch kurze Abschnitte, spannende Cliffhanger am Kapitelende, einem leichten und lockeren Schreibstil mit kurzen Sätzen fliegen die Seiten beim Lesen nur so dahin und man kann trotz der Mängel gar nicht anders, als das Buch zu inhalieren. Das Ende ist in sich abgeschlossen, aber einfach unzufriedenstellend, weil man immer noch sehr viele Fragen hat und es mir so einfach nicht gefallen hat.
Dennoch werde ich die Reihe weiter verfolgen, in der Hoffnung mehr über den Raum 213 zu erfahren und spannende Unterhaltung zu bekommen.


„Harmlose Hölle“ bietet spannende und kurzweilige Unterhaltung. Es herrscht ein hohes Erzähltempo vor, was leider auf die Kosten der Protagonisten geht. Nicht alles ist logisch und das Ende war nicht mein Fall, dennoch hat es mich gut unterhalten und ich würde gerne mehr über den Raum 213 erfahren.
Ich kann das Buch jedem empfehlen der eine spannende Reihe mit kurzen Bänden sucht und kein Problem mit offenen Fragen hat.