[Rezension] „Too Late“ von Colleen Hoover

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Obwohl Sloan schon längst nicht mehr glücklich ist, bleibt sie bei ihrem Freund und Drogenboss Asa. Sie lebt bei ihm, doch wirklich Ruhe hat sie dort nicht, weil immer wieder fremde Menschen dort ein- und ausgehen und Partys ohne Ende gefeiert werden. Dennoch versucht sie ihr Studium fortzuführen und dort trifft sie auf Carter. Er ist ihr gleich sympathisch und ganz anders als Asa. Als er dann auch noch bei ihr zu Hause auftaucht, weil er Geschäfte mit Asa machen möchte, spitzt sich alles immer mehr zu. Denn Carter ist ein Undercover Cop und er muss Beweise gegen Asa sammeln, da darf er sich nicht von Sloan ablenken lassen…

Auf dieses Buch war ich besonders gespannt, weil es etwas ganz anderes sein soll, als man sonst von Colleen Hoover kennt. Und es stimmt, auch wenn man Colleen Hoover und ihre Art auch in diesem Buch wiedererkennt, ist „Too Late“ härter, gefährlicher, heftiger und krasser, aber auch erwachsener und sehr tiefgründig. Es geht eher in den Dark Romance Bereich mit Psychothriller-Elementen. Viele heftige Themen werden angesprochen und inmitten befindet sich die hilflose Sloan, die denkt, dass sie nichts an ihrem Leben ändern kann. Die Themen reichen von Drogenmissbrauch, bishin zu heftigem Sex und Gewalttaten. Das Buch ist brutal und voller Emotionen.

Es ist daher gewiss auch nicht für jeden etwas, aber mich konnte der Plot sehr fesseln, auch wenn ich oft gedacht habe, es kann nicht mehr schlimmer werden und dann schlitterte ich von einem Horror in den nächsten. Dadurch hat mich das Buch auch nach dem Lesen noch lange beschäftigt. Neben den heftigen Themen, fand ich Carters Rolle als Undercover Cop unglaublich faszinierend, aber auch die Liebesgeschichte, die zwischen ihm und Sloan entsteht, konnte mich überzeugen, weil sie etwas ganz Besonderes ist.

Sloan allerdings war eine Protagonistin, über die ich oft den Kopf schütteln musste. Zwar verstehe ich, dass sie sich von Asa abhängig fühlt, da sie nicht weiß wohin und nicht nur für sich bei ihm bleibt, aber dennoch fand ich ihre Entscheidungen oft fragwürdig, aber nicht abwegig. Wie oft gibt es wirklich Frauen, wie sie, die nicht von einem Mann loskommen und sich abhängig fühlen? Deswegen fand ich Sloan durchaus authentisch und realistisch, auch wenn ich sie oft nicht mochte. Asa ist ein Mensch, den man nur hassen kann. Er behandelt Frauen wie Dreck, liebt Sloan aber wirklich. Im Laufe des Buches wird klar, wieso er so ist wie er ist, aber dennoch gewinnt er nicht an Sympathie. Carter war meine Lieblingsfigur in dem Buch. Als Cop hat er eine wichtige Aufgabe, ist aber einfach auch sympathisch und so gut zu Sloan.

Diese Konstellation der drei sehr unterschiedlichen Figuren fand ich insgesamt sehr gelungen. Dieser positive Einsdruck wird dadurch unterstützt, dass der Plot abwechselnd aus der Ich-Perspektive von Sloan, Asa und Carter geschrieben ist. So bekommt man einen Einblick in die drei Figuren, was ich sehr wichtig fand. Ansonsten ist der Schreibstil gewohnt erstklassig, eindringlich und voller Emotionen.

Das Ende hat mich dann noch mal richtig schockiert, aber ich muss sagen, dass es das Buch sehr gut abrundet. Hier hat Colleen Hoover auf andere Art gezeigt, was sie kann, düsterer, heftiger und gefährlicher.

„Too Late“ ist härter, gefährlicher, heftiger, düsterer, brutaler und krasser als alles andere von der Autorin, aber es klingt nach und war unglaublich fesselnd. Ich rutschte von einem Horror in den nächsten und hoffte auf ein Happy End von Sloan und Carter. Denn die Liebesgeschichte der beiden ist etwas Besonderes. Von mir gibt es definitiv eine Leseempfehlung, auch wenn ich denke, dass das Buch nicht für jeden etwas ist.

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