[Rezension] „Dry“ von Neal und Jarrod Shusterman

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Obwohl es Anzeichen gab, haben die Menschen nicht geglaubt, dass es irgendwann kein Wasser mehr geben könnte. Doch eines Tages dreht Alyssa den Wasserhahn auf und es kommt kein einziger Tropfen. Es ist ein heißer Junitag und der sogenannte Tap-Out beginnt. Keiner weiß, ob und wann es wieder Wasser für die Menschen in Kalifornien geben wird. Schnell entwickelt sich alles zu einem Kampf ums Überleben und mitten drin befindet sich Alyssa, die alles versucht, damit sie und ihr Bruder überleben.

Seit der „Vollendet“-Reihe bin ich ein großer Fan von Neal Shustermans Werken und als ich zum ersten Mal gehört habe, dass er ein Buch zusammen mit seinem Sohn schreibt, war ich direkt Feuer und Flamme und konnte es gar nicht erwarten „Dry“ zu lesen. Zwar ist „Dry“ meiner Meinung nach nicht eins seiner besten Bücher, aber dennoch hat er zusammen mit seinem Sohn ein eindringliches und erschreckend authentisches Buch geschaffen, auch, wenn es vielleicht etwas überspitzt und übertrieben ist.

Das Thema der Wasserknappheit ist dank des Klimawandels hochaktuell und taucht deswegen zur Zeit in vielen Büchern auf. Deshalb ist die Idee des Buches auch nicht wirklich neu, aber durchaus realistisch. Die Anzeichen sind da und wenn wir Pech haben, dann wird das was hier Fiktion ist, irgendwann Realität und gerade deshalb konnte mich „Dry“ so sehr fesseln und mitreißen. Das Buch rüttelt auf und regt zum Nachdenken an. Es schockierte mich oft und hier wird gezeigt, wie schnell doch die Menschlichkeit und die Zivilisation zu Grunde geht, wenn es ums nackte Überleben geht. Dennoch wirkte manches auf mich etwas übertrieben und ich bin mir nicht sicher, ob Menschen, die dehydriert sind, wirklich so handeln würden.

Denn hier gibt es z.B. die Wasserzombies. Menschen die eher wie Zombies sind, da sie nicht mehr wie Menschen handeln, weil sie so unter dem Wassermangel leiden. Auch bin ich mir unsicher, ob es so realistisch ist, dass Alyssas Eltern verschwinden und nicht wiederkommen und sie zusammen mit ihrem zehnjährigen Bruder und ihrem Nachbarsjungen überleben muss. Das kann ich mir aber auch noch damit erklären, dass die Menschen die Gefahr einfach weiterhin unterschätzen, was leider oft ein Problem der Menschheit ist.

Spannend fand ich, wie die Menschen dann Wasser gewinnen, wie sie versuchen zu überleben und was Alyssa und die anderen unternehmen. Der Plot ist sehr trostlos und es herrscht eine gedrückte Stimmung vor, die dank des bildhaften und grandiosen Schreibstils perfekt getroffen wurde. Ich hatte beim Lesen stets das gefühl Durst zu haben, so bildhaft wurde alles geschildert. Der Plot wird aus verschiedenen Ich-Perspektiven geschildert und durch Snapshots ergänzt, die Nebenhandlungen zeigen und durch die man einen noch besseren Überblick über die Welt des Buches bekommt.

Alyssa ist eine Protagonistin, die mir gleich sehr gut gefallen hat, weil sie nicht aufgibt, für ihren Bruder da ist und oft gute Ideen hat. Zwar gefielen mir ihre Vorurteile gegenüber ihrem Nachbarn Kelton nicht, aber da seine Familie auch sehr speziell ist, konnte ich das nachvollziehen. Denn Keltons Familie hat sich schon immer auf den Weltuntergang vorbereitet und ist schon ungewöhnlich. Doch ich mochte Kelton, schon alleine, weil er Alyssa und ihrem Bruder hilft. Ich fand die Figuren des Buches sehr vielschichtig und toll dargestellt.

Das Ende bietet einen gelungenen Abschluss und zeigt, wie das Erlebte die Figuren des Buches verändert hat. Sie haben schreckliches erlebt, es gab Gewalt und Tod und gerade deshalb hat mich das Buch oft schockieren können. Manches war zwar vorhersehbar, aber es gab auch immer wieder Wendungen, die bei mir für Gänsehaut und einem offen stehenden Mund gesorgt haben. Ich konnte das Buch gar nicht aus der Hand legen und kann es definitiv empfehlen.

Mit „Dry“ haben die Autoren ein erschreckend authentisches Buch geschaffen, dass leider viel zu schnell Realität werden könnte. Es rüttelt auf und regt zum Nachdenken an. Danach habe ich meinen eigenen Wasserkonsum überdacht und viel über das Thema nachgedacht. Zwar kam mir manches zu überspitzt und übertrieben vor, aber dennoch konnte mich das Buch fesseln, schockieren und in seinen Bann ziehen. Somit kann ich „Dry“ definitiv empfehlen.

3 Replies to “[Rezension] „Dry“ von Neal und Jarrod Shusterman”

  1. Hallo Mandy,

    auf dieses Buch freue ich mich auch schon sehr und möchte es im Juni lesen. Gerade das Thema reizt mich und ich bin gespannt, wie es die beiden Autoren aufgebaut haben. Ich könnte ich mir vorstellen, dass dein Kritikpunkt „überspitzt und übertrieben“ zum Nach- bzw. Umdenken sowie einer Austausch untereinander anregen soll. Auf jeden Fall bin ich sehr gespannt, wie es mir gefallen wird.

    Liebe Grüße,
    Uwe

    1. Hi Uwe,
      du wirst es bestimmt mögen und mit deiner Anmerkung zu dem „überspitzt und übertriebenen“ hast du bestimmt recht, weil die beiden Autoren sorgen definitiv dafür, dass man sich Gedanken macht. Ich wünsche dir auf jeden Fall ganz viel Spaß mit „Dry!.
      Liebe Grüße
      Mandy

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