[Rezension] „Ophelia Scale- Die Welt wird brennen“ von Lena Kiefer

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Ophelia Scale lebt im Jahre 2134 in England. Sechs Jahre ist es her, dass König Leopold de Marais an die Macht gekommen und die Abkehr in Kraft getreten ist. Seitdem ist die Nutzung der Technologie für die Menschen verboten. Etwas, womit die 18-jährige Ophelia nicht leben kann. So hat sie sich der Widerstandsgruppe ReVerse angeschlossen und versucht alles um den König zu stürzen. Sie hat ein festes Ziel vor Augen. Doch dann verliebt sie sich in den Bruder des Königs und muss alles noch einmal überdenken. Hält sie an dem Widerstand fest oder entscheidet sie sich für die Liebe?

In letzter Zeit lese ich weniger Dystopien als früher, was vor allem daran liegt, dass es doch oft immer das Gleiche ist. Doch als ich von dieser Dystopie gehört hatte, wurde ich direkt neugierig, zumal es sich bei Lena Kiefer um eine deutsche Autorin handelt. Und ich muss sagen, dass sie hier ein eindrucksvolles Debüt geschaffen hat. Es fängt schon damit an, dass sie ein spannendes und überzeugendes Zukunftsszenario erschaffen und sich beim Worldbuilding anscheinend wirklich Gedanken gemacht hat. Mit dem Setting konnte sie mich also schon einmal überzeugen.

Aber auch das restliche Buch gefiel mir sehr. Das Buch fängt mitten im Geschehen und unglaublich spannend an und erst nach und nach wird klar, in was für einer Welt Ophelia lebt. Für uns ist eine Welt ohne Technologie undenkbar, aber ich finde, dass die Autorin hier eine Welt geschaffen hat, die nicht nur schwarz und weiß ist. Es hat auch Vorteile, dass die Technologie verboten wurde.

Doch Ophelia ist jung, sie ist eigensinnig und brennt für ihre Ziele. Sie vermisst die Technologie, weil ihr dadurch auch ihre Zukunft genommen wurde und tut alles für den Widerstand. Dafür veruscht sie eine der Leibwachen des Königs zu werden und muss in einem Wettkampf ihr Können beweisen. So kommt sie dem König immer näher, aber auch seinem Bruder und schnell verliebt sie sich. Das ging mir persönlich etwas zu schnell, zumal Ophelia schon einmal verliebt war und denjenigen vermisst. Auch sonst konnte ich ihre Handlungen nicht immer nachvollziehen, aber vieles war auch verständlich und authentisch dargestellt und an sich mochte ich Ophelia sehr. Alle anderen Figuren blieben ziemlich geheimnisvoll, was aber auch irgendwie den Reiz des Ganzen ausmachte.

Der Plot ist zeitweise unglaublich spannend, dann wieder ruhiger. Es gibt Überraschungen, aber auch manch vorhersehbare Wendung. Doch insgesamt konnte mich das Buch sehr gut unterhalten. Zudem ist der Schreibstil sehr angenehm zu lesen und ich konnte mir alles sehr gut vorstellen. Alles wird aus Ophelias Ich-Perspektive dargestellt, was mir ebenfalls sehr gut gefiel, weil ich ihre Emotionen so hautnah miterleben konnte.

Das Ende ist dann wirklich fies und ich kann den nächsten Band gar nicht erwarten, da das Buch mit einem ziemlichen Cliffhanger endet.

Alles in allem hat Lena Kiefer hier ein eindrucksvolles Debüt geschaffen. Vor allem das Setting fand ich sehr gelungen, aber auch sonst konnte mich das Buch sehr gut unterhalten und ich bin nach dem fiesen Cliffhanger am Ende mehr als gespannt auf den zweiten Band. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung für Dystopiefans.

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