[Rezension] „Ramona Blue“ von Julie Murphy

Das Copyright und die Bildrechte vom Cover liegen beim Fischer Verlag.

Die 17-jährige Ramona lebt zusammen mit ihrem Vater und ihrer älteren Schwester in einem Trailerpark. Auf engstem Raum müssen sie seit dem Hurrikan Katrina, der ihnen alles genommen hat, leben. Ramonas Leben ist alles andere als einfach und dank der Schwangerschaft ihrer Schwester noch einmal komplizierter. Denn Ramona ist klar, sie kann ihre Familie nicht im Stich lassen. Sie pendelt zwischen der Schule, mehreren Jobs und ihrer Familie hin und her, hat Liebeskummer und eigentlich keine Zeit für sich. Doch dann kehrt ihr Jugendfreund Freddie zurück und weckt in ihr ungewohnte Gefühle. Denn eigentlich steht das 1,80 Meter große Mädchen mit den blauen Haaren doch auf Mädchen, oder etwa doch nicht?

Da mir schon „Dumplin“ von der Autorin gut gefallen hatte, war ich sehr gespannt auf „Ramona Blue“, und ich muss sagen, dass mir dieses Buch sogar noch etwas besser gefallen hat. Es ist ein ruhiges Buch über eine sympathische Protagonstin, die es im Leben nicht einfach hat. Sie liebt es zu schwimmen und hat es mit ihrer Größe und ihrer Familie nicht immer leicht. Doch sie gibt nicht auf und würde für ihre Familie alles opfern. Das Buch beginnt damit, dass sie sich von ihrer Sommerliebe verabschieden muss und so hat sie erst einmal Liebeskummer, bis Freddie auf der Bildfläche auftaucht.

Ihn mochte ich unglaublich gerne. Er ist ein liebevoller und toller Mensch. Ramonas Familie dagegen hat bei mir keine wirklichen Sympathiepunkte sammeln können. Ramonas Schwester ist eigensinnig und egoistisch, ihr Freund ein Loser und ihre Mutter hat Ramona einfach verlassen. Aber ich fand die enge Bindung der beiden Schwestern zu einander toll und wunderbar dargestellt.

Dieses Buch ist ein ganz besonderes Buch über das Erwachsenwerden, die erste Liebe, Freundschaft, Familie und das Leben an sich. Ramona muss sich kleineren und größeren Problemen stellen und ihren Weg im Leben finden. Man begleitet sie fast ein Jahr und lernt Ramona so mit all ihren Schwächen und Stärken sehr genau kennen. Durch die gewählte Ich-Perspektive konnte ich ihre Gefühle durchweg nachvollziehen und habe mit ihr gelitten und gelacht. Es ist ein sehr emotionales Buch mit einigen Problemen, die es in sich haben. In dem Buch steckt so viel mehr als man zunächst denkt. Es werden auch Themen wie Armut, eine zu frühe Schwangerschaft oder auch Rassismus angesprochen, was ich sehr gelungen fand, weil es hier so dargestellt wurde, dass es nicht zu viel war.

Der Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen, dabei leicht und locker und sehr jugendlich gehalten. Und obwohl es sich hierbei eher um ein ernstes Buch handelt, kommt auch der Humor nicht zu kurz. Es gibt immer wieder Momente in denen ich laut auflachen musste und in denen das Buch toll aufgelockert wurde.

Das Ende ist dann sehr passend und gefiel mir gut. Allerdings störte mich ein Aspekt, weswegen ich dem insgesamt großartigen Buch nur sehr gute vier Sterne geben kann. Doch alles in allem fühlte ich mich wunderbar unterhalten und bin froh, dass ich Ramona kennenlernen durfte.

„Ramona Blue“ ist ein ganz besonderes Buch über das Erwachsenwerden, die erste Liebe, Freundschaft, Familie und das Leben an sich. Ich mochte Ramona unglaublich gerne und bin froh, dass ich sie ein Stückchen auf ihrem Weg begleiten durfte. Von mir gibt es definitiv eine Leseempfehlung für Fans solcher Bücher.

2 Replies to “[Rezension] „Ramona Blue“ von Julie Murphy”

  1. Hallo Mandy,

    das Buch steht, neben „Dry“, im Juli auf meiner Leseliste und da ich „Dumplin“ im letztes Jahr ebenfalls klasse fand, freue ich mich schon ungemein auf dieses Buch. Schön, dass es dir so gut gefallen hat.

    Liebe Grüße,
    Uwe

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