[Rezension] „Acht Wochen Wüste“ von Wendelin Van Draanen

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Ohne Vorwarnung wird die 14-jährige Wren mitten in der Nacht geweckt. Ohne eine Chance zu haben wird sie ins Auto verfrachtet und landet schließlich mitten in der Wüste. Denn ihre Eltern wissen nicht mehr weiter und haben sie in einem Wildnis-Therapie-Camp in Utah angemeldet. Wren ist wütend, denn sie soll dort acht Wochen bleiben und eine Flucht ist unmöglich.

Ich lese zwar selten Bücher, die sich mit Therapien auseinandersetzen, aber ich fand die Idee des Wildnis-Therapie-Camps ziemlich ausgefallen und so war ich mehr als gespannt auf das Buch. Man begleitet hier die 14-jährige Wren, die auf die schiefe Bahn geraten ist. Durch falsche Freunde ist sie immer mehr vom Weg abgekommen. Konsumiert Alkohol und Drogen und sackt immer mehr in der Schule ab. Ihre Eltern kommen nicht mehr an sie heran und so greifen sie zu einem mehr als drastischen Mittel, das Therapie-Camp in der Wildnis von Utah.

Als Leser wird man mitten ins Geschehen katapultiert. Ohne Einstieg begleitet man Wren, die mitten in der Nacht aus dem Bett geholt wird. Parallel zu der Gegenwart wird aber auch Wrens Vergangenheit geschildert, sodass man nach und nach erfährt, wieso Wrens Eltern denn zu so drastischen Mitteln gegriffen haben und wieso Wren überhaupt so auf die schiefe Bahn geraten ist. Beide Handlungsstränge führen immer mehr zusammen, bis ein stimmiges Bild entsteht. Das fand ich sehr gelungen.

Spannend fand ich auch das Setting. Ganz nebenbei erfährt man als Leser, wie man in der Wüste überleben kann, denn Wren muss wirklich hart kämpfen, damit sie das übersteht. Zudem hat sie viel Zeit zum Nachdenken und ihr Verhalten zu reflektieren. Ich fand es spannend zu verfolgen wie sie sich entwickelt und wie sie lernt in der Wüste zu überleben. Das Buch ist sehr authentisch und jegliche Entwicklung realistisch.

Ich konnte sowohl Wren, als auch ihre Eltern verstehen und mich in sie hineinversetzen. Denn sie waren sehr authentisch und gut dargestellt. Vor allem fand ich, dass Wrens Emotionen sehr gut vermittelt wurden und obwohl sie zu Beginn wirklich keine Sympathiepunkte sammelt und ein nerviger Mensch ist, konnte ich sie verstehen, was für das Buch spricht.

Der Schreibstil passt perfekt zu der Geschichte und die gewählte Ich-Perspektive war ebenfalls richtig gut, da man selbst in der Art, wie Wren alles schildert, merkt, dass sie sich entwickelt. Dazu ist alles jugendlich und so geschrieben, dass man wirklich das Gefühl hat, dass eine 14-jährige hier spricht.

Das Ende hat mich ebenfalls überzeugt, obwohl ich sagen muss, dass das Buch zwischendurch ein paar Längen hat. Ich fand es sehr gut, keine Frage, aber irgendwie hat mir etwas gefehlt um hier die vollen Punkte zu geben. Vielleicht lag es auch einfach nur an der sehr schwierigen Wren.

Wer nach einem etwas anderem Therapiebuch sucht, sollte hier einen Blick riskieren. Die Idee des Wildnis-Therapie-Camps fand ich sehr gelungen und auch die Umsetzung konnte mich überzeugen. Von mir gibt es sehr, sehr gute vier Sterne.

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