[Rezension] „Rivergold“ von Ally Condie

Das Copyright und die Bildrechte vom Cover liegen beim Fischer FJB Verlag.

Der Tod von Romys großer Liebe Call hat Romy für immer verändert. Sie sinnt nach Rache und hat es sich zur Aufgabe gemacht das verbliebene Baggerschiff „Lily“ gegen die Piraten zu schützen und dabei so viele wie möglich von ihnen zu töten. Denn die Piraten haben das erste Baggerschiff überfallen und dabei Call ermordet. Als sie das Baggerschiff nach langer Zeit wieder selber betreten muss um den Serpentine River zu befahren und nach Gold zu schürfen, ist sie Kapitänin des Schiffes. Doch schnell merkt sie, dass sie einen Verräter an Bord hat und weiß nicht, wem sie trauen kann. Schwere Entscheidungen müssen getroffen werden und über allem schwebt die Bedrohung durch die Piraten.

Schon als ich zum ersten Mal von diesem Buch gehört hatte, wurde ich neugierig und auch die Leseprobe fand ich spannend, sodass ich mich sehr auf diesen dystopischen Roman gefreut hatte. Doch leider wurde ich dann ziemlich enttäuscht. Denn ich finde nicht, dass es wirklich eine Dystopie ist, weil man von der Welt an sich nur sehr wenig erfährt. Es gibt einen Außenposten, der ziemlich im Dunkeln bleibt, dort lebt der Admiral und von da startet das Baggerschiff um nach Gold zu schürfen. Kurzzeitig erfährt man noch wo die Piraten leben und schließlich die Beweggründe des Admirals. Die restliche Welt bleibt um Dunkeln und alles dreht sich um das Baggerschiff, das Gold und die Piraten. Das empfand ich als ziemlich schwach, dabei hatte die Idee durchaus Potenzial.

Was mir dagegen gut gefiel, war Romys Geschichte. Sie hat ihre große Liebe schon früh verloren, was sie verändert hat, sodass es in diesem Buch so gut wie keine Liebesgeschichte gibt, was ich sehr erfrischend fand, auch wenn Call immer in ihren Gedanken ist. Dafür ist Romy auf der Suche nach Rache, findet aber auf diesem Weg zu sich selbst. Zu Beginn erfährt man wie Romys Freund Call stirbt und dann erlebt man wie kalt Romy dadurch geworden ist. Sie misstraut jedem und sieht hinter allem eine Verschwörung, aber ich mochte es, wie sie sich schließlich entwickelt. Nur ihre Beweggründe konnte ich oft nicht nachvollziehen. Die anderen Figuren blieben insgesamt eher blass dargestellt und ich hatte Probleme mich in sie hineinzuversetzen.

Den Plot fand ich zu Beginn noch sehr spannend, aber irgendwann ließ die Spannung nach und ich merkte, dass ich mich zwingen musste weiterzulesen. Das Buch konnte mich ab einem gewissen Punkt kaum noch fesseln. Romys verliert sich gerne in ihren Gedanken und so passiert eigentlich gar nicht so viel. Zudem ist das Buch dadurch sehr deprimierend, ohne viel Hoffnung und düster und traurig. Ich fand es auf die Dauer anstrengend Romys Gedanken zu folgen, zumal alles aus ihrer Ich-Perspektive geschildert wurde. Der Schreibstil an sich war aber angenehm zu lesen.

Gut finde ich allerdings, dass es sich hierbei um einen Einzelband handelt, auch wenn das Ende sehr speziell ist und es gut eine Fortsetzung geben könnte. Sollte es irgendwann dann doch mal eine Fortsetzung geben, würde ich sie aber wohl nicht lesen, dafür hat mich das Buch dann doch zu sehr enttäuscht. Auch empfand ich es als sehr vorhersehbar, was mir zusätzlich die Spannung genommen hat. Dennoch denke ich, dass dieses Buch seine Fans finden wird, für mich war es einfach nicht das Richtige.

Von mir bekommt „Rivergold“ nur sehr knappe drei Sterne. Zwar fand ich die Grundidee und den Beginn des Buches spannend, aber die Welt des Buches bleibt zu blass und irgendwann langweilte mich das Buch eher als das es mich unterhalten konnte. Für mich war es eine ziemliche Enttäuschung, vor allem da ich mich sehr auf das Buch gefreut hatte.

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