[Rezension] „Das Licht von tausend Sternen“ von Leonie Lastella

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Harpers Leben ist anders als das von ihren Mitstudenten. Denn jeden Abend kümmert sie sich um ihren autistischen Bruder, der viel Zuwendung und Aufmerksamkeit braucht. Alles muss seinen geregelten Ablauf haben und da kann Harper die Ablenkung durch Ashton, der eines Tages in ihr Leben tritt, auf keinen Fall gebrauchen. Doch Ashton gibt nicht auf und nach und nach findet er einen Weg in Harpers Herz. Zum ersten Mal in ihrem Leben kommt Harper in Versuchung ihre Familie im Stich zu lassen.

Auf dieses Buch hatte ich mich unglaublich gefreut, zumal ich das Thema Autismus spannend finde. Ich arbeite selber mit teils autistischen Kindern zusammen und so war ich sehr gespannt, wie die Autorin dieses Thema in eine Liebesgeschichte miteinfließen lässt, vor allem da es viele Facetten von autistischen Kindern gibt. Das ist der Autorin aber meiner Meinung nach grandios gelungen. Sie hat Harpers Bruder unglaublich authentisch und realitisch dargestellt und auch Harpers Zwiespalt war stets spürbar. Denn obwohl sie ihren Bruder liebt und alles für ihn macht, fällt es ihr nicht immer leicht für ihn vieles opfern zu müssen, vor allem nachdem Ashton in ihr Leben tritt.

Wäre dieser Zwiespalt nicht vorhanden gewesen, hätte ich das Buch als unglaublich unrealistisch empfunden, denn egal wie sehr man seinen Bruder liebt, mit einem autistischen Jungen zurecht zu kommen ist nicht einfach. So waren die Figuren wirklich authentisch und großartig dargestellt und auch Ashton hat viele Facetten, denn auch sein Leben verlief nicht immer ohne Probleme. Dennoch fand ich es großartig wie einfühlsam er ist.

Wer jetzt Angst hat, dass sich das ganze Buch nur um das Thema Autismus dreht, den kann ich aber beruhigen. Das Buch dreht sich um Harpers Studium, Freundschaft, Trauer, die erste große Liebe, den WG-Alltag und vieles mehr. Viele alltägliche Themen finden hier ihren Platz, sodass man sich als Leser wunderbar mit den Figuren des Buches identifizieren kann. Das wird durch einen sehr angenehmen und einnehmenden Schreibstil, der Emotionen perfekt vermittelt, noch verstärkt. Der Plot wird abwechselnd aus Harpers und Ashtons Ich-Perspektive geschildert, was ich sehr passend finde.

Allerdings war mir das Buch ein bisschen zu kitschig und zu vorhersehbar, was mir etwas den Lesespaß genommen hat. Zwar gefiel mir der Plot und ich habe das Buch wirklich gerne gelesen, aber mir fehlte irgendwie etwas um die volle Punktzahl zu vergeben. Dennoch gefiel es mir, wie die Figuren des Buches sich verändern und wie Ashton nach und nach Zuganz zu Harpers Welt bekommt. Alles in allem bekommt man hier eine schöne Liebesgeschichte mit Hindernissen geboten und wer solche Bücher mag, dürfte definitiv gefallen an der Geschichte von Harper und Ashton finden.

„Das Licht von tausend Sternen“ ist ein schönes Buch für zwischendurch. Vor allem das Thema Autismus fand ich spannend, aber in dem Buch steckt noch so viel mehr. Wer Liebesgeschichten mit Hindernissen mag, dem kann ich dieses Buch definitiv ans Herz legen.

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