[Rezension] „Tara und Tahnee- Verloren im Tal des Goldes“ von Patrick Hertweck

Das Copyright und die Bildrechte vom Cover liegen beim Thienemann Verlag.

Die elfjährige Tahnee lebt im Jahre 1856 ziemlich zurückgezogen mit ihrem Vater in den Bergen von Sierra. Die Beiden führen eigentlich ein ruhiges Leben, bis eines Tages ein Kopfgeldjäger vor Tahnees zu Hause steht und sie zusammen mit ihrem Vater fliehen muss. Doch auf der Flucht verliert sie ihren Vater und muss sich von da an alleine durch die Wildnis schlagen. Dabei hält sie sich an das Versprechen, das sie ihrem Vater gegeben hat und versucht nach San Francisco zu kommen. Dort trifft sie auf Tara, mit der sie ein besonderes Geheimnis verbindet.

Schon als ich zum ersten Mal von dem Buch gehört hatte, war mir klar, dass ich es lesen muss. Es klang nach einer spannenden Abenteuergeschichte, die im Wilden Westen spielt. Als Kind habe ich solche Geschichten geliebt und als ich nun dieses Buch gelesen habe, habe ich mich wieder in diese Zeit zurückversetzt gefühlt. Das Setting wurde großartig beschrieben und ich hatte ein wahres Kopfkino. Man durchstreift zusammen mit Tahnee ganze Wälder, verlassene Geisterstädte und noch vieles mehr.

Dabei konnte mich das Buch gerade dadurch von sich überzeugen, dass es mal etwas anderes ist. Viele Kinderbücher drehen sich um Magie und ähnliches und da sticht dieses Kinderbuch einfach aus der Masse heraus. Ich habe schon lange kein überzeugendes Abenteuerbuch mit so einem tollen Setting gelesen und ich denke, dass auch meinem Sohn das Buch gefallen wird, wenn er alt genug ist. Denn dieses Buch ist wirklich rasant und spannend. Es passiert so einiges und es wird nicht langweilig. Zwar war mir eine Wendung des Buches schon von Anfang an klar, aber ich denke, dass diese Wendung gerade Kinder der Zielgruppe überraschen könnte und selbst wenn nicht, ist das Buch dennoch einfach großartig.

Vor allem die Protagonisten haben es mir angetan. Tahnee ist tough und weiß sich zu helfen. Dabei hat sie es wirklich nicht einfach, aber sie lässt sich nicht unterkriegen und findet auf ihrem Weg sogar neue Freunde. Tara dagegen ist ganz anders aufgewachsen als Tahnee, denn sie wurde stets sehr behütet. Beide Mädchen waren mir von Grund auf sympathisch und ich habe mit ihnen gefühlt.

Auch der Schreibstil gefiel mir sehr, denn der Autor schreibt unglaublich atmosphärisch, dabei leicht und locker und voller Emotionen. Ich hatte das Gefühl hautnah dabei zu sein. Der Plot wird größtenteils aus der personalen Erzählperspektive von Tahnee geschildert, nur unterbrochen durch Tagebucheinträge von Tara, wodurch man auch ihre Perspektive geschildert bekommt. Diese Art des Erzählens gefiel mir richtig gut.

Zudem zeigt der Autor eindrucksvoll, wie das Leben zu der Zeit wirklich war. Themen wie Rassismus, Kopfgeldjäger oder auch Indianer, die an eingeschleppten Krankheiten sterben, finden hier einen Platz und machen das Ganze noch authentischer und eindrucksvoller. Der Plot ist facettenreich und rasant und am Ende löst sich alles überzeugend auf. Das Ende rundet dieses wirklich grandiose Buch perfekt ab und so kann ich es komplett empfehlen.

Wer nach einem tollen Abenteuerbuch mit einem grandiosen Setting sucht, das sich von der Masse abhebt, der sollte sich dieses Buch nicht entgehen lassen. Mich konnte es komplett begeistern und gibt es von mir eine ganz klare Leseempfehlung.

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