[Rezension] „Die Silbermeer-Saga – Der König der Krähen“ von Katharina Hartwell

Das Copyright und die Bildrechte vom Cover liegen beim Loewe Verlag.

Edda und ihr Bruder Tobin haben sich in Colm nie wirklich zu Hause gefühlt. Sie sind dort nicht geboren und wurden von den meisten Bewohnern Colms nie richtig akzeptiert. Jedes Jahr zur Zeit der Kaltwochen verschwindet ein Kind spurlos aus Colm. Keiner weiß, was mit den Kindern geschieht und keines taucht je wieder auf. Um das Verschwinden ranken sich Geschichten. Doch dieses Jahr ist alles anders, denn es verschwinden zwei Kinder und eines davon ist Tobin. Edda kann den Verlust ihres Bruders nicht ertragen und gibt sich nicht mit den Geschichten  zufrieden. Sie begibt sich auf die Suche nach Antworten und schließlich macht sie sich auf den Weg ins Inselreich.

Schon als ich zum ersten Mal von diesem Buch gehört hatte, wurde ich neugierig und ich muss zugeben, dass meine Erwartungen hoch waren. Leider muss ich sagen, dass das Buch meinen Erwartungen nicht ganz gerecht werden konnte. Zwar liebe ich die Idee des Buches, denn das Setting ist großartig, aber ich hatte Probleme mit dem Einstieg. Colm als Dorf und alles was damit zusammenhängt gefiel mir sehr und auch das Inselreich und deren Bewohner haben definitiv ihren Reiz, aber ich hatte Schwierigkeiten am Ball zu bleiben. Trotz dieser fantastischen Welt, voller Abenteuer und spannende Wesen, zog sich das Buch für mich in die Länge.

Dabei kann ich nicht mal genau sagen, woran das lag, denn auch den Schreibstil mochte ich sehr. Denn die Autorin schreibt sehr eindringlich und teils sehr poetisch, was mir hier sehr gut gefiel. Und auch Edda als Protagonistin mochte ich. Sie hat es nie leicht gehabt, denn ihr Bruder wird von den anderen Kindern gequält und Edda muss tagein und tagaus eine Arbeit verrichten, die sie hasst. Doch als ihr Bruder verschwindet, überwindet sie jegliche Gefahren und Hindernisse und erkämpft sich mutig einen Weg. Außerdem mag ich es, dass sie oft bei anderen Menschen aneckt, denn das machte sie für mich sehr authentisch, denn sie hat nie wirklich dazugehört. Allerdings waren ihre Emotionen für mich nicht immer greifbar und ich hatte Probleme einen Zugang zu ihr zu finden, was ich sehr schade fand.

Der Plot an sich hat eigentlich viel zu bieten, aber durch den langatmigen Einstieg fiel es mir schwer das Buch zu mögen. Erst als Eddas Abenteuer richtig los geht, konnte mich das Buch mehr fesseln und nach und nach in seinen Bann ziehen. Als Leser wird man an exotische Orte geführt und erlebt teils skurrile Figuren, was ich sehr mochte. Doch bis es soweit war, hatte ich auch ungefähr die Hälfte des Buches gelesen. Ich glaube, ich habe überhaupt nur soweit durchgehalten, weil ich das Buch unbedingt mögen wollte, schon alleine wegen dem gelungenen Weltenentwurf. Die zweite Hälfte des Buches gefiel mir dann auch deutlich besser und man bekommt hier einen gelungenen Abenteuerroman geboten, der viele Facetten hat. Am Ende bleiben viele Fragen offen und Eddas Reise ist längst noch nicht beendet und so freue ich mich trotz meiner Kritik sehr auf den nächsten Band.

Dieser Auftaktband hat es mir nicht leicht gemacht. Ich hatte zu Beginn Schwierigkeiten am Ball zu bleiben, da mir vieles zu langatmig war. Erst ab der Hälfte des Buches konnte mich das Buch wirklich fesseln und das, obwohl ich den Weltenentwurf sehr mochte. Dennoch bin ich gespannt auf die Fortsetzung, denn die Geschichte hat noch viel Potenzial.

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