[Rezension] „Serafin- Das Kalte Feuer“ von Kai Meyer

Das Copyright und die Bildrechte vom Cover liegen beim Fischer Verlag.

Serafin schafft es gerade so für seine Mutter und sich zu sorgen. Als er eines Nachts wieder auf dem Grund des Canal Grande nach wertvollen Gegenständen sucht, beobachtet er, wie dort zwei Mädchen liegen. Als eins der Mädchen weggebracht wird, beschließt er kurzerhand dem anderen Mädchen zu helfen, immer mit dabei Serafins geflügelte Katze Cagliostra. Von da an verändert sich sein Leben für immer und alles, was er über Venedig zu wissen scheint, wird auf den Kopf gestellt. 

Schon als ich zum erstem Mal gehört habe, dass es eine Fortsetzung der Merle-Trilogie geben soll, war ich Feuer und Flamme. Allerdings war ich auch skeptisch, ob mich eine Fortsetzung nach all der Zeit noch überzeugen können würde, denn es ist bestimmt schon über zehn Jahre her, dass ich Merle und Junipa auf ihren Abenteuern begleitet habe. Dennoch gehört diese Reihe immer noch zu meinen Liebsten und so waren meine Erwartungen an dieses Buch sehr, sehr hoch. Doch zum Glück wurden meine Erwartungen nicht enttäuscht und auch meine Bedenken, ob ich mich noch genug an die Vorbände erinnere, wurden schnell zerstreut.

Schon die ersten Seiten konnten mich in ihren Bann ziehen. Man erlebt hier ein anderes Venedig und einen anderen Serafin. Merle und Junipa reisen seit zwei Jahren durch die Spiegelwelt, immer auf der Suche nach Merles Vater Steven Burbridge. Dafür erkunden sie ein Venedig nach dem Nächsten und werden mittlerweile von den Kartographen gejagt, aber auch viele andere Menschen und Wesen haben Interesse an Junipas Spiegelaugen und sind deshalb hinter den Mädchen her. So sind die beiden schließlich in Serafins Leben gepurzelt und stellen es für immer auf den Kopf.

Für mich war es ein Highlight nach all der Zeit wieder mit Merle und Junipa Venedig erkunden zu dürfen und auch die Spiegelwelt und ihre Geheimnisse näher ergründen zu können. Ich finde das Setting einfach grandios. Schon als ich von dem Buch gehört hatte, hatte ich mit einer Liebesgeschichte gerechnet. Diese gibt es auch, aber sie ist ganz anders als ich zuerst erwartet hätte und das finde ich gut so. Auch die Umsetzung von Serafin gefiel mir sehr. Denn er ist nicht einfach ein Ersatz für den Serafin aus der ursprünglichen Trilogie, sondern ein eigenständiger Mensch mit tollen Fähigkeiten und einer tollen Art. Er hat sein Herz am rechten Fleck und kümmert sich liebevoll um seine kranke Mutter. Für sie würde er alles tun.

Ich mag die Figuren dieser Fortsetzung unglaublich gerne, nicht nur Serafin, auch Merle und Junipa sind mir richtig ans Herz gewachsen. Beide sind deutlich älter und reifer geworden. Man merkt, dass sie einiges durchgemacht haben und auch, dass die Freundschaft der beiden daran noch mehr gewachsen ist. Beide sind mutig und zeigen, wie wichtig Freundschaft und Vertrauen doch ist. Keine würde die andere jemals im Stich lassen. Mein Highlight aber war Cagliostra, diese mürrische und teils sehr sarkastische Katze hat es mir einfach angetan und mit ihren Worten oft ein Lächeln in mein Gesicht zaubern können.

Der Schreibstil ist gewohnt großartig und unglaublich atmosphärisch. Der Autor schafft es, dass durch wenige Worte ein ganzes Kopfkino entsteht und man einfach mit den Figuren mitfiebern muss. Der Plot wird aus der personalen Erzählperspektive von Serafin und Merle geschildert, was ich als sehr passend empfunden habe.

Auch der Plot war nach meinem Geschmack. Diese Fortsetzung ist spannend, abwechslungsreich und einfach magisch. Dem Autor scheinen nie die Ideen auszugehen, da es hier neue Erkenntnisse und Offenbarungen gibt und seine bisherigen Ideen noch weiter ausgebaut wurden. Ich empfand den Plot zu keiner Zeit als vorhersehbar und als das Buch sich dem Ende neigte, wurde ich etwas wehmütig, denn ich habe diese Fortsetzung unglaublich genossen. Es fühlte sich fast an, wie nach Hause zukommen und ich habe nun richtig Lust die Merle-Trilogie erneut zu lesen. Das Ende passt perfekt zu diesem Buch, dennoch hätte ich nichts dagegen, wenn es irgendwann doch mal wieder eine Fortsetzung geben würde, denn ich liebe die Welt des Buches einfach und halte diese ganze Reihe für etwas ganz Besonderes.

Für mich war diese Fortsetzung ein absolutes Highlight und meine anfänglichen Bedenken waren völlig unbegründet. Es fühlte sich fast an, als würde ich nach Hause kommen und so habe ich das erneute Abenteuer mit Merle, Junipa und Serafin mehr als genossen. Wer nach einem magischen und besonderem Buch sucht, sollte sich „Serafin- Das kalte Feuer“ nicht entgehen lassen.

 

2 Replies to “[Rezension] „Serafin- Das Kalte Feuer“ von Kai Meyer”

  1. Huhu Liebes,

    ich habe schon viel Gutes über diesen 4ten Band gehört und bin natürlich für alle Fans froh, dass dieser so begeistert. Ich habe die Trilogie nicht gelesen, aber du machst mich, auch mit dem was du zu diesem 4. Teil schreibst, echt neugierig auf die ganze Reihe. Und ich freue mich natürlich am meisten mit dir, dass du so schöne Lesestunden hattest.

    Ich drücke dich,
    Ally

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