[Rezension] „Marilu“ von Tania Witte

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Elli denkt eigentlich gar nicht mehr an die Zeit vor zwei Jahren zurück. An die Zeit als Marilu einen Schwur ablegte und Ellis Leben noch anders war. Nun ist Ellis Leben perfekt, bis auf einmal ein Brief von Marilu bei ihr ankommt und sie an den Schwur erinnert wird. Ein Wettlauf gegen die Zeit und ein Roadtrip beginnt, denn Marilu braucht Ellis Hilfe. Sie testet das Leben und das Leben muss diesen Test unbedingt bestehen.

Ich habe das Buch nun schon vor einiger Zeit beendet, habe aber gezögert diese Rezension zu tippen, da ich denke, dass ich diesem Buch nicht gerecht werde. Denn es ist ein besonderes Buch, mit unglaublich wichtigen Themen, aber auch einer grandiosen Botschaft. Ich finde es eignet sich perfekt als Schullektüre und hoffe, dass viele Schulen es auch nutzen werden. Denn ich hätte das Buch als Schülerin sehr gerne gelesen.

In dem Buch geht es um Marilu und Elli. Elli ist siebzehn und seitdem sie vor zwei Jahren die kinder- und jugendpsychiatrische Klinik Sonnenblick verlassen hatte, hat sie ihr Leben wieder im Griff und ihre psychischen Probleme überwunden, das dachte sie jedenfalls. In der Klinik traf sie auf Marilu und die beiden freundeten sich dort an. Die beiden hatten eine besondere Freundschaft und dennoch hat sich Elli nie wieder bei Marilu gemeldet. Wieso das so ist, erfährt man dann im Laufe des Buches. Doch als Marilu Ellis Hilfe braucht, zögert sie keinen Moment und zusammen mit Marilus Bruder beginnt ein besonderer Roadtrip.

Ein wichtiger Bestandteil dieser Geschichte sind also psychische Erkrankungen bei Jugendlichen. Dieses Thema wird meiner Meinung nach noch viel zu oft ignoriert und beschönigt, umso besser finde ich es wie realistisch und schonungslos die Autorin hier dieses Thema behandelt. Sie beschreibt authentisch, wie Marilu und Elli sich fühlen, aber auch Marilus Bruder, der ebenfalls darunter leidet, wird hier nicht ausgeklammert. Oft werden die gesunden Geschwister von chronisch kranken, psychisch kranken oder auch Kindern mit Behinderung vergessen, dabei haben die Geschwister es auch nicht immer leicht. Zudem regt das Buch einfach zum Nachdenken an.

Doch obwohl das Thema nicht ohne ist und lange nachklingt, werden Marilu und Elli nicht auf ihre Erkrankungen reduziert und auch der Plot beinhaltet so viel mehr und vermittelt überraschend viel Lebensmut und Liebe für das Leben. Das Buch ist so voller Hoffnung, das ich es wirklich grandios finde. Zudem ist der Plot spannend, abwechslungsreich und der Roadtrip meiner Meinung nach perfekt umgesetzt. Es geht darum sich seinen Ängsten zu stellen, um Freundschaft und Zusammenhalt, aber auch darum ehrlich zu sich selbst zu sein, sowie Mut und Vertrauen. 

Der Schreibstil ist sehr eindringlich und emotional und die Beschreibungen der psychischen Probleme passen perfekt. Ich konnte gar nicht anders als mit den Figuren zu fühlen. Die Autorin schafft es aber auch, dass der Leser von der Geschichte nicht heruntergezogen wird, da sie so voller Hoffnung, aber auch Humor schreibt. Der Plot wird aus Ellis personaler Erzählperspektive geschildert, es gibt aber auch einige Rückblenden aus der Zeit als Elli in der Klinik war, die dann aus der Ich-Perspektive geschildert werden. Mir gefiel diese Darstellung der Geschichte sehr.

Ich muss gestehen, dass ich vor dem Beenden des Buches Angst vor dem Ende hatte, da das Ende vieles hätte kaputt machen können. Doch ich muss sagen, dass das Ende meiner Meinung nach perfekt passt, da es realistisch ist, aber auch Hoffnung macht. 

Für mich war „Marilu“ ein besonderes Buch, das sich authentisch mit psychischen Probleme von Jugendlichen befasst und gleichzeitig eine Liebeserklärung an das Leben ist. Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung, für dieses so wichtige und perfekt umgesetzte Buch. 

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