[Rezension] „Gemma- Sei glücklich oder stirb“ von Charlotte Richter

Das Copyright und die Bildrechte vom Cover liegen beim Arena Verlag.

Die sechzehnjährige Gemma lebt in einer Welt, in der es zwingend nötig ist glücklich zu sein. Denn der Glanz, der vor achtzig Jahren von jetzt auf gleich auftauchte, sorgt dafür, dass diejenigen, die nicht glücklich sind, sterben. Jegliche negative Gefühle sind verboten, denn wenn man in die fünfte Zone abrutscht, gibt es keine Rettung mehr. Gemma hat es geschafft, dass sie permanent in der ersten und somit besten Zone geblieben ist. Als ihr Vater aber immer weiter abrutscht, beschließt sie die Aufnahmeprüfung in der Akademie zu bewältigen, denn nur so kann sie ihn retten. In der Akademie soll sie lernen, Glück künstlich zu erzeugen. Doch dann trifft sie auf Keno, der nicht permanent glücklich sein möchte und nach und nach wird ihre Welt für immer auf den Kopf gestellt.

Ich muss gestehen, dass ich nicht sicher war, ob dieses Buch etwas für mich sein wird, da mich „Die Muschelsammlerin“ von der Autorin nicht so ganz überzeugen konnte. Doch „Gemma- Sei glücklich oder stirb“ klang nach dem perfekten Buch für mich und so wollte ich der Autorin noch eine Chance geben. Zum Glück habe ich diese Entscheidung nicht bereut, denn insgesamt konnte mich diese eher ruhige Dystopie sehr gut unterhalten.

Auf den ersten Blick klingt es traumhaft, dass in Gemmas Welt jeder Mensch glücklich sein muss und denjenigen geholfen wird, die es nicht schaffen. Die Kinder lernen von klein auf, wie sie es schaffen negative Gefühle von sich zu schieben und eigentlich wirkt die hier dargestellte Welt recht angenehm. Doch im Laufe des Buches merkt man, dass negative Gefühle auch zum Leben gehören und wichtig sind. Ein Mensch kann nicht immer nur glücklich sein und in Gemmas Welt hat man nicht mal die Möglichkeit Trauer zu erleben.

Mich konnte das Buch sehr zum Nachdenken anregen und gerade deswegen gefiel es mir. Die Autorin beschreibt eindringlich, wie es für die Menschen ist, dazu gezwungen zu sein, immer glücklich zu sein und wie Gemma irgendwann am eigenen Leib erfährt, dass das einfach nicht echt ist. Zudem schreibt die Autorin unglaublich emotional und auch wenn die Geschichte teils sehr vorhersehbar war und sich auch die Liebesgeschichte nicht wirklich überraschend entwickelte, konnte ich gar nicht anders als mit Gemma zu fühlen, was durch die gewählte Ich-Perspektive noch zusätzlich unterstützt wurde.

Zudem mochte ich die Figuren sehr und auch die Darstellung des Glanzes gefiel mir, da ich mir so alles sehr gut vorstellen konnte. Zwar empfand ich das Buch teilweise als etwas langatmig, aber es gibt auch zahlreiche spannende Szenen und eigentlich besticht dieses Buch besonders durch seine Tiefgründigkeit. Das Ende bietet dann eine interessante Auflösung und rundet die Geschichte meiner Meinung nach sehr gut ab.

Wer nach einer ruhigen, tiefgründigen Dystopie sucht, die zum Nachdenken anregt und vor allem durch die Emotionen besticht, sollte sich meiner Meinung nach dieses Buch nicht entgehen lassen. Alles in allem gefiel es mir sehr gut und so kann ich es definitiv empfehlen.

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