[Rezension] „Herz aus Schatten“ von Laura Kneidl

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Die Menschen von Praha leben in ständiger Angst von den dunklen Kreaturen des Waldes. Nur die Bändiger können diese Kreaturen töten, dafür müssen sie sich an eine davon binden. Die 17-jährige Kayla möchte eigentlich keine Bändigerin sein, vor allem nachdem ihr Bruder durch eine Kreatur getötet wurde. Aber ihr Familienerbe lässt ihr keine Chance. Als sie tatsächlich einen Schattenwolf bändigt, beginnt ihr Leben als richtige Bändigerin. Dabei erfährt sie, dass sich hinter den Kreaturen weit mehr verbirgt als die Menschheit weiß.

Schon als ich zum ersten Mal von dem Buch gehört hatte, wurde ich neugierig und schnell konnte ich in die düstere Welt des Buches eintauchen. Zwar wird zuerst alles nur am Rande erklärt, aber das gibt sich mit der Zeit und ich habe mich recht schnell in die Welt des Buches einfinden können. Die Kreaturen fand ich unglaublich faszinierend und auch die Ausbildung der Bändiger konnte mich fesseln. Die Idee hinter allem war nach meinem Geschmack.

Allerdings muss ich sagen, dass mir der Klappentext zu viel verraten hat und ich beim Lesen die ganze Zeit auf eine bestimmte Stelle aus dem Klappentext gewartet habe. Doch es dauert bis zur 179. Seite bis diese Wendung eintritt und dadurch, dass ich wusste, dass das passiert, wurde mir ein bisschen die Überraschung genommen, was ich einfach schade fand. Dennoch hat die Autorin es geschafft, dass ich erst spät dahinter gekommen bin, wieso es diese Wendung nun gab. Die Auflösung des Ganzen fand ich überraschend tiefgründig.

Die Protagonisten des Buches fand ich unglaublich toll. Angefangen mit Kayla, die einfach menschlich ist, an sich zweifelt, aber sich auch ihrer Verantwortung bewusst ist und sogar mit ihrem Schattenwolf Mitleid hat. Ich habe mit ihr gelitten und gefühlt.
Aber auch Lilek, der Schattenwolf, und die anderen Figuren konnten mich faszinieren und überzeugen. Laura Kneidl erschafft authentische Menschen und ein Wesen über das man einfach mehr erfahren möchte.

Der Schreibstil ist ebenfalls großartig, voller Emotionen, bildhaft und atmosphärisch. Beim Lesen hatte ich so oft Gänsehaut und ich konnte alles vor meinem inneren Auge sehen. Durch den Schreibstil wurde alles in meinem Kopf lebendig und ich konnte gar nicht genug davon bekommen. Der Plot wird fast komplett aus Kaylas Ich-Perspektive geschildert, es gibt aber auch Szenen aus Lileks Perspektive.
Dazu sind die Dialoge teils sehr humorvoll und Kayla hat eine schlagfertige Art.

Der Plot an sich hat auch so einiges zu bieten und mir wurde zu keiner Zeit langweilig. Es gibt einige überraschende Wendungen, große Gefühle und Spannung. Auch das Ende gefiel mir gut. Hier hat die Autorin einen wirklich tollen Einzelband geschaffen und ich freue mich schon auf weitere Werke von ihr.

 

„Herz aus Schatten“ ist ein überraschend tiefgründiges Buch, nur meiner Meinung nach sollte man Abstand von dem Klappentext nehmen. Dennoch gefiel mir die Idee sehr und ich fühlte mich sehr gut unterhalten. Wer nach einem düsteren Fantasybuch sucht, sollte sich dieses hier auf keinen Fall entgehen lassen.

  • Hierbei
    handelt es sich soweit ich weiß um einen Einzelband.
  • Eine Leseprobe dazu findet ihr hier: Klick
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  • Die Homepage der Autorin findet ihr hier: Klick

[Kinderbuch-Rezension] „Das kleine WIR“ von Daniela Kunkel

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Ein
humorvolles, lehrreiches Bilderbuch über das WIR-Gefühl. Das WIR-Gefühl
ist für Erwachsene wie für Kinder sehr wichtig. Wie kann man das
WIR-Gefühl Kindern nahebringen und erklären? Eines Tages geht zwei
befreundeten Kindern ihr WIR-Gefühl verloren, weil sie sich zuviel
gestritten und weil sie immer zuviel „ICH!“ gesagt haben. Das WIR ist
scheu und hat sich versteckt. Die beiden Kinder vermissen es sehr. Ohne
das WIR bleibt alles grau und ohne Freude. Und so machen sie sich auf
die Suche nach ihm. Wo steckt das WIR? Die beiden Kinder schreiben ihm
Briefe und bitten es, zu ihnen zurückzukommen. Und schließlich ist das
WIR wieder Teil ihres Lebens – und die Freude ist groß.
Quelle: Carlsen Verlag

Auf dieses Kinderbuch bin ich erst durch eine Empfehlung des Verlages aufmerksam geworden. Doch diese Empfehlung war Gold wert. Nicht nur, dass mein Sohn das Buch liebt und er es sogar schon mehrmals mit in den Kindergarten genommen hat, wo es auch mit Begeisterung gelesen wurde, sondern auch, dass es ein Buch mit einem sehr wichtigen Thema ist.

Denn alles dreht sich um das WIR und somit um Freundschaft, um Konflikte, das Miteinander und Zusammenhalt. Da in dem Alter die ersten Freundschaften geschlossen werden, können die Kinder das Gelesene auf ihren Alltag übertragen, was ich wirklich gelungen fand.

Zudem sind die Illustrationen farbenfroh und wunderschön, es gibt unglaublich viel zu entdecken und das WIR wird als süßes, grünes Monster dargestellt. 
Auch der Text ist ansprechend und hat die perfekte Länge für Kinder des Alters, die noch nicht die Geduld für zu viel Text haben, aber doch schon etwas mehr Text gebrauchen können. Zudem ist die Sprache kindgerecht und leicht zu verstehen.
Zwar finde ich einige der Schimpfwörter nicht ganz angemessen, aber zum Glück kann man einige ja auch einfach weglassen oder ersetzen, da Kinder in dem Alter noch nicht selbst lesen können.

Es ist ein lehrreiches und wunderschönes Buch mit einer tollen Botschaft und ich bin froh, dass ich nun das Buch für uns entdeckt habe.

 

„Das kleine WIR“ ist ein wundervolles und tolles Bilderbuch mit einer wichtigen Botschaft und süßen Illustrationen. Ich kann es auf jeden Fall empfehlen, vor allem da mein Sohn das Buch liebt.

[Rezension] „Die fünf Gaben“ von Rebecca Ross

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Brienna wurde vor sieben Jahren ins Haus Magnalia gebracht um eine der fünf Gaben zu studieren. Normalerweise widmet man sich dabei nur einer Gabe, aber Brienna hat in den Jahren jede einzelne studiert und sich vor drei Jahren endgültig für die Gabe des Wissens entschieden. Und obwohl sie selbst daran zweifelt, dass sie ins Haus Magnalia gehörte, wird sie nun eine Berufene werden und einen Gönner finden, damit sie ein neues Leben beginnen kann. Doch dafür muss sie auch Master Cartier verlassen, der die verschiedensten Gefühle in ihr weckt.

Schon als ich zum ersten Mal von diesem Buch gehört hatte, wurde ich neugerig, allerdings finde ich, dass der Klappentext etwas zu weit vorgreift und auch die Stammbäume, die zu Beginn in dem Buch abgedruckt wurden, spoilern leider in einer wichtigen Tatsache, sodass ich empfehle sie erst zu überblättern. Das Personenverzeichnis jedoch fand ich sehr hilfreich.

„Die fünf Gaben“ ist ein Buch, das seine Zeit braucht um den Leser zu fesseln. Zu Beginn empfand ich es als unglaublich zäh und ich hätte nicht gedacht, dass es am Ende doch vier Sterne von mir bekommen würde. Zu Beginn erlebt man noch Briennas Unterricht in der Gabe des Wissens, man wird mit der Geschichte des Landes, verschiedenen Familien, Stammbäumen und unzähligen Namen überhäuft. Da ist es schwer den Überblick zu behalten und ich empfand es schlichtweg als langweilig. Ich hatte das Gefühl, dass einfach nichts passiert.

Als dann nach und nach die Anziehung zwischen Brienna und Cartier deutlicher wird und immer mehr Briennas Herkunft in den Vordergrund rückt, konnte das Buch so langsam mein Interesse wecken. Denn Brienna weiß nichts über ihren Vater, außer, dass sie ein uneheliches Kind ist. Das beschäftigt sie schon immer. Irgendwann wird klar, dass ihre Herkunft wichtig für den Plot ist und so wirkt alles geheimnisvoll. Als dann herauskommt, wer Brienna ist und was es noch für Geheimnisse gab, mochte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Zudem kommt, dass ich die Protagonisten sehr sympathisch fand, auch wenn mir Cartier lange Zeit zu blass blieb.

Der Plot nimmt etwa ab der Hälfte richtig an Fahrt auf. Brienna verlässt Magnalia, lernt neue Menschen kennen und widmet sich einer großen Aufgabe. Manche Wendungen konnten mich wirklich schockieren und so konnte mich die zweite Hälfte des Buches überzeugen. Denn sie ist spannend, ereignisreich und gipfelt in einem großen Showdown.

Der Schreibstil und die Art, wie die Menschen sprechen, passt in die mittelalterlich angehauchte Fantasywelt, was alles sehr authentisch macht. Ich empfand den Schreibstil als sehr angenehm zu lesen und konnte Briennas Gefühle sehr gut nachvollziehen, vor allem da alles aus ihrer Ich-Perspektive geschildert wurde.

Der Weltenentwurf und wie Brienna und die anderen Mädchen die Gaben erlernen, gefiel mir ebenfalls und auch wenn das Ende an sich schon sehr gut ist und viele offenen Fragen klärt, bin ich gespannt auf die Fortsetzung.

 

„Die fünf Gaben“ brauchte eine Weile um einen Sog auf mich auszuüben, aber dann hat es mir wirklich gut gefallen. Ab der Hälfte ist es spannend und ich mochte den Weltenentwurf, sowie Brienna als Protagonistin. Man darf sich nur nicht von dem zähen Anfang abschrecken lassen.

  • Hierbei
    handelt es sich soweit ich weiß um den 1. Band einer Trilogie.
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