[Rezension] „Angelfall- Am Ende der Welt“ von Susan Ee

Das Copyright vom Cover liegt beim Heyne Verlag.

Penryn, Raffe und Paige sind auf der Flucht vor den Engeln und ihnen läuft die Zeit davon. Raffes Flügel müssen schnell wieder angenäht werden, denn ansonsten wird das nicht mehr funktionieren. Außerdem möchte Penryn Paige helfen, damit es ihr besser geht und sie wieder mehr wie ein Mensch ist. Und ganz nebenbei müssen sie die Apokalypse, die von den Engeln ausgelöst wurde, aufhalten und die Menschheit retten.

 

„Angelfall- Am Ende der Welt“ gehört wohl zu den Fortsetzungen auf die ich mich am meisten gefreut habe, weil ich schon den ersten Band grandios fand und zuerst die Fortsetzungen nicht übersetzt werden sollten. Zum Glück hat man sich dann doch zu einer Übersetzung entschieden, dennoch ist diese Reihe meiner Meinung nach viel zu unbekannt.

Der postapokalyptische Weltenentwurf, in denen die Engel Schuld an allem sind und sie ganz anders sind als man eigentlich denkt, konnte mich schon in den Vorbänden begeistern. Ich liebe Endzeitromane, aber diese Trilogie ist mal etwas völlig anderes. 
Diese Fortsetzung ist wie auch die Vorbände düster, mit einer beklemmenden und gefährlichen Atmosphäre. Besonders gefällt mir, was die Autorin für Ideen hat, was sie hier für Wesen geschaffen hat und wie alles zusammenhängt.

Besonders die Entwicklung von Paige von einem gehbehinderten Kind zu einer Art Monster, die ab der dagegen ankämpft, fand ich unglaublich faszinierend. 
Penryn dagegen ging mir hier zunächst etwas auf die Nerven, denn irgendwie war sie ganz anders als ich sie in Erinnerung hatte, denn sie musste früh Verantwortung übernehmen und war eine mutige und starke Protagonistin, die älter wirkte als sie wirklich ist. Hier kam sie mir zunächst eher wie ein verliebter Teenager vor, aber das hat sich zum Glück irgendwann wieder gelegt. Ich mochte aber den Einblick in ihre Gefühls- und Gedankenwelt.
Raffe dagegen konnte mich mit seinem Zwiespalt überzeugen. Engel dürfen keine Beziehungen zu Menschen haben und dennoch beschützt er Penryn und ist für sie da. 
Zusammen stellen sie sich den schwersten Aufgaben.

Der Plot an sich beginnt zuerst ziemlich langatmig. Es passiert nicht viel und es dreht sich mehr um Penryns Gefühle und Zweifel und ihre Gedanken um ihre Schwester. Das fand ich zwar nicht schlecht, aber etwas mehr Action hätte dem Buch nicht geschadet. Dafür ist die zweite Hälfte aber umso spannender und konnte mich komplett überzeugen. 
Wie auch in den Vorbänden, gibt es hier viele eklige, brutale und grausame Szenen, mit viel Blut und Gewalt, sodass diese Reihe einfach nicht für jeden etwas ist. 
Und obwohl hier Engel im Vordergrund stehen, finde ich die Darstellung der Welt und die Folgen für die Menschheit durchaus realistisch dargestellt. 

Der Schreibstil ist unglaublich fesselnd, emotional, düster und
atmosphärisch. Ich konnte das Buch trotz der Langatmigkeit zu Beginn gar nicht mehr aus der Hand legen und die Seiten flogen beim Lesen nur so dahin. Der Plot wird komplett aus Penryns Ich-Perspektive geschildert, was mir schon bei den Vorbänden gefiel.

Das Ende konnte mich dann komplett begeistern und so bietet dieses Buch einen spannenden und grandiosen Abschluss einer besonderen Trilogie.

„Angelfall- Am Ende der Welt“ bietet eine gelungenen Abschluss einer besonderen Trilogie, die meiner Meinung nach zu unbekannt ist. Ich bin froh, dass es übersetzt wurde und ich Penryn, Raffe und Paige auf ihrem schwierigen Weg begleiten durfte, auch wenn die Reihe ziemlich brutal und teils eklig ist. Deshalb kann ich diese Reihe auch nur denjenigen empfehlen, die gerne so etwas lesen und auch mit heftigen Beschreibungen zurechtkommen. Das postapokalyptische Setting wurde auf jeden Fall grandios umgesetzt.