[Rezension] Christine Lehmann- Eukalyptusmond

 
 
Titel: Eukalyptusmond
Autor: Christine Lehmann
Genre: Jugendbuch (vom Hersteller empfohlenes Alter ab 13 Jahre) 
Verlag: Thienemann Verlag Gmbh (November 2012)
ISBN: 978-3522502870
Gebundene Ausgabe: 512 Seiten
Preis: 19,95 €
 
Kurzbeschreibung:
Als Lena für ein Jahr zum Work & Travel nach Australien kommt, ist
sie voller großer Erwartungen. Doch statt die plötzliche Freiheit zu
genießen und die pulsierenden Metropolen zu erkunden, landet sie auf der
Walker Farm im hintersten Winkel von Queensland. Hier erwartet sie
nichts als unberührte Wildnis und harte Arbeit.
Der einzige Lichtblick ist der Buschpilot Bran, der Sohn ihrer Arbeitgeber.
Verschwiegen, distanziert, aber ungemein attraktiv. Nach und nach
erfährt Lena, dass Bran einen Großteil seiner Kindheit bei einem
Aboriginal-Stamm verbracht hat und spürt, dass es ein dunkles Geheimnis
in seiner Vergangenheit gibt. Dennoch besteht eine seltsame
Verbundenheit zwischen ihnen, denn beiden gemeinsam ist der große Traum vom Fliegen. Langsam öffnet sich Bran und führt Lena in die
geheimnisvolle Kultur der Aboriginals ein. Dabei muss sie erkennen, dass
die australische Gesellschaft die Ureinwohner nach wie vor nicht
respektiert und noch immer von ihrem angestammten Land verdrängt.
Zusammen mit Bran gerät sie zwischen die Fronten, als es darum geht, die
Rechte der Ureinwohner zu verteidigen. Dadurch wird ihre Liebe immer
stärker. Eine Liebe, die nicht sein kann, denn Lenas Tage in Australien
sind gezählt. Und auch Brans dunkles Familiengeheimnis birgt eine große
Gefahr …
Quelle: Verlag 
 
Rezension

 

Die Handlung:
 
Lena kommt für ein Work & Travel nach Australien. Zwar hat sie sich zum Arbeiten auf einer Farm im Outback angemeldet, aber nie vor da wirklich aufzutauchen. Nicht umsonst hat sie ein Jahr vor ihrem Abitur die Schule abgebrochen, um mit Hanna, ihrer besten Freundin, durch Australien zu reisen, Party zu machen und ihr Leben zu genießen. Doch dann kommt alles anders, denn Hanna erscheint nicht wie vereinbart beim Flughafen. Nun ist die 18-jährige auf sich alleine gestellt und ihr bleibt nichts anderes übrig, als doch zur Farm zu gehen. Dort ist nichts so, wie sie es sich erträumt hat. Harte Arbeit und wenig Spaß stehen an der Tagesordnung, doch dann trifft sie Bran und alles ändert sich.

Der Einstieg in das Buch ist mir wunderbar leicht gefallen. Durch detaillierte und traumhaft schöne Beschreibungen, die Australien vor meinem inneren Auge zum Leben erweckt haben, war ich direkt gefesselt. Dieses Buch weckt Fernweh und entführt den Leser ans andere Ende der Welt.
Dabei begleitet man Lena, die orientierungslos durchs Leben geht und verfolgt, wie sie ihren Weg findet und erwachsen wird. Das macht den Hauptpunkt der Handlung aus und ist sehr gut umgesetzt.
Dabei ist das Buch aber keineswegs langweilig, sondern kann durch einige spannende und überraschende Wendungen und Geheimnisse stets fesseln. 
Besonders gut hat mir gefallen, dass immer wieder die Lebensweisen der Australier und der Ureinwohner in die Haupthandung geschickt einfließen. Das hat den Plot bereichert und macht für mich das Buch besonders lesenswert.
Alles wirkt gut überlegt und authentisch und selbst, wenn es Stellen gibt, bei denen man als Leser erst mal stutzt und denkt, dass das so nicht sein kann, hat doch alles Hand und Fuß und ist nicht an den Haaren herbeigezogen. Welche das nicht, möchte ich hier nicht erläutern, weil das zu viel vorweg nehmen würde.
Das ganze Buch wird mit einem stimmigen Ende abgerundet, was vielleicht etwas vorraussehbar ist, aber einfach passt.

Die Protagonisten: 
 
Mit Lena hatte ich zuerst meine Probleme. Sie wirkt für ihr Alter zuerst naiv und ist eine Träumerin, ohne wirkliche Ziele. Da ich in ihrem Alter ganz anders war und immer wusste, was ich mal werden möchte, hat mich das erst gestört. Dennoch gibt es viele junge Menschen, die in dem Alter Probleme haben ihren Platz in der Welt zu finden und so ist Lena auf jeden Fall eine authentische und liebenswerte Protagonistin.
Lena entwickelt sich sehr in dem Buch und das hat mir mit am besten gefallen.
Generell sind alle Protagonisten so ausgearbeitet, dass man das Gefühl hat, man könnte ihnen auch im wirklichen Leben begegnen. Den einen mag man mehr, den anderen weniger, aber jeder hat seinen ganz eigenen Charme.
Besonders gut hat mir dabei Bran gefallen, da er viele Geheimnisse verbirgt, die man nach und nach lüftet.

Der Schreibstil:  
 
Der Schreibstil ist wunderbar leicht und locker gehalten. Er weiß durch faszinierende Beschreibungen und einem angenehmen Spannungsaufbau zu überzeugen. Da das Buch aus der Ich-Perpektive von Lena geschrieben ist, ist es in einer lockeren Jugendsprache gehalten, was sehr gut passt. Dazu finde ich es sehr gelungen, dass hier die Ich-Perspektive gewählt ist, weil man so Lenas Veränderung und ihre ganze Gefühlwelt als Leser hautnah miterlebt.
  

Das Cover/der Buchtitel:

Das Cover ist etwas ganz Besonderes und fällt vor allem durch die knalligen Farben direkt ins Auge. Mir gefällt es wirklich gut und auch der Titel ist passend zum Thema gewählt.

Fazit:

Mit „Eukalyptusmond“ hat Christine Lehmann ein ganz besonderes Buch über Australien geschrieben, bei dem ein Mädchen ihren Platz in der Welt erst noch finden muss. Ich denke, dass das Buch nicht nur Australienfans begeistern kann, sondern für alle Leser geeignet ist, die Fernweh haben und einmal in ein völlig fremdes Land abtauchen wollen.
Mich hat das Buch verzaubert und das ganz ohne Fantasyelemente, was bei mir doch eher selten ist.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.