[Löchert die Autoren] Interview mit Nicole C. Vosseler

Hallo ihr Lieben,
bei meiner letzten Fragerunde zu „Löchert die Autoren“ sind einige Fragen zusammen gekommen.

Nicole hat sich meiner Meinung nach total viel Mühe mit der Beantwortung gegeben und herausgekommen ist ein sehr ausführliches und tolles Interview.
Dafür bedanke ich mich bei Nicole und wünsche euch ganz viel Spaß. ;)

 


1)Wie bist du zum Schreiben
gekommen? Wie wurdest du als Autorin entdeckt?

Ich fand es schon als Kind
faszinierend, dass es Menschen gibt, die all die Geschichten
schreiben, die sich zwischen Buchdeckeln befinden – und weil ich
mir schon immer für mein Leben gern Geschichten ausdachte, war für
mich relativ früh klar: Das will ich auch mal machen!

 

Meine ersten eigenen Schreibversuche
bestanden aus Gedichten und Kurzgeschichten, weil mir solche Texte zu
verfassen anfangs leichter vorkam als einen ganzen Roman bewältigen
zu wollen. Aber so richtig glücklich war ich damit nicht, es fühlte
sich nicht an wie „meins“. Also experimentierte ich mit
Romananfängen, Skizzen und einzelnen Kapiteln herum, bis ich mich
mit knapp dreiundzwanzig an den ersten „richtigen“ Roman setzte
und auch tatsächlich in den folgenden Jahren fertigschrieb.

 

Nach mehreren vergeblichen Anläufen,
das Manuskript an den Verlag zu bringen, hatte ich eigentlich schon
die Hoffnung aufgegeben, es jemals veröffentlicht zu sehen. Sobald
ich dann aber durch meine heutige Agentur vertreten wurde, ging es
recht schnell: knapp fünf Monate, bis der Buchvertrag unterschrieben
war. Über die Zusammenarbeit mit meinem Agenten kam dann ein
Buchprojekt zum anderen – und ich rutschte fast nahtlos von der Uni
in das Autorendasein.

 

 

2)Hast du irgendein Vorbild?

 

Vorbilder im weiteren Sinne sind für
mich Margaret Mitchell und M.M. Kaye für die meisterhafte Mischung
aus Fakten und Fiktion in ihren Romanen. A.S. Byatt für ihre
Ausdruckskraft und die Vielschichtigkeit ihrer Bücher. Und immer
wieder E.M. Forster für seine Sprache und Menschenkenntnis.

 

 

3)War das erste Buch schwer zu
schreiben, oder wusstest du genau was du schreiben wolltest?

 

Auf eine Art war das erste Buch
tatsächlich unglaublich schwer zu schreiben, weil ich noch überhaupt
keine Erfahrung mit dem Romanschreiben hatte, nur mit Gedichten und
Kurzgeschichten und anderen Texten, die man eben so im Lauf der Jahre
verfasst. Andererseits war es auch sehr leicht, es zu schreiben, weil
ja erst mal nichts davon abhing. Ich schrieb dieses Buch lange Zeit
einfach nur so, für mich, aus Neugierde und Experimentierfreude, und
für meine beste Freundin, die parallel zum Schreiben mitlas. Und
weil es die gut dokumentierte erste Weltumsegelung von Captain Cook
zum Thema hatte, hatte ich auch einen starken roten Faden aus
historisch verbürgten Fakten und Geschehnissen, an dem ich mich
entlanghangeln konnte.

 

Eigentlich denke ich von jedem neuen Buch,
das ich schreibe, dass das jetzt das schwierigste sei – und dasjenige
mit den größten Herausforderungen, von denen ich nie sicher weiß,
ob ich sie wirklich meistern kann.

 

 

4)Wie hat sich dein Leben verändert,
seitdem du Bücher veröffentlichst?

 

Eigentlich erstaunlich wenig. Ich wohne
immer noch in demselben schnuckeligen kleinen Apartment wie
Studentenzeiten, und statt im Büro meine Brötchen zu verdienen wie
damals, als ich noch studierte und nebenher schrieb, stemme ich hier
zusätzlich zum Romanschreiben die Büroarbeiten, die zum
Autorendasein eben auch dazugehören. Denn bei aller Kreativität ist
das nun mal eine ganz normale Freiberuflerexistenz mit allerlei
Papier- und Verwaltungskram.

 

Was sich jedoch deutlich verändert
hat: Ich habe jetzt das Gefühl, angekommen zu sein, in dem Leben,
das ich mir immer gewünscht hatte, in dem Beruf, in dem ich rundum
glücklich bin. Und das empfinde ich als ganz großes Geschenk.

 

 

5)Wie entscheidet man, welchem Genre
man sich beim Schreiben zuwenden wird. Wie hast du das entschieden?

 

Für mich war es einfach die logische
Folge daraus, dass ich von der Vergangenheit unglaublich fasziniert
bin – und von dem, was sie uns zu erzählen hat. Ich habe Orte, an
denen die Vergangenheit noch lebendig ist, schon immer genauso
geliebt wie Bücher über frühere Zeiten, ganz gleich, ob Romane,
Sachbücher oder Biographien. Wobei meine große Liebe immer das 19.
Jahrhundert war; am liebsten wäre ich in Gemälde und Fotos aus
jener Zeit hineingekrochen. Ich habe mir immer eine Zeitmaschine
gewünscht, um in die Vergangenheit zu reisen und sie mit allen
meinen Sinnen erleben zu können. Leider ist das (noch?) nicht
möglich – aber trotzdem in jener Epoche zu „leben“, indem ich
einen Roman darüber schreibe, ist eine ganz gute Alternative.

 

Trotzdem hatte ich Lust, mal etwas ganz
anderes zu schreiben. Etwas, das in der Gegenwart spielt, eine durch
und durch realistische All-Age-Geschichte, in die sich ein
Fantasy-Element fast wie selbstverständlich hineinwebt – und
daraus wurde „In dieser ganz besonderen Nacht“. Das ist ein Mix,
mit dem ich mich sehr wohl gefühlt habe, und ich freue mich riesig
darauf, demnächst nochmal etwas in dieser Richtung zu machen.

 

 

6)Kannst du dir vorstellen, dich
einmal ganz anderen Genres zu widmen?

 

Ja, auf jeden Fall! Von der
Vergangenheit zu erzählen wird immer eine ganz große Liebe von mir
bleiben, aber ich möchte durchaus auch mal neue Wege gehen. Mit „In
dieser ganz besonderen Nacht“ habe ich das auch getan. Zwar
insgesamt mein drittes Jugend- bzw. All-Age-Buch, aber mein erster
Roman, der nicht historisch ist, dafür einen Fantasy-Touch hat. Und
ich trage durchaus noch ein paar Ideen mit mir herum, die in ein
wieder anderes Genre gehören.

 

 

7)Welches ist dein Lieblingsgenre in
der Literatur?

 

Ich lese komplett querbeet. Vorwiegend
Zeitgenössisches in seiner ganzen Bandbreite, aber auch mal
Klassiker, unheimlich gerne Jugendbücher, dann und wann ein
Kinderbuch, und ab und zu muss es ein richtig blutiger Thriller sein.
Die einzigen beiden Genres, um die ich konsequent einen Bogen mache,
weil sie mich so gar nicht reizen, sind High Fantasy und Sci-Fi.

 

 

8)Gab es mal eine richtig große
Krise bzw. Schreibblockade in deinem Leben?

 

Ja, unmittelbar nach meinem ersten
veröffentlichten Buch. Wie bestimmt viele Anfängerautoren hoffte
ich auf den großen Durchbruch gleich mit dem ersten Werk, und als
dieser nicht nur ausblieb, sondern ich dazu noch einige heftige
Verrisse einstecken musste, fiel ich in ein tiefes Loch. Ich schrieb
einige Zeit überhaupt nicht mehr und kümmerte mich um mein Studium,
bis es mich dann doch wieder packte, einen weiteren Roman anzufangen,
zumal mich mein Agent auch dazu ermunterte.

 

Mein erstes Buch war zwar alles andere
als ein Durchbruch – aber es ebnete auf jeden Fall den Weg für das
zweite und alle nachfolgenden.

 

 

9)Wie lange braucht man um ein Buch
zu schreiben und wie gehst du dabei vor? Eher systematisch oder
schreibst du einfach wild drauflos/bist ein Chaot?

 

Ich find’s immer ungeheuer schwer,
die Zeit, die insgesamt in einem Roman steckt, genauer zu beziffern.
Weil ich immer schon für das nächste oder übernächste Buch
recherchiere, während ich noch am aktuellen Manuskript schreibe. Ein
großer Teil der Vorarbeiten, sei es Recherche oder das Bebrüten der
Romanhandlung, läuft meistens schon ein oder zwei Jahre (oder noch
länger), bevor ich dann in die intensive Recherchephase gehe und
schließlich schreibe. Die eigentliche Schreib-Zeit liegt je nach
Buch ungefähr zwischen sechs und zwölf Monaten.

 

Einerseits bin ich eine Tagträumerin
und dazu noch eine furchtbare Trödelliese, gleichzeitig aber ein
sehr ordentlicher und durchstrukturierter Mensch. Ich liebe es, zu
planen, Listen zu erstellen, Notizzettel zu schreiben und Diagramme
zu zeichnen – und ganz ähnlich verhält es sich bei mir mit dem
Schreiben.

 

Ich plane die Handlung eines Romans
immer schon recht genau im Voraus, beschäftigte mich intensiv mit
den Personen, verfasse ihre Lebensläufe und kurze Biographien /
Charakterskizzen, bastle ein Zeitraster und entwerfe vorab schon
einige zentrale Szenen. Das ist das Grundgerüst, von dem aus ich
mich dann in die Geschichte stürze und mich ihr blind überlasse. Ab
da lasse ich dann der Kreativität freien Lauf – und lasse es auch
zu, wenn sich ein Charakter nicht so entwickelt, wie ich das im Sinn
hatte oder etwas Unvorhergesehenes in der Geschichte passiert. Und
das passiert zuverlässig, jedes Mal.

 

 

10)Wie sieht dein Schreibtisch
dementsprechend aus, ordentlich oder chaotisch?

 

Abgesehen davon, dass eine Menge
dekorativer Krimskrams herumsteht und meistens etliche Post-Its neben
dem Laptop kleben, ist mein Schreibtisch immer super-ordentlich. Wenn
ich Feierabend mache, räume ich alles, was ich während der Arbeit
an Recherchematerial und Notizen neben mir liegen habe, auf und
verstaue es an seinem Platz.

 

Eine Ausnahme gibt es allerdings: in
der Endphase eines jeden Romans, die meist die letzten vier bis sechs
Wochen ausmacht, habe ich dazu keinen Nerv mehr. Da wird dann alles
einfach ausgebreitet und liegengelassen, bis sich auf, unter und
neben dem Schreibtisch ein Wust an aufgeschlagenen Büchern, Kopien
und Notizzetteln ausgebreitet und aufgetürmt hat. Mit einem Wort:
Chaos pur!
Und nach dem letzten Satz eines Romans wird dann erst
mal kräftig Ordnung gemacht…

 

 

11)Hast du feste „Schreibzeiten“?
So wie bei einem Bürojob, oder schreibst du immer dann, wenn dir
etwas zu der Story einfällt?

 

Ich habe tatsächlich ganz fixe
Schreibzeiten: Punkt 15 Uhr sitze ich schreib-bereit hier am
Schreibtisch und arbeite mit kleinen Pausen bis etwa 1 Uhr nachts,
wenn’s gut läuft, auch mal länger. Gerade in der Endphase eines
Romans fast immer „open end“ und nicht selten auch am Wochenende.

 

Natürlich gibt’s immer mal Phasen, in denen nichts vorwärts
geht, da muss ich dann geduldig sein. Oder ich habe im
vorangegangenen Text eine falsche Abzweigung genommen oder etwas
darin ist schief … Dann klopfe ich die entsprechenden Passagen so
lange ab, bis ich den Haken gefunden habe und es danach weitergehen
kann. Und manchmal muss ich auch akzeptieren, dass ich eine kleine
Pause brauche; dann mache ich einfach früher Feierabend und setze
mich erst am nächsten Tag wieder an das Manuskript.
Aber die
überwiegende Zeit bin ich pünktlich hier am Schreibtisch mit der
geöffneten Textdatei. Denn ich bin überzeugt, dass die Muse auf
jeden Fall vorbeischaut, wenn man ihr signalisiert: ich bin hier und
warte auf dich, von mir aus kann’s für heute losgehen.

 

 

12)Denkst du dir zuerst den Titel
und dann die Geschichte dazu aus, oder umgekehrt?

 

Ich brauche tatsächlich immer einen
Arbeitstitel für mein Buch, bevor ich zu schreiben anfange; das ist
so eine Macke von mir, dass ich erst loslegen kann, wenn ich diesen
Arbeitstitel habe – plus meistens noch einen liebevollen Spitznamen
für mein Buch.

 

Allerdings ist der Arbeitstitel in der Regel nicht
der, der später auf dem Cover steht. Der Titel muss nicht nur zum
Buch als solches passen, sondern auch bestimmte Marketingaspekte
berücksichtigen. Und da gibt es dann jedes Mal im Lauf der Arbeit an
einem Buch ein heftiges Brainstorming vom jeweiligen Verlag und mir,
bis wir einen Titel gefunden haben, der uns allen gefällt und von
dem wir auch überzeugt sind, dass er sich gut auf dem fertigen Buch
macht.

 

 

13)Bist Du ein sehr romantischer und
abenteuerlustiger Mensch? Denn viele deiner Romane spielen außerhalb
Europas? Was mich schon etwas darauf schließen lässt oder?

 

Ich weiß gar nicht, ob ich so sehr
Romantikerin bin … Manchmal bestimmt. Auf jeden Fall ist meine
persönliche Vorstellung von Romantik sehr viel leiser,
bodenständiger und auch pragmatischer als in meinen Büchern, in
denen es ja immer sehr dramatisch zugeht.

 

Ganz ähnlich verhält es sich mit der
Abenteuerlust. Ich habe in meinem Leben schon ziemlich viele
verrückte Dinge gemacht und erlebt und auch schon wilde Zeiten
gehabt; heute mag ich’s ganz gerne ruhig und beschaulich. Was
sicher auch mit dem Schreiben zu tun hat, das für mich Alleinsein
und Stille braucht. Zumindest die meiste Zeit: Einmal im Jahr muss
ich ganz einfach zu einer weiten Reise aufbrechen, und da gibt’s
Abenteuer eigentlich immer automatisch mit dazu. Ich suche das
Abenteuer nicht von mir aus – aber es findet mich trotzdem immer
wieder, und das genieße ich dann auch in vollen Zügen.

 

Was definitiv auf mich zutrifft: dass
ich mir ständig neue Herausforderungen suche, mal kleine, mal große;
ich muss immer wieder meine eigenen Grenzen austesten und manchmal
überschreiten. Da bin ich ein kleiner Adrenalinjunkie – und ich
bin süchtig nach hohen Geschwindigkeiten: je schneller, desto
glücksberauschter.

 

 

14)Hast du selber schon mal die
Orte/Gegenden bereist von denen Du in deinen Romanen so schreibst?
Und was lässt Dich immer wieder solche Orte für Deine Romane
auswählen?

 

Teilweise habe ich das, ja; so war ich
zum Beispiel in Nordafrika und Indonesien, und zuletzt in den USA.

 

Mich reizt es, den Zusammenprall
verschiedener Kulturen anhand einer Romanhandlung zu studieren und
dann auch zu schildern, dabei Gemeinsamkeiten, Unterschiede und
Konflikte herauszuarbeiten – und dafür ist die Zeit des
Kolonialismus, vor allem die Blütezeit des Britischen Empire, wie
geschaffen. Außerdem fühle ich mich von epischen, dramatischen
Stoffen angezogen, die sich an Schauplätzen mit extremen Kontrasten
abspielen – und die finde ich wesentlich häufiger in fernen Ländern
als bei uns in Europa.

 

 

15)Hast du ein bestimmtes
Lieblingsland oder eine Lieblingsstadt?

 

Puh, schwierige Frage. Ich liebe fast
alle Länder, in denen ich bisher war, auf eine ganz bestimmte Weise
und würde jederzeit gerne wieder hin. Aber so rein persönlich bin
ich am liebsten in den USA. Dort fühle ich mich einfach rundum wohl,
das ist ganz und gar „meins“. Und nach Konstanz ist definitiv San
Francisco meine Lieblingsstadt, dicht gefolgt von Kairo.

 

 

16)Reist du selbst sehr viel oder
liest du dir das Wissen über die fremden Länder, über die du
schreibst, an?

 

Reisen gehören für mich manchmal zur
Vorbereitung auf einen Roman dazu, aber nicht immer, vor allem nicht
immer zwingend an die Originalschauplätze. Ich will die Orte, an
denen eine Geschichte angesiedelt ist, nicht so schildern, wie ich,
ein Mensch des 21. Jahrhunderts, sie heute sehe und wahrnehme,
sondern aus der Sicht der Menschen, die damals vor Ort waren. Deren
Wahrnehmung ist mir wichtig – nicht so sehr meine eigene. Alte
Reiseberichte sind mir deshalb dafür die wertvollste Quelle, Briefe
und Tagebücher, Karten, Pläne, Zeichnungen und Photographien aus
der entsprechenden Zeit.

 

Ganz anders verhält es sich mit meinem
jüngsten Buch „In dieser ganz besonderen Nacht“, das in der
Gegenwart spielt. Da hätte ich mir nicht vorstellen können, es zu
schreiben, ohne selbst jeden der beschriebenen Schauplätze in San
Francisco besucht zu haben.

 

Unabhängig davon reise ich tatsächlich
sehr gerne; einmal im Jahr muss ich einfach meinen Koffer packen und
wegfliegen, je weiter, desto besser. Und in den letzten Jahren war es
so, dass ich von jeder Reise mindestens eine neue Romanidee
mitgebracht habe …

 

 

17)Wodurch lässt du dich zu den
Storys inspirieren? Hast du so etwas wie eine Muse oder etwas was
dich stets motiviert?

 

Jede Romanidee hat ihre ganz eigene
Geschichte – und braucht auch ihre eigene Zeit. Bei manchen Ideen
dauert es Jahre, bis daraus ein konkretes Exposé für ein Buch wird;
andere Ideen benötigen dafür nur Monate oder noch weniger. Ich
sammle alles an spannenden Ideen, was mir so über den Weg läuft und
bewahre sie in einer Art Mini-Archiv auf. Ständig kommen neue hinzu,
aus Filmen, Büchern Zeitungsartikeln, aus dem Leben gegriffen oder
von einer Reise mitgebracht. Und manche Ideen sind von einer Sekunde
zur nächsten einfach da, buchstäblich wie aus heiterem Himmel.
Sternstündig!

 

Motiviert bin ich immer durch die
Geschichte, an der ich gerade schreibe. Ich verbringe gern meine Tage
mit meinen Romancharakteren in ihrer jeweiligen Welt und liebe es,
ganz darin abzutauchen. Und mich motiviert auch, nach der
eigentlichen Schreib-Zeit eines jeden Arbeitstages meiner Lust an der
Spurensuche nachzugehen, indem ich für andere Romanideen
recherchiere und ganz spielerisch gedanklich daran herumbastle.

 

 

18)Hast du schon Ideen für weitere
Bücher?

 

Ja, jede Menge! Sozusagen eine ganze
Schublade voll.

 

Ganz unterschiedliche Sachen sind dabei, sowohl
für die reine Erwachsenen-Belletristik als auch im Bereich All-Age,
alles Herzensprojekte, die ich unbedingt einmal machen möchte. Bei
manchen habe ich selbst das Gefühl, dass ich noch in sie reinwachsen
muss, für andere ist es gerade keine gute Zeit auf dem Buchmarkt.

Aber ich hatte bisher immer das unwahrscheinliche Glück, dass
die Ideen, die mir ganz stark am Herzen lagen und für die ich mich
auch bereit fühlte, meinen Verlagen auf Anhieb gefielen – und
darauf hoffe ich jetzt einfach mal weiterhin …

 

 

19)Was verbindest du mit dem Cover
von „Unter dem Safranmond“ (der Gewinnspielausgabe)?

 

Ich liebe dieses Cover sehr, weil es
nicht nur die Farben und die Stimmung der Wüste einfängt und ihre
Weite, ich fast schon den sonnendurchglühten Sand und die staubige
Luft riechen kann – sondern weil die Karte, die im oberen Teil
durchschimmert, mich so sehr an Richard Francis Burton und seine
Reisen erinnert. Und das lässt mir das Herz ganz automatisch höher
schlagen.

 

 

20)Ist Safranmond eine spezielle
Bezeichnung für etwas oder selbst erfunden…und wenn ja, wie kommt
man zu so einem Begriff?

 

Im Englischen gibt es den Begriff des
„saffron moon“ häufiger, ein Mond, der gelb wie Safran ist, und
immer hat das auch einen Bezug zum Orient bzw. zu Indien.

 

Dieser
Titel hat eine ganz nette Vorgeschichte. Eine liebe Autorenkollegin
und Freundin von mir hatte spontan die Idee zu „etwas mit
Safranmond“, als wir über verschiedene Titelvorschläge für
dieses Buch sprachen und ich diverse Kombinationen aus Farben,
Gewürzen, Himmelskörpern und Wasweißichnochalles ausprobierte. Und
ohne dass meine Lektorin davon wusste, machte sie kurz darauf den
Vorschlag, das Buch doch „Unter dem Safranmond“ zu nennen. Das
war ein Zeichen, eindeutig!

 

 

21)Das Cover von „Unter dem
Safranmond“ ist sehr schön, hast darüber entschieden und erstellt
oder war das das Werk eines anderen? Und wie sieht das generell mit
den Covern aus?

 

Das Cover wurde vom Verlag in Auftrag
gegeben und von einer Agentur angefertigt; da es sich um eine
Sonderausgabe handelt, hatte ich darauf keinen Einfluss. Was aber
ganz und gar nichts macht, denn ich find’s auch superschön.

 

Ganz
ähnlich verhält es sich mit Covern für Lizenzausgaben, z.B. bei
Weltbild oder Clubausgaben bei Bertelsmann, da muss ich mich
überraschen lassen, und genauso bei den fremdsprachigen Ausgaben im
Ausland. Wobei ich da eigentlich immer Glück hatte und fast
ausnahmslos ganz tolle Cover auf meine Bücher kamen.

 

Sonst ist es so, dass entweder ein
Gestalter im Verlag das Cover designt oder eine spezielle Agentur
damit beauftragt wird, und wenn alle im Verlag damit einverstanden
sind, bekomme ich den Entwurf vorgelegt. Falls ich das Cover ganz
furchtbar finde, dürfte ich prinzipiell ein Veto einlegen – und
genauso darf ich Änderungswünsche anbringen. Was aber in der Praxis
nur ein einziges Mal vorkam, eine Kleinigkeit, die für das
Original-Cover zum Safranmond geändert werden musste, damit es für
mich optimal rüberkam.

 

2 Replies to “[Löchert die Autoren] Interview mit Nicole C. Vosseler”

  1. Hallo Mandy,

    herzlichen Dank erst einmal für die tolle Beantwortung der dieses Mal doch wirklich vielen Fragen an Nicole C. Vossler.

    Hihi, meine Frage war die 13.

    Bin gespannt, wer als nächstes kommt.

    Schönes Wochenende und LG..Karin..

    PS: Das Rosen/Blumendekor + neuer Anfangszeile gefällt mir.

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