[Löchert die Autoren] Interview mit Peter Freund

Heute ist es soweit und ich präsentiere euch das aktuelle Interview meiner „Löchert die Autoren“-Aktion. ;)
Ich wünsche euch ganz viel Spaß damit und bedanke mich bei euch und Peter Freund für die Teilnahme.

1. Was war früher Ihr Traumberuf und wie sind Sie
dann überhaupt zum Autor geworden? Oder wollten Sie schon immer mal ein
Buch schreiben?

Als kleiner Junge wollte ich zunächst LKW-Fahrer und
danach für lange Zeit Förster werden. Als ich dann älter – und etwas
„vernünftiger“ – wurde, stand für mich bald fest, dass ich eine
Tätigkeit ausüben wollte, die entweder mit Film oder mit Schreiben zu
tun hat – und am Besten sogar mit beidem! Und diesen Wunsch habe ich im
Laufe der Jahre dann auch verwirklicht. Und ja – eigentlich wollte ich
immer ein Buch schreiben, auch wenn mein erster konkreter
„Schreib-Berufs-Wunsch“ der eines Drehbuch-Autors war – und auch den
habe ich mir ja erfüllt ….

2. Mit wieviel Jahren haben Sie Ihr erstes Buch geschrieben? 
Mein erstes Buch habe ich ziemlich spät geschrieben,
da war ich nämlich bereits 36 Jahre alt: ein Filmroman mit dem Titel
„Die Braut des Prinzen“, der unter dem Pseudonym „Peter Lietzenburger“
erschienen ist, wie einige andere Film-Romane auch.

3. Wie sieht Ihr Tagesablauf aus? Machen Sie sich eine gewisse Seitenvorgabe, die Sie dann abarbeiten? 
Mein Tagesablauf ist sehr unterschiedlich, je
nachdem, in welcher „Schreibphase“ ich mich gerade befinde: wenn ich
dabei bin, eine Geschichte/ein Buch zu entwickeln und zu skizzieren,
mache ich mir keine konkreten Vorgaben hinsichtlich meines
Schreib-Volumens und ich bin auch nicht so strikt mit dem Einhalten
meines Tagesplans. Später dann, wenn der Plot in weiten Teilen steht und
„nur noch“ aufgeschrieben werden muss, verbringe ich anfangs täglich
mindestens sechs Stunden am Computer und versuche jeden Tag mindestens
fünf Manuskriptseiten zu schreiben, was sich dann im Laufe der Zeit dann
auf zehn bis zwölf Stunden und zehn Seiten steigert – und dieses Pensum
versuche ich auch tagtäglich einzuhalten.

4. Lesen Sie neben Ihrem Schreibprozess selber Bücher und wenn ja welche?
Ich lese jeden Tag Bücher, ganz egal, ob ich gerade
eines schreibe oder nicht. Mein Interesse ist ziemlich breit gefächert,
wie Du aus den Titeln ersehen kannst, die ich im Augenblick – parallel –
lese:
Stephen King – Der Anschlag
Nicolas Barreau – Eines Abends in Paris
Lisa Gardner – Die Frucht des Bösen
Richard David Precht – Anna, die Schule und der liebe Gott

5. Können
Sie bei dem Buchcover mitentscheiden? Und wenn nicht, gefällt Ihnen das
Cover trotzdem oder hätten Sie lieber ein ganz anderes gehabt?

Natürlich erkundigt sich der Verlag immer nach meiner
Meinung zum jeweiligen Cover und geht in der Regel auch auf etwaige
Einwände ein. So habe ich z.B. den ersten Entwurf zu den „Guardians…“
strikt abgelehnt, worauf der Verlag den jetzigen anfertigen ließ, der
weitgehend auf meinen Vorschlägen basiert, auch wenn die Umhänge der
Guardians nicht hundertprozentig gelungen finde, insbesondere deswegen,
weil sie mit den von mir im Buch beschriebenen nicht exakt
übereinstimmen.

6. Haben
sie ein besonders Faible für das Unheimliche? Denn sowohl in der
Laura-Reihe als auch jetzt in Ihrem neusten Buch, geht es eher
unheimlich/mystisch einher. Und haben Sie schon mal möglicherweise etwas
Unheimliches erlebt/erfahren, was in Ihrem Roman drinsteckt?

Mystische und geheimnisvolle Themen interessieren
mich in der Tat, dabei habe ich selbst Entsprechendes niemals erlebt.
Ich finde es allerdings höchst faszinierend, mir so etwas auszudenken –
am Besten etwas so gruseliges, dass ich beim Schreiben Gänsehaut bekomme

7.
Eine Frage zur Laura-Reihe:
Wie sind sie auf Aventerra und die Abenteuer darin gekommen? Träumen sie
nachts von ähnlichen Welten? Oder hatten Sie schon von klein auf eine
blühende Fantasie?

Wie die „Laura“-Reihe entstanden ist, ist eine sehr schöne Geschichte, die ich deshalb auch auf meine Website gestellt habe: www.freund-peter.de.
Interessierte können sie dort nachlesen. Und ja: ich habe schon von
klein auf eine blühende Fantasie, was wohl der Grund dafür ist, dass ich
in der Tat gelegentlich von den Figuren und Wesen meiner Bücher träume.

8. Ihr neuester Roman „Guardians of Secret
Powers“ spielt hauptsächlich in Ihrer Heimatstadt Berlin, wie haben Sie
dafür recherchiert und wie sind Sie auf die Idee gekommen
Fanatsyelemente mit tatsächlichen Gegebenheiten in Berlin zu verknüpfen?

Als ich den siebten Laura-Band geschrieben habe, ist
mir urplötzlich aufgefallen, dass keines meiner Bücher in Berlin spielt.
Dabei lebe ich schon seit Jahrzehnten in dieser Stadt, die zudem eine
der aufregendsten Städte der Welt ist. Und in diesem Augenblick stand
für mich fest, dass mein nächstes Buch komplett in Berlin spielen würde.
Ich habe deshalb zunächst Stadtpläne studiert und mit Google Earth
potenzielle Schauplätze erkundet – und die, die dann in die engere Wahl
gekommen sind, habe ich natürlich persönlich besucht, abgelaufen und
Schritt für Schritt erkundet. Auf diese Weise sind all die Berliner
Plätze, Straßen, Parks, Gebäude und Sehenswürdigkeiten, die in den
„Guardians“ eine wichtige Rolle spielen, in die Geschichte und damit in
das Buch gelangt.

9. Haben Sie einen Lieblingsprotagonisten in „Guardians of Secret Powers“?
Wahrscheinlich geht es mir wie den meisten anderen
Autoren auch: ich liebe alle meine Figuren, egal ob „gut“ oder „böse“.
Und natürlich ist mir Nele ganz besonders ans Herz gewachsen – weil sie
meine Hauptfigur ist und ich mich deshalb mehr mit ihr beschäftige als
mit allen anderen Charakteren. Was nicht bedeutet, dass diese mir
weniger wichtig oder lieb wären – im Gegenteil: z.B. finde ich Kjell
oder Lars Petzner ziemlich spannend, zumal Lars ganz offensichtlich ein
Geheimnis mit sich herum trägt. Aber natürlich mag ich auch die pfiffige
Lotti oder die etwas kauzige Oma Mimi usw. usf.

10. Auf was für weitere Projekte von Ihnen dürfen sich Ihre Leser freuen?
Zur Zeit arbeite ich am zweiten Band der „Guardians“:
er trägt den Untertitel „Der Atem der Engel“ und wird im Herbst 2014
erscheinen – und daneben habe ich noch weitere Projekte in der Pipeline,
über die ich im Moment allerdings noch nichts verraten möchte.

Vielen Dank für dieses Interview!

4 Replies to “[Löchert die Autoren] Interview mit Peter Freund”

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.