[Rezension] „Otherland- Stadt der goldenen Schatten“ von Tad Williams

 
 

Otherland – ein virtueller Raum, der von den reichsten
und skrupellosesten Männern der Erde regiert wird: Der
Gralsbruderschaft. Otherland, das ist ein Ort der kühnsten Phantasien
und der schlimmsten Albträume.

Eine Gruppe mächtiger Männer, die sich Gralsbruderschaft
nennt, hat mit enormen Geldmitteln das Simulationsnetzwerk »Otherland« entwickelt. Es ist mehr als nur die Spielwiese einiger Exzentriker: Von
langer Hand vorbereitet soll es das gigantische Kontrollsystem werden,
das die gesamte Menschheit beherrscht. 
Nur wenige haben eine Ahnung davon, welche Ausmaße das Netz bereits angenommen hat. Nur wenige erkennen die tödliche Gefahr. Angelockt von der Vision einer strahlenden, einer goldenen Stadt, versammeln sich neun Menschen in der VR, um sich dem Bösen entgegen zu stellen und seine Pläne zunichte zu machen. 
Quelle: Klett-Cotta Verlag

 
Normalerweise fasse ich in einer Rezension immer den Inhalt eines Buches mit meinen eigenen Worten kurz zusammen ohne zu spoilern, doch bei diesem Buch war ich damit völlig überfordert. Denn der erste Band von „Otherland“ ist nicht einfach zu lesen und so komplex, dass es zuerst schwierig ist überhaupt die Zusammehänge zu verstehen. Dank unzähliger Handlungsstränge und Protagonisten, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben und erst im Laufe des Buches langsam zusammenführen, ist das Lesen zu Beginn wirklich nicht einfach. Auch die vielen Seiten waren für mich schon eine Herausforderung.

Für mich zählt dieses Buch zu der anspruchsvolleren Literatur, die man nicht eben so nebenbei lesen kann, man muss sich wirklich damit befassen um die Zusammenhänge zu verstehen und in die Welt des Buches einzutauchen. Es braucht Zeit bis es seinen Zauber entfalten kann, aber ab da hat mich dieses Buch nicht mehr losgelassen. 
Obwohl das Buch vor über 20 Jahre geschrieben wurde und die virtuelle Welt da noch starke Fiction war, ist das alles doch erschreckend realistisch und regt zum Nachdenken an. 

Die Welt des Buches wird ausführlich und bildlich dargestellt, so dass beim Leser nach und nach ein stimmiges Gesamtbild entsteht. Viele unbekannte Begriffe ergeben schnell einen Sinn. 

Der Schreibstil von Tad Williams ist sehr ansprechend, aber man muss beim
Lesen konzentriert bleiben, da einem sonst die Details verborgen
bleiben. Dennoch kann man es schnell lesen, da er mit viel Witz und
Humor, aber auf Tiefe und insgesamt sehr rasant schreibt. Ich konnte mir
beim Lesen alles sehr gut vorstellen. Der Schreibstil ist allerdings
nicht alltäglich, sondern eher etwas anspruchsvoll, was aber ins Gesamtbild passt.

Die Figuren des Buches sind allesamt interessant und vielschichtig und haben so einiges zu bieten. Dennoch muss man aufpassen, dass man hier nicht den Überblick verliert.

Es ist ein Buch, dass ich dennoch empfehlen kann, denn ich liebe die Idee des Buches und auch die Ausarbeitung, doch es werden viele Fragen aufgeworfen und nur wenige geklärt. Insgesamt ist es ein grandioses, aber auch schwieriges Buch und ich möchte auf jeden Fall noch die weiteren Bände lesen.

„Otherland“ ist garantiert nicht für jeden etwas, denn es gehört für mich zu der anspruchsvolleren Lektüre und braucht Zeit um sich zu entfalten. Doch wenn man nicht aufgibt und sich auf diese komplexe Geschichte einlässt, bekommt man grandioses geboten. Ich möchte auf jeden Fall noch die weiteren Bände lesen, denn ich bin gespannt, was mich da noch erwarten wird.

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