[Hörbuch-Rezension] „Thalamus“ von Ursula Poznanski

Wie schnell sich das Leben ändern kann, erfährt der 17-jährige Timo nach einem Unfall mit seinem Motorroller. Plötzlich findet er sich im Krankenhausbett wieder, kann sich kaum bewegen und bringt kein Wort heraus. Umso mehr müsste er sich über die schnellen Fortschritte während der Reha freuen, wären da nicht die seltsamen Geschehnisse, die mit einhergehen.

Das wird jetzt keine leichte Rezension, wenn man nicht spoilern will. 
Thalamus beginnt direkt spannend und ohne große Umschweife oder Einführungen, wirkt dann aber auch sehr medizinisch. Dieses Medizinische hat mich – als gelernten Krankenpfleger – nun nicht wirklich abgeschreckt oder gelangweilt. Ich kann aber nicht beurteilen, wie das nun bei anderen Hörern ankommt. Ich denke aber schon, dass, wenn man sich zumindest ein bisschen darauf einlassen kann, man keine Langeweile beim Hören bekommen sollte. Der Anfang der Geschichte hat mich persönlich übrigens noch sehr an „Layers“ erinnert. Jedoch nahm die Geschichte dann doch einen ganz anderen Weg. Die Geschichte konnte mich jedenfalls bis zum Schluss fesseln. 
Auch positiv zu erwähnen: die Geschichte ist zufriedenstellend abgeschlossen! Wie für die Bücher von Ursula Poznanski üblich, braucht man kein offenes Ende befürchten oder muss sich noch im Anschluss tausend Fragen stellen.

Ein kleines Problem hatte ich mit der Technik, die beschrieben wird. Diese wirkte in meinen Augen nicht 100%ig durchdacht, aber auch hier versuche ich nun nicht groß zu spoilern.
Teilweise wirkte die Story fast wie ein Science Fiction-Roman oder auch ein wenig wie bestimmte Folgen aus Star Trek, wogegen die Geschichte doch eigentlich in der heutigen Zeit angesiedelt ist. Wenn die Technik so wie im Buch beschrieben funktionieren würde, müssten auch ganz andere technische Bereiche zuvor sehr viel fortschrittlicher sein und würden sich sicherlich auch auf alltägliche Leben und auf die Medizin auswirken. Beispielsweise wird nie – und damit ist das nun also auch kein Spoiler – über Prothesen oder künstliche Intelligenzen gesprochen. Also irgendwie fehlte was, als wenn Captain Kirk auf die Enterprise beamen wollte, das Raumschiff aber noch gar nicht erfunden und gebaut wurde (dummer Vergleich um Spoiler zu vermeiden).
Ist allerdings auch wieder so ein Poznanski-Effekt: sie schneidet gern Themen an, über die ich mir dann im Endeffekt noch über das Buch hinaus Gedanken mache. Ich hoffe, dass es dabei auch nicht nur mir so geht.

Als Sprecher konnte mich  Jens Wawrczeck bereits bei Layers und Elanus überzeugen (ich habe „die drei ???“ nie gehört, aber viele werden ihn eher daher oder als Synchronsprecher aus dem TV kennen) und auch hier leistet er wieder sehr gute Arbeit. Er bringt die Charaktere gut differenzierbar herüber und passt auch die Stimmlage an, ohne zu sehr nach „Hörspiel“ zu klingen. Definitiv einer der besten Sprecher, die ich bislang hören durfte – und ich habe ja nun auch schon so einige Hörbücher durch.

Zur CD und der CD-Hülle: ich liebe ja MP3-CDs! Kein lästiger Wechsel zwischen mehreren Audio-CDs, kein lästiges Konvertieren um auch mit dem Handy weiter hören zu können. Noch dazu kommt übrigens, dass die Tracks alle eine angenehme Länge haben und nicht gleich eine viertel Stunde dauern. Man kann also entspannt mal 1-2 Minuten durch einen Track zurück schalten, wenn man vielleicht mal kurz abgelenkt war. Dicker Plus-Punkt meinerseits hierfür!

Eine Kleinigkeit noch zum Schluss: ich hatte das Thema noch mit meiner Frau (die auch in der Pflege arbeitet) und wir waren beide über den Begriff der „Logotherapie“ irritiert. Gemeint ist vermutlich die bekannte Logopädie. Zumindest kamen wir zu dem Schluss, nachdem wir Logotherapie mal gegooglet hatten. Ist aber bestimmt auch so ne Sache, die eher den Leuten „vom Fach“ auffällt und am anderen Zuhörer so vorüber geht. Ich werde das nun auch in  meiner Wertung nicht berücksichtigen.

Glatte 5 / 5! Thalamus hat mich wirklich gefesselt und ich kann meine Kaufempfehlung gerne geben.

Das Copyright und die Bildrechte vom Cover liegen bei dem Hörverlag.

2 Replies to “[Hörbuch-Rezension] „Thalamus“ von Ursula Poznanski”

    1. Hi,
      Ursula schreibt einfach unglaublich gut und stimmt ihre Lesungen sind super, aber auch sie als Mesnch ist super sympathisch.
      Ich wünsche dir dann auf jeden Fall ganz viel Spaß mit Thalamus.
      Liebe Grüße
      Mandy

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