[Rezension] „Waffenschwestern“ von Mark Lawrence

Das Copyright und die Bildrechte vom Cover liegen beim FISCHER Verlag.

Nona lebt in einer finsteren Welt und auch ihr Leben ist finster. Nona selbst ist nicht wie jedes andere Kind. Sie hat schwarze Augen, schwarze Haare und ist übernatürlich schnell. Als sie einen Mord begeht ist sie gerade erst acht. Sie soll hingerichtet werden, doch wird sie von der Äbtissin des Klosters zur süßen Gnade gerettet und von da an zur Assassine ausgebildet.

Schon als ich zum ersten Mal von diesem Buch gehört hatte, wurde ich neugierig, da ich Bücher über Assassinen sehr mag. Was mich hier überrascht hatte, war das Setting. Man wird hier in eine düstere Welt hineinversetzt, die im Sterben liegt. Es gibt fast keinen Ort mehr, wo es keine Eisschicht gibt, die Sonne scheint nur noch schwach und nur ein scheibenartiger Mond reflektiert etwas Sonne und sorgt dafür, dass rund um den Äquator Leben möglich ist und etwas Land vom Eis frei gehalten wird.

Ich hätte bei dem Klappentext nicht mit so einem Weltuntergangsszenario gerechnet, aber kombiniert mit klassischen Fantasyelementen und den Assassinen entsteht eine gelungene Mischung. Die Grundelemente klingen nach etwas, das man schon häufig gelesen hat, aber die Mischung ist ungewöhnlich und konnte mich überzeugen. Auch die Magie, die es in diesem Buch gibt, konnte mich fesseln, denn die Assassinen beherrschen zusätzlich zu allem anderen Magie.

Allerdings hatte ich einige Einstiegsschwierigkeiten ins Buch. Den Prolog empfand ich als verwirrend und es hat etwas gedauert bis ich Zugang zu dem Buch gefunden habe. Doch danach fand ich es wirklich gelungen. Man muss sich nur bewusst sein, dass es ein düsteres und brutales Buch ist. Nona ist keine Heldin, sondern eher das Gegenteil, aber da sie eine Assassine wird, habe ich auch nichts anderes erwartet und so war das meiner Meinung nach genau richtig. Und genau deswegen mochte ich Nona, sie ist authentisch und eine interessante Protagonistin, die schon sehr jung viel Leid erleben muss. Ihre Ausbildung und der Schulalltag ist hart, voller Bestrafungen, Züchtigungen, Qual, Schmerz und Verletzungen. Man begleitet sie bis zu ihrem vierzehnten Lebensjahr und ich fand es erschreckend, wie jung sie doch bei allem, was sie erlebt, ist. Aber auch die anderen Figuren konnten mich um Großen und Ganzen überzeugen.

Der Schreibstil machte es mir jedoch nicht immer leicht, weil alles sehr trocken, aber auch düster erzählt ist. Es gab Passagen die waren unglaublich spannend und auch bildgewaltig und dann gab es wieder Passagen, die mich nicht recht fesseln konnten. Gut fand ich, dass es am Ende einen Anhang gibt, mit dem man gut den Überblick über die Personen des Buches behalten kann.

Dieses Buch ist nicht für jeden etwas und alles andere als ein Wohlfühlbuch. Man muss sich bewusst sein, dass es düster ist und es nur wenige Lichtblicke gibt, wie Freundschaft und Vertrauen. Das Buch ist brutal, voller Gewalt und nicht ohne, aber wenn einem das bewusst ist, bekommt man eine interessante Geschichte geboten. Mir hat besonders Nonas Entwicklung gefallen und ich bin gespannt, wie sie sich immer weiter zur Anitheldin entwickelt. Denn das Ende des Buches ist offen und ich bin gespannt auf die Fortsetzung.

„Waffenschwestern“ ist düster, brutal und spielt in einer eiskalten Welt. Es ist kein Wohlfühlbuch, aber ein Buch mit einer starken Antiheldin und deren Entwicklung. Ich bin gespannt, wie es im zweiten Band weitergehen wird.

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