[Rezension] „Wild Hearts- Kein Blick zurück“ von T. M. Frazier

Das Copyright und die Bildrechte vom Cover liegen beim LYX Verlag.

Nach dem Tod ihrer Mutter hält Sawyer Dixon nichts mehr bei ihrem Vater. Ihre Mutter hat ihr einen alten Wohnwagen, ein altes Auto und ein Stück Land hinterlassen und als Sawyer das erfährt, macht sie sich auf den Weg in ein ungewisses Leben. Ihr neuer Nachbar Finn möchte sie am liebsten aus seinem Leben vertreiben. Er lebt zurückgezogen und ist alles andere als sympathisch. Denn erinnert von seinem Verhalten her sehr an Sawyers Vater, den sie am liebsten vergessen möchte.

New Adult ist ein Genre, das ich nur selten lese, aber in letzter Zeit gefielen mir immer mehr Bücher aus diesem Genre. Deswegen war ich gespannt auf Sawyers und Finns Geschichte, allerdings wurde ich hier eher enttäuscht. Sawyer stammt aus einer Fundamentalisten-Gemeinde und ihr Leben erinnerte sehr an das Leben in einer Sekte. Sie musste hochgeschlossene Kleider tragen, wurde als Frau immer nur als Mensch zweiter Klasse behandelt und durfte das Haus nicht mal ohne männliche Begleitung verlassen. Ihr Vater schlug sie und ihre Mutter.

Ich war gespannt, wie sie in der „normalen“ Welt zurechtkommt und obwohl sie eine schwere Kindheit hatte, ist sie eine starke, selbstbewusste Frau geworden und kommt erstaunlich gut in ihrem neuen Leben zurecht. Sie findet schnell einen Job, Freundschaften und natürlich die große Liebe. Ich finde es etwas unrealistisch, wie gut sie eigentilch in ihrem neuen Leben zurechtkommt, aber über diesen Punkt hätte ich noch hinwegsehen können.

Was mich eher enttäuscht hat war die Liebesgeschichte rund um Sawyer und Finn. Finn zeigt Züge ihres Vaters. Er betrinkt sich, ist unsympathisch, versucht ihr Angst zu machen und ist ein einschüchternder Mensch. Ich hätte mir hier mehr Konflikte gewünscht. Dafür, dass Sawyer zuvor nie nackte Haut gesehen hat oder auch sonst vieles für sie neu ist, nimmt sie alles erstaunlich leicht hin, lässt sich auch von Finn nicht einschüchtern. Sie findet schnell heraus, wieso er so ist wie er ist und er verändert sich zügig nachdem er Sawyer kennengelernt hat. So wirklich mitreißen konnte mich die Geschichte der Beiden also nicht, auch wenn ich sie als Protagonisten mochte.

Auch das Geheimnis rund um Sawyers Mutter konnte mich nur wenig mitreißen, zumal dieses hier auch noch nicht wirklich geklärt wird. Denn woher hat sie das Land und den Wohnwagen und was für ein Mensch war sie wirklich? Sie hat Selbstmord begangen und lässt ihre Tochter alleine zurück. Am Ende gibt es dann eine Wendung mit der ich so nicht gerechnet hätte und die dafür gesorgt hat, dass das Buch für mich kein völliger Flop war, sondern eher knappes Mittelmaß.

Der Schreibstil ist sehr leicht und locker zu lesen, nur die Sprache bei den erotischen Szenen hat mir nicht gefallen. Bei manchen Ausdrücken musste ich fast lachen, was das Ganze leider weniger überzeugend gemacht hat. Dennoch mochte ich den Schreibstil und die Seiten flogen beim Lesen nur so dahin. Der Plot wird abwechselnd aus Sawyers und Finns Ich-Perspektive geschildert, wobei die von Sawyer deutlich dominiert.

Das Ende hat einen ziemlichen Cliffhanger, dennoch habe ich zur Zeit kein Bedürfnis die Fortsetzung zu lesen, da mich dieser Auftakt doch eher enttäuscht hat. Hier wurde viel Potenzial verschenkt und es hat einfach nicht meinen Geschmack getroffen.

Von mir bekommt dieser Auftakt nur knappe drei Sterne. Mich konnte die Liebesgeschichte nicht überzeugen und Sawyer kam meiner Meinung nach viel zu leicht in der „normalen“ Welt zurecht. Einzig eine Wendung am Ende konnte mich komplett überzeugen. Dennoch kann ich dieses Buch nicht wirklich empfehlen, obwohl es bestimmt Leser geben wird, die Sawyers und Finns Geschichte gut finden werden.

 

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