[Rezension] „Drei Schritte zu dir“ von Rachael Lippincott, Mikki Daughtry, Tobias Iaconis

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Stella leidet an Mukoviszidose, einer unheilbaren Krankheit, die ihr das Atmen immer schwerer macht. Eine neue Lunge kann ihr etwas Zeit verschaffen, aber sie nicht endgültig retten. Dennoch ist eine neue Lunge ihre einzige Hoffnung und um zu überleben hält sie sich strikt an ihre Therapien und die Regeln. Denn sie darf anderen Patienten mit Mukoviszidose nicht zu nahe kommen. Doch als sie auf Will trifft, der einfach nur dem Krankenhaus den Rücken kehren möchte und der seine Therapien nicht einhält, bereut sie zum ersten Mal in ihrem Leben die Regeln. Nie kamen ihr drei Schritte so groß vor wie wenn es um Will geht, aber alles andere könnte tödlich enden.

Auf dieses Buch bin erst durch den Filmtrailer aufmerksam geworden und da war mir direkt klar, dass ich dieses Buch lesen muss. Es ist das erste Buch das ich lese, das sich mit Mukoviszidose auseinandersetzt. Einer Krankheit über die ich dank meiner Arbeit viel höre. So war ich gespannt auf diese dramatische Liebesgeschichte, die mich bis auf winzige Kritikpunkte komplett begeistern konnte.

Diese Kritikpunkte waren winzig, weil sie jedem, der nicht in dem Bereich arbeitet nicht auffallen würden. Und zwar gab es den ein oder anderen Logikfehler und generell Fehler bei dem medizinischem/pfegerischen Aspekt des Buches, was aber auch daran liegen kann, dass das Buch nicht in Deutschland spielt und in anderen Ländern mit der Erkrankung vielleicht anders umgegangen wird. Zudem weiß ich nicht, ob die Erklärungen des Buches ausreichen, damit man die Krankheit und die Therapien versteht, wenn man noch nie etwas davon gehört hat.

Aber ansonsten fand ich das Buch einfach nur großartig, weswegen ich mich hier dennoch für die Höchstwertung entschieden habe. Ich hatte sogar überlegt meine Kritikpunkte wegzulassen, weil sie für den Plot an sich nicht relevant sind. Der Plot ist einfach nur großartig, voller Emotionen und ich habe mit den Protagonisten gelitten, gelacht und geliebt. Es ist ein unglaublich emotionales Buch, das aber in eine andere Richtung geht als ich erwartet hätte, was ich aber gut fand.

Es geht um Trauer, Angst, Verantwortungsgefühl, Selbstvorwürfe, Familienprobleme, das Leben mit einer unheilbaren Krankheit und natürlich die Liebe. Es ist ein vielschichtiges und sanftes Buch, das zwar einerseits sehr bedrückend ist, aber auch wirklich schöne, hoffnungsvolle Momente hat und auch irgendwie eine Liebeserklärung an das Leben ist. Denn es zeigt einmal mehr, dass man nie weiß wie viel Zeit ein Mensch in seinem Leben noch hat und man diese Zeit nicht verschwenden sollte. Man sollte seine Träume nicht aufgeben und daran festhalten.

Stella und Will sind zwei komplett gegensätzliche Menschen, die mich beide auf ihre Art verzaubern konnten. Stella ist ein Mensch, der nach festen Regeln und Plänen lebt. Sie dreht YouTube Videos und redet dort über ihr Leben und ihre Krankheit und hilft anderen Patienten mit der Erkrankung. Sie geht keine Risiken ein. Will dagegen will einfach nur Leben und das nicht im Krankenhaus. Seine Mutter schleppt ihn von einem Krankenhaus ins nächste, von einer Therapie in die andere. Ein Leben außerhalb kennt er nicht mehr, deswegen verweigert er die Behandlung und macht sich selbst das Leben schwer. Erst als er auf Stella trifft ändert er das, auch wenn er durchweg eine sarkastische und schlagfertige Art hat. Nur leider hat er zusätzlich zu der Mukoviszidose noch einen Keim, der Stella zusätzlich schaden könnte. Besonders toll fand ich zudem Stellas besten Freund Poe, der ebenfalls an Mukoviszidose leidet und immer für sie da ist.

Der Schreibstil ist unglaublich emotional und fesselnd. Es gab Seiten auf denen ich vor lauter Tränen nichts lesen konnte, auf anderen habe ich herzlich gelacht. Der Plot wird abwechselnd aus der Ich-Perspektive von Will und Stella geschildert, was dafür gesorgt hat, dass ich ihre Gefühle hautnah mitverfolgen konnte. Ansonsten empfand ich den Schreibstil als leicht und locker zu lesen.

Das Ende hat mich überrascht und ich empfand es als sehr stimmig und auch wenn in diesem Buch eigentlich gar nicht so viel passiert ist, kann ich es komplett empfehlen. Und so kann ich den Kinofilm nun gar nicht erwarten.

„Drei Schritte zu dir“ ist ein Buch, bei dem ich als emotionaler Mensch viele Taschentücher gebraucht habe. Hier geht es um eine unheilbare Krankheit und mitten drin befinden sich Stella und Will, die sich verlieben und sich doch nicht lieben dürfen. Ich fand das Buch unglaublich emotional, aber doch anders als ich erwartet hätte. Für mich war es ein Highlight unter den Büchern in denen es um tödliche Krankheiten geht und kann es auf jeden Fall empfehlen.

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