[Rezension] „Ellingham Academy- Was geschah mit Alice?“ von Maureen Johnson

Das Copyright und die Bildrechte vom Cover liegen beim Loewe Verlag.

Stevie Bell interessiert sich für alte Detektivromane und möchte irgendwann einmal zum FBI. Sie ist von Kriminalfällen fasziniert und befasst sich in ihrer Freizeit mit nichts anderem. Als sie die Chance bekommt auf die Ellingham Academy zu gehen, kann sie ihr Glück kaum fassen und natürlich versucht sie die Entführung, die vor über 80 Jahren auf dem Schulgelände stattgefunden hat, aufzuklären. Als dann ein Schüler tot aufgefunden wird, ist sie sicher, dass beide Ereignisse etwas miteinander zu tun haben und beginnt nachzuforschen.

Da ich ein Fan von Internatsgeschichten bin und seit den „5 Freunden“ auch gerne Detektivgeschichten lese, war ich gespannt auf dieses Buch, das ich wohl nie gelesen hätte, wenn ich es nicht überraschend vom Verlag zugeschickt bekommen hätte. Doch dann wäre mir etwas entgangen, weil mir das Buch alles in allem richtig gut gefallen hat.

Es beginnt in der Vergangenheit und man erfährt, was damals vor über 80 Jahren geschehen ist. Auch im weiteren Verlauf gibt es immer wieder Kapitel, die das Geschehen der Vergangenheit schildern und alte Akten auf die Stevie bei ihrem Nachfoschungen stößt, was ich sehr gelungen fand. Ansonsten begleitet man als Leser Stevie und ihr neues Leben an der Ellingham Academy.

Diese Schule ist ungewöhnlich und ebenso ungewöhnlich sind die Schüler. Es gibt Erfinder, Künstler, Autoren, Youtube-Stars und mehr, jeder hat ein ungewöhnliches Talent. Die Figuren des Buches werden herrlich überspitzt dargestellt, was ich sehr unterhaltsam fand. Stevie ist eine ungewöhnliche Protagonistin, was mir gefiel. Sie hat Probleme bei sozialen Interaktionen, leidet unter Panikattacken und lebt etwas an dem Leben vorbei. Für sie zählen nur ihre Ermittlungen und sonst nichts. Da hat es mich gewundert, das hier sogar eine Liebesgeschichte entsteht, die aber gut zu Stevie passt und eher am Rande stattfindet.

Besonders gelungen fand ich das Setting. Denn die Schule befindet sich in den Bergen von Vermont und die Ellingham Academy strahlt schon in den Beschreibungen etwas besonderes und düsteres aus. Die Beschreibungen sind dabei sehr atmosphärisch. Es gibt lauter Geheimgänge und Geheimnisse und über allem schwebt die Frage, was damals mit der Frau und der Tochter des Gründers der Ellingham Academy geschehen ist. Denn seine Frau wurde nach einer Entführung tot aufgefunden und seine Tochter nie wieder gesehen. Der Schreibstil ist leicht und locker zu lesen und passt zu der jeweiligen Zeit, die gerade beschrieben wird.

Der Plot in der Gegenwart war lange Zeit eher ereignislos und konnte mich nicht immer fesseln, spannender fand ich das Geschehen der Vergangenheit. Die Verknüpfung der zwei Handlundgsstränge war aber sehr gelungen. Ich fand es spannend zu rätseln und mitzufiebern. Allerdings muss ich sagen, dass das Buch etwas sehr abrupt endet und man am Ende noch viele Fragen offen hat, die dann hoffentlich im nächsten Band geklärt werden. Auf die Fortsetzung bin ich auf jeden Fall sehr gespannt.

Alles in allem hat mir dieser Auftakt sehr gut gefallen. Besonders das Setting und die Verknüpfung der Vergangenheit mit der Gegenwart fand ich sehr gelungen. Auch Stevie als Protagonistin gefiel mir, da sie sehr ungewöhnlich war. Allerdings endet das Buch sehr abrupt und wer eher abgeschlossene Geschichten mag, wird hier enttäuscht sein. Dennoch kann ich diesen Auftakt für Fans solcher Geschichten auf jeden Fall empfehlen.

6 Replies to “[Rezension] „Ellingham Academy- Was geschah mit Alice?“ von Maureen Johnson”

  1. Guten Morgen!

    Mir hat das Buch auch wirklich gut gefallen!
    Die Handlung fand ich anfangs gar nicht so ereignislos, man hat halt erstmal viel über die Charaktere erfahren, was ich tatsächlich schon auch spannend fand. Man weiß ja erst nicht, ob der Krimiaspekt schon in diesem Band aufgeklärt wird oder erst am Ende der Reihe, deshalb war vielleicht die Erwartungshaltung höher, denn ich hatte erstmal schon damit gerechnet, dass es eine abeschlossene Geschichte ist und im nächsten Band ein neuer Fall da sein wird.
    Da es aber weitergeht war der Aufbau für mich okay und ich freu mich schon auf die Fortsetzung :)

    Liebste Grüße, Aleshanee

    1. Hi Aleshanee,
      schön, dass dir das Buch gefallen hat. Ich hatte hier einfach auch mit mehr Antworten gerechnet, aber ich kann schon verstehen, wieso es nun so ist wie es ist. Und mit den Charakteren hast du wohl recht, aber ich glaube ich hatte einfach noch andere Erwartungen an das Buch, was aber nicht heißt, dass ich es schlecht fand. Ich mochte es ja dennoch. :)
      Liebe Grüße
      Mandy

  2. Hallo Mandy,

    die Geschichte gefiel mir auch richtig gut. Gerade der Aspekt mit den Rückblicken in die Vergangenheit und Verknüpfung mit heute fand ich gelungen. Der Krimianteil hätte für mich gerne noch ein Tick spannender sein können, da hoffe ich auf die Fortsetzung. Stevie ist schon recht außergewöhnlich, das stimmt. Dies macht sie aber auch interessant.

    Liebe Grüße,
    Uwe

    1. Hi Uwe,
      ich kann verstehen, wieso du meinst, dass der Krimianteil hätte spannender sein können. Schön, dass dir das Buch aber richtig gut gefallen hat. :) Ich hoffe bei der Fortsetzung vor allem auf mehr Antworten, die waren hier doch noch sehr dürftig.
      Liebe Grüße
      Mandy

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