[Rezension] „Rulantica- Die verborgene Insel“ von Michaela Hanauer

Das Copyright und die Bildrechte vom Cover liegen beim Coppenrath Verlag.

Das Meermädchen Aquina ist immer auf der Suche nach einem Abenteuer. Denn obwohl sie in Rulantica alles hat um glücklich sein zu können, fehlt ihr immer etwas. Sie kann mit den anderen Meermenschen nicht mithalten und auch sonst fühlt sie sich anders und wird oft schief angeschaut, weil sie z.B. keinen Fisch isst. Erst als sie erfährt, wer ihre Eltern waren und dass sie einen Bruder hat, ändert sich das. Ihr Bruder Mats wurde als Baby am Strand gefunden, seitdem lebt er in einem Waisenhaus und hat Angst vor Wasser. Von seiner Herkunft ahnt er nichts. Als sein Leben in Gefahr ist, zögert Aquina keine Sekunde und begibt sich auf die Suche nach ihm, ohne zu ahnen, dass die beiden Teil einer Prophezeiung der nordischen Götter sind.

Dieses wundervolle Buch ist mir erstmals auf der letzten Buchmesse aufgefallen. Das Cover ist einfach ein Traum und wenn man das Buch aufschlägt, wird man mit wundervollen, farbenfrohen und besonderen Illustrationen belohnt. Ich liebe den Stil des Illustrators, der dieses Buch zu etwas ganz Besonderem macht. Aber auch die Seiten ohne Illustrationen sind ein Hingucker, da sie vergilbt sind und wie altes Pergament oder eine alte Schatzkarten wirken. Diese Gestaltung ist einfach grandios.

Aber auch der Plot und die Idee dahinter konnte mich überzeugen. Denn schon immer konnte mich die nordische Mythologie in ihren Bann ziehen und hier sind die nordische Götter stets präsent. Loki hat Rulantica erschaffen und auch die anderen Götter hatten in der Vergangenheit ihre Finger im Spiel. Denn auf Rulantica gibt es eine Quelle, die die Menschen unsterblich macht. Die Meermenschen waren einst normale Menschen, die die Macht missbraucht haben und zur Strafe nun die Quelle beschützen müssen. Die Geschichte rund um Aquina und Mats spinnt sich also um Legenden, Götter und einer alten Prophezeiung.

Aquina leidet unter den Grenzen und Gesetzen, die sie als Meermädchen zu befolgen hat. Zudem schafft sie es im Unterricht nie etwas richtig zu machen, denn sie ist einfach anders als die anderen Meermädchen. Als sie erfährt, wer sie wirklich ist und dass ihr Bruder in Gefahr ist, zögert sie nicht lange. Sie stürzt sich ins Abenteuer, geht mutig ihren Weg und gibt nie auf. Sie ist tough und eine tolle Protagonistin. Auch Mats gefiel mir sehr. Als er Aquina kennenlernt, ahnt er nicht, dass es Meermenschen und Götter wirklich gibt und er bleibt skeptisch. Dennoch haben die beiden direkt eine Verbindung zueinander, was ich großartig fand. Doch am besten gefiel mir Snorri, ein Octopus mit 6 Armen, der Aquina stets begleitet und immer nur ans Essen denkt.

Aber auch der Rest des Buches war großartig, farbenfroh und voller wundervoller Ideen, wie z.B. die Wasserpferde, die auch an Land gehen können oder Lokis Tochter, die ganz anders ist als ihr Vater. Die Autorin mischt altbekannte Mythologien mit gelungenen neuen Ideen und schafft hier einen Plot voller Geschwisterliebe, Gefahren und einem besonderen Zauber. Ergänzt wird das Ganze durch einen bildhaften und phantasievollen Schreibstil, der die Handlungsorte bildgewaltig und wunderschön beschreibt. Ich hatte beim Lesen ein wahres Kopfkino vor Augen. Der Plot wird hauptsächlich aus Aquinas personaler Erzählperspektive erzählt, es gibt aber auch Passagen, die aus Mats Perspektive geschildert werden oder Passagen in denen die Gespräche der Götter untereinander dargestellt werden.

Dieses Buch ist ein abwechslungsreiches Abenteuerbuch voller spannender Momente und gefährlichen Gegnern, aber auch humorvollen und emotionalen Szenen. Ich habe mit Aquina und Mats mitgefiebert, mich in Rulantica verliebt und hoffe, dass es ganz bald eine Fortsetzung geben wird, denn das Ende hat einen leichten Cliffhanger, auch wenn die eigentliche Geschichte perfekt abgeschlossen wurde.

Für mich war „Rulantica- Die verborgene Insel“ ein echtes Highlight. Hier stimmt einfach alles und durch die Illustrationen ist das Buch einfach etwas ganz Besonderes. Ich bin froh, dass ich Mats, Aquina und Snorri auf ihrem Abenteuer begleiten durfte und hoffe, dass es noch viele weitere geben wird. Von mir gibt es definitiv eine Leseempfehlung und zwar für jedes Alter, auch wenn es sich hierbei eigentlich um ein Kinderbuch handelt.

2 Replies to “[Rezension] „Rulantica- Die verborgene Insel“ von Michaela Hanauer”

  1. Hi Mandy,

    die Gestaltung des Buches ist wirklich traumhaft schön und ist mit viel Liebe zum Detail gestaltet worden. Da ich das Buch bald lesen möchte, bin ich gleich zum Fazit übergegangen und bin gespannt, was mich erwarten und natürlich, wie es mir gefallen wird.

    Liebe Grüße,
    Uwe

    1. Hi Uwe,
      ich wünsche dir sehr, sehr viel Spaß damit. Das Buch ist einfach etwas besonderes und ich hoffe, dass es dich ebenso verzaubern wird, wie mich.
      Liebe Grüße
      Mandy

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