[Rezension] „Strange the Dreamer- Ein Traum von Liebe“ von Laini Taylor

Das Copyright und die Bildrechte vom Cover liegen beim ONE (Bastei Lübbe) Verlag.

Lazlo hat es tatsächlich geschafft. Er konnte sich seinen Lebenstraum erfüllen und nun befindet er sich in der Verborgenen Stadt. Doch nicht alles in Weep ist so wie er es sich vorgestellt hat und ohne es zu wollen, nimmt er einen großen Platz in der Entdeckung der Geheimnisse von Weep ein. Denn Sarai, ein Kind der besiegten Götter, besucht ihn Nacht für Nacht im Traum. Und obwohl die beiden so verschieden sind und die Menschen die sogenannte Götterbrut hassen, kommen sich Lazlo und Sarai immer näher. Doch eine alte Feindschaft, Angst und Vorurteile stehen zwischen ihnen…

Ich finde es zwar sehr schade, dass der erste Band dieser Reihe in Deutschland in zwei Bänden veröffentlicht wurde, aber da die beiden Bände kurz hintereinander erschienen sind, konnte ich das verschmerzen. Denn diese Reihe ist etwas ganz Besonderes. Zwar habe ich bei der Autorin nichts anderes erwartet, aber dennoch bin ich immer wieder überrascht, was für grandiose Ideen sie doch hat.

Dabei gehört diese Reihe eher zu den ruhigeren Reihen. Im ersten Band begleitet man Lazlo auf seinem Weg nach Weep und hier im zweiten Band ist er endlich angekommen. Im Traum begegnet er Sarai und hilft wo er nur kann um die Zitadelle der Götter zu zerstören oder wenigstens zu betreten. Keiner ahnt, dass Götterkinder überlebt haben als Eril-Fane sich gegen die Götter erhoben hat. Nebenbei erfährt man aber auch wie die Götterkinder leben und wie es für Sarai ist, die eine ganz besondere Gabe hat. Denn jedes der Götterkinder hat eine bestimmte Fähigkeit und gerade das macht den Menschen Angst. Aber auch die Götterkinder haben Angst und Minya, die sich als Einzige noch an die Geschehnisse damals erinnern kann, sinnt nach Rache.

Dabei sind die Figuren des Buches wirklich außergewöhnlich. Lazlo ist als Waisenjunge aufgewachsen, weiß nichts über seine Herkunft, liebt Bücher über alles und hat sein Herz am rechten Fleck. Er ist nie darauf aus ein Anführer zu werden oder etwas Besonderes zu sein, aber gerade das macht ihn zu etwas Besonderem. Zudem ist er ein Träumer und das macht ihn einfach liebenswert. Sarai dagegen ist eine Mesarthim und stammt von den Göttern ab. Sie ist eine Gefangene und soll den Menschen Alpträume bringen, dabei leidet sie selber darunter. Auch die anderen Figuren gefielen mir allesamt, egal ob sie Sympathien und Antipathien bei mir weckten, denn sie waren so echt und authentisch dargestellt, denn jeder von ihnen hat seine eigene Geschichte, seine eigenen Fehler und sein eigenes Päckchen zu tragen.

Was mich an diesem Buch, neben den unglaublichen Ideen und den Figuren aber am meisten begeistern konnte, ist der Schreibstil. Die Autorin schreibt unglaublich poetisch, bildlich und auf eine besondere Weise, sodass ich die Emotionen der Figuren hautnah gespürt habe. Ich habe mit ihnen gefühlt, gelitten, gehofft, gebangt und geweint. Es ist ein mehr als emotionales Buch, dabei aber so sanft geschrieben, dass es gerade durch seine Sanftheit eine Eindringlichkeit hat, die ich bei noch keinem Buch so erlebt habe. Der Plot wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, wobei die von Lazlo und von Sarai überwiegen.

Man könnte jetzt meinen, dass das Buch vielleicht langweilig sein könnte, aber dem ist nicht so. Ich fand es unglaublich spannend und das obwohl im Großen und Ganzen gar nicht so viel passiert. Aber die Geheimnisse rund um Weep, die Hintergrundgeschichte hinter allem und die Liebesgeschichte zwischen Lazlo und Sarai konnten mich durchweg fesseln und ich habe das Buch in einem Rutsch gelesen. Ich empfand es als unglaublich fesselnd und faszinierend. Natürlich gibt es auch einige wenige actionreiche Szenen, aber diese dominieren die Geschichte nicht. Zu dem gibt es einige Plot Twists, die überraschen können.

Außerdem regt das Buch zum Nachdenken an, denn man weiß nicht, wer die „Guten“ und wer die „Bösen“ sind. Beide Seiten kann man verstehen und keine Seite ist perfekt. Es gibt hier keine einfache Lösung und auch was ein Monster ausmacht, wird hier hinterfragt. Es ist ein Buch über Träume und Alpträume, über das Leben und den Tod, Hoffnung und Angst und so vieles mehr. Das Buch ist facettenreich und einfach unglaublich. Nur das Ende hat es mir schwer gemacht damit abzuschließen, denn es hat einen wirklich fiesen Cliffhanger, der mich nun sehnsüchtig auf den nächsten Band warten lässt.

Dieses Buch ist ein ganz besonderes Buch. Es ist facettenreich und einfach unglaublich, dabei poetisch und so sanft geschrieben, dass ich es einfach nur empfehlen kann. Der Ideenreichtum der Autorin ist grandios und auch die Figuren des Buches konnten mich überzeugen. Nur das Ende ist unglaublich fies, weil es mit einem Cliffhanger endet. Von mir gibt es eine definitive Leseempfehlung für dieses grandiose Fantasybuch.

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