[Rezension] „Firewall“von Erin Jade Lange

Das Copyright und die Bildrechte vom Cover liegen beim Magellan Verlag.

Eli beschäftigt sich in seiner Freizeit am liebsten mit seinem Computer und kennt sich vor allem mit dem Hacken aus. Aufs College möchte er nie gehen, weil er das für Zeitverschwendung hält. Nachdem sich ein Junge öffentlich in der Cafeteria umgebracht hat, da er gemobbt wurde, werden jegliche Onlineaktivitäten sämtlicher Schüler bis ins Kleinste überwacht. Als Eli von zwei Mitschülern für die Amerikanische Cybersicherheitsmeisterschaft rekrutiert wird und dabei das Sicherheitssystem der Schulnetzwerke überprüft werden soll, überlegt er nicht lange und stellt sich der Herausforderung. Doch was als spannendes Projekt beginnt, gerät schnell aus dem Ruder und aus Gerechtigkeit wird Rache.

Da ich schon „Halbe Helden“ von der Autorin sehr mochte war ich gespannt auf ihr neues Buch, in dem die Themen Mobbing und Cyberkriminalität im Fokus stehen. Der Einstieg ging dann direkt unter die Haut, weil beschrieben wird, wie ein Mitschüler von Eli sich mit Benzin übergießt und anzündet und somit sehr spektakulär Selbstmord begeht. Man erfährt, dass er gemobbt wurde, aber viel mehr geht die Autorin dann nicht mehr auf den Schüler ein, was ich etwas schade fand. Dafür erfährt man, was für Folgen sein Selbstmord hat und dass es nun ein neues Sicherheitssystem der Schulnetzwerke  gibt und somit die Schüler online nicht länger anonym sind um Cybermobbing vorzubeugen.

Als Eli dann von seinen beiden Mitschülern angeworben wird, entpuppt sich die eigentliche Teilnahme an der Amerikanische Cybersicherheitsmeisterschaft bald als Racheaktion an sämtliche Mobber. Der Spieß wird umgedreht und aus den Opfern werden Täter. Die Autorin zeigt hier sehr eindringlich, wie schnell sowas passieren kann und wie schnell die Grenzen verschwimmen können. Und auch wie dünn die Grenze zwischen Gerechtigkeit und Rache ist, wird hier verdeutlicht.

Dabei ist Eli ein sehr spezieller Protagonist, den ich dennoch sehr liebenswert fand. Er ist sehr eigen und hat so seine Probleme mit normalen zwischenmenschlichen Interaktionen und auch mit der Freundin seines Vaters kommt er nicht klar. Er hält sich oft für etwas besseres und meint, dass er nicht studieren muss. Dafür ist er in Sachen Hacken grandios und hat ein krasses Wissen. Er wurde sehr authentisch dargestellt und auch die anderen Figuren können überzeugen.

Der Schreibstil ist leicht und locker zu lesen und auch wenn ich keine Ahnung vom Hacken habe und mich auch nur wenig mit Computern auskenne, hatte ich keine Probleme dem Plot zu folgen. Der Plot wird komplett aus Elis Ich-Perspektive geschildert, was mir gut gefiel. Allerdings hat mir manchmal etwas die Spannung gefehlt und gerade im Mittelteil hatte ich etwas Mühe am Ball zu bleiben.

Dafür finde ich das Thema Cybermobbing umso wichtiger und ich muss sagen, dass es sehr authentisch und eindringlich beschrieben wurde und einen starken Bezug zur Realität hat. Zudem regt das Buch generell zu Nachdenken an. Das Ende konnte mich dann wieder komplett in seinen Bann ziehen, vor allem, da ich vieles nicht so erwartet hätte, wie es am Ende passiert ist.

Auch wenn das Buch meiner Meinung nach im Mittelteil seine Längen hat, kann ich es definitiv empfehlen. Besonders das Thema Cybermobbing und seine Folgen finde ich in der heutigen Zeit so wichtig und hier wird es wirklich authentisch dargestellt. Zudem sieht man wie schnell aus Opfern Täter werden und so regt dieses Buch auf verschiedenste Weise zum Nachdenken an.

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