[Rezension] „Der Händler der Töne“ von Verena Petrasch

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Der zehnjährige Noé sehnt sich danach seine Heimat zu verlassen. Als Waisenjunge hat er es nicht leicht und zusammen mit seiner Freundin Minu würde er alles tun um endlich das Dorf verlassen zu können. Als ein fahrender Händler ins Dorf kommt, sehen die beiden ihre Chance und wollen sich ihm anschließen. Doch nur Noé darf mit ihm reisen und mehr von der Klangwelt sehen. Er verspricht, dass er Minu eines Tages aus dem Dorf befreien wird. Zusammen mit dem Händler Per reist er an die verschiedensten Orte, doch irgendwann wird ihm klar, dass Per ein dunkles Geheimnis verbirgt und er ist sich unsicher, ob seine Entscheidung mit ihm zu gehen richtig war.

„Der Händler der Töne“ ist ein Buch, das sich nicht leicht beschreiben lässt, denn es ist ein ungewöhnliches und originelles Buch, voller ungewöhnlicher Ideen und ich hatte zuerst Probleme mir das alles vorzustellen. Denn Noé, Minu und Per leben in einer Welt, in der sich alles um Töne dreht, jeder Mensch und jedes Lebewesen hat seinen eigenen Ton und alles wird aus Tönen gemacht, wie Badezusätze, Tee und Essen. Die Idee der hier dargestellten Klangwelt finde ich wirklich außergewöhnlich. Töne können gefiltert und durch Stimmgabeln wieder abgegeben werden. Das war für mich alles sehr abstrakt und ich weiß nicht, ob sich die Idee wirklich für ein Kinderbuch eignet, aber vielleicht können sich Kinder auch besser auf diese Ideen einlassen, als es mir als Erwachsene möglich war.

Dennoch gefiel mir das Buch nach meinen anfänglichen Schwierigkeiten sehr, denn es ist einfach mal etwas anderes und deswegen besonders. Noé und Minu haben beide eine besondere Gabe und deswegen werden sie noch sehr wichtig für Per. Denn Noé kann freie Töne hören, die er eigentlich nicht hören können sollte und Minu kann Töne durch ihren Gesang perfekt wiedergeben. Doch Per macht es Noé nicht gerade leicht. Er hat eine Geheimnis und eine schlimme Vergangenheit hinter sich und stößt den Jungen oft von sich, bringt ihm nichts bei und behandelt ihn als Balast. Ich finde die Darstellung der Figuren außerordentlich gelungen, zumal die Protagonisten noch auf viele sehr originielle Figuren stoßen, die man einfach mögen muss, aber natürlich gibt es nicht nur gute Menschen und so müssen Noé und die anderen einiges überstehen.

Sowieso passiert in dem Buch unglaublich viel. Es gibt spannende Wendungen und Noé begibt sich immer mehr in Gefahr. Es ist ein Abenteuerbuch der Extraklasse und auch wenn es ein sprachlich anspruchsvolles Kinderbuch ist, denke ich doch, dass es bei vielen Kindern einen Nerv treffen könnte. Man darf sich nur nicht von dem hohen sprachlichen Niveau abschrecken lassen, denn das Buch ist atmosphärisch geschrieben und es gibt wahnsinnig viel zu entdecken.

Zudem vermittelt es wichtige Werte und zeigt, dass es sich lohnen kann seine Träume nicht aufzugeben, auch Freundschaft und Zusammenhalt ist ein wichtiges Thema und ich muss sagen, dass besonders das Ende unglaublich spannend ist und mich teils zu Tränen gerührt hat. Die Klangwelt ist unglaublich faszinierend und so kann ich das Buch trotz meiner anfänglichen Probleme empfehlen.

„Der Händler der Töne“ ist ein besonderes, aber auch sprachlich anspruchsvolles Kinderbuch, das ich aber gerade, wegen seiner Originalität empfehlen kann. Die Idee ist mal etwas völlig anderes und ich habe die Protagonisten unglaublich gerne auf ihrem Weg begleitet.

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