[Rezension] „Nach oben führt auch ein Weg hinab“ von April Wynter

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Für Maddy gibt es nichts schlimmeres als den Sommer bei ihrem Vater in Kanada zu verbringen, denn sie hat ihn seit Jahren nicht mehr gesehen. Viel lieber würde sie sich ihrer Karriere als Influencerin widmen. Denn nur im Internet bekommt sie wirkliche Anerkennung und kann ihrem Leben entfliehen. Als sie das Angebot bekommt bei einer Agentur groß herauszukommen, wenn ihre Followerzahlen steigen, begibt sie sich kurzentschlossen mit ihrem Großvater auf einen Roadtrip durch die Rocky Mountains. Allerding sitzt ihr Großvater im Rollstuhl und bringt sie des Öfteren in Verlegenheit, dennoch verfolgt sie ihr Ziel, denn sie weiß wofür sie das alles auf sich nimmt…

Schon als ich zum ersten Mal von diesem Buch gehört hatte, wurde ich neugierig. Ich finde Bücher, die über Roadtrips handeln unglaublich faszinierend und da das Thema Influencer hochaktuell ist, war ich gespannt darauf, was mich hier erwartet. Allerdings muss ich sagen, dass es mir Maddy lange Zeit nicht leicht gemacht hat und obwohl man nach und nach versteht, wieso sie so ist wie sie nun mal ist, empfand ich sie als sehr anstrengend. Sie denkt nur an sich, ist zickig und würde am liebsten der Realität entfliehen und nur noch im Social Media leben. Dort erschafft sie sich eine Scheinidentität und würde alles für mehr und mehr Follower machen.

Sie war mir wirklich unsympathisch und gerade deswegen hatte ich zuerst Probleme mit der Geschichte. Dabei hat Maddy einiges durchgemacht und ihr Verhalten ist absolut realistisch, weil immer mehr Jugendliche und junge Erwachsene dem Social Media Wahn verfallen und sich darüber definieren. Im Laufe der Geschichte macht sie eine Wandlung durch, die meiner Meinung nach unglaublich authentisch und überzeugend dargestellt wurde und mich für meine vorherigen Probleme mit Maddy entschädigt hat. Der Plot wird aus ihrer Ich-Perspektive geschildert, was sehr gut zu dem Inhalt passt.

Zudem ist Maddys Großvater einfach großartig. Obwohl er im Rollstuhl sitzt und krank ist, lässt er es sich nicht nehmen seine Enkelin besser kennenzulernen und mit ihr Zeit zu verbringen. Er formt sie und zeigt ihr, dass es Menschen gibt, denen sie wichtig ist. Auch die restlichen Nebenfiguren konnten mich überzeugen, doch mein Highlight war wirklich Maddys Großvater, der einen unglaublichen Blick auf die Welt hat. Die Dialoge zwischen ihm und Maddy haben mir oft eine Gänsehaut beschert und auch sonst war das Buch unglaublich toll geschrieben. Der Schreibstil ist unglaublich emotional und man merkt einfach, dass die Autorin selbst in Kanada war. Das Buch weckt Fernweh und ich hatte das Gefühl hautnah mit dabei zu sein. Zudem gibt es in dem Buch immer mal wieder QR-Codes, die zu Bildern und Erlebnissen der Autorin führen und das Buch wunderbar ergänzen.

Der Plot ist insgesamt recht ruhig, was aber absolut zu der Geschichte passt. Es dreht sich viel um das Thema Familie, Selbstfindung und die Schattenseiten von Social Media. Hier werden viele schwierige Themen überzeugend aufgegriffen und meiner Meinung nach klasse dargestellt. Zudem ist das Setting einfach traumhaft und ich finde es toll, wie Maddy hier trotz aller Schwierigkeiten zu sich selbst findet und lernt über den Tellerhand herauszuschauen. Einfühlsam befasst sich die Autorin mit den verschiedensten Themen und hat sie in einen emotionalen Plot verpackt. Denn hier habe ich wirklich viele Gefühle hautnah erlebt und trotz meiner Schwierigkeiten mit Maddy konnte ich gar nicht anders als mit ihr zu fühlen. Das Ende gefiel mir dann sehr gut und so kann ich das Buch insgesamt sehr empfehlen.

Obwohl ich zuerst Schwierigkeiten mit Maddy hatte, konnte mich das Buch doch sehr gut unterhalten. Hier werden schwierige Themen behandelt und die Schattenseiten des Social Media aufgezeigt. Zudem ist das Setting traumhaft und Maddys Großvater großartig. Von mir gibt es definitiv eine Leseempfehlung.

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