[Rezension] „Doggerland- Die versunkene Welt“ von Daniel Bleckmann

Das Copyright und die Bildrechte vom Cover liegen beim Ueberreuter Verlag.

Die Zwillinge Leya und Lex beschließen zusammen eine Wattwanderung zu machen. Doch als sie auf seltsame Felsbrocken stoßen, hätten sie nie gedacht, dass das Abenteuer ihres Lebens auf die Beiden wartet. Zusammen landen sie rund 8000 Jahre in der Vergangenheit und erleben hautnah, wie es damals in Doggerland war, eine mittlerweile versunke Welt, die in der Steinzeit England mit dem europäischen Festland verband. Dort freunden sie sich mit den Häuptlingssöhnen Alif und Shagga an, versuchen zu überleben und einen Weg nach Hause zu finden. Denn ihnen läuft die Zeit davon.

Schon als ich zum ersten Mal von diesem Kinderbuch gehört hatte, wurde ich neugierig, da ich zuvor noch nie etwas von Doggerland gehört hatte. Doch dieses Land gab es wirklich und einst versank es im Meer. Als ich dann mit dem Lesen anfing, konnte ich gar nicht anders als zu googeln und war direkt fasziniert, da in diesem Buch so viel wahres drin steckt. Hier mischt der Autor Fiktion mit wahren geschichtlichen Begebenheiten und diese Mischung mochte ich sehr. So gibt es z.B. am Ende ein Glossar mit Begriffen, die sich der Autor ausgedacht hat, damit alles authentischer wirkt. So haben die Menschen aus der Steinzeit ihre eigenen Begriffe für verschiedene Tiere und Dinge. Doch der Autor nutzt auch viele Erkenntnisse, die wir heutzutage über das Leben in der Steinzeit sammeln konnten. Sowieso war es erfrischend mal wieder ein Buch zu lesen, das hauptsächlich in der Steinzeit spielt, da ich ein solches Buch schon lange nicht mehr gelesen habe. Alles wurde atmosphärisch und eindringlich geschildert und ich hatte das Gefühl hautnah mit dabei zu sein.

Der Plot wird abwechselnd aus der Ich-Perspektive von Leya, Lex und dem Steinzeitjungen Alif geschildert, wobei jede Perspektive klar von den anderen zu differenzieren ist, da jeder seine eigene Sprache hat. Alif redet eher so, wie ich mir die Sprache eines Menschen in der Steinzeit vorstellen würde, eher blumig und mit seltsamen bildlichen Vergleichen und Begriffen. Im krassen Kontrast dazu steht die Perspektive von Lex, die ich auch als sehr anstrengend empfand. Denn Lex ist ein typischer Zocker und redet in etxremer Jugendsprache und als wäre alles nur ein großes Videospiel. Zudem mischt er englische Begriffe mit deutschen Begriffen und obwohl ich weiß, dass viele Kinder in dem Alter so reden, fand ich das doch anstrengend zu lesen. Dagegen war Leyas Perspektive eine Wohltat, weil sie einfach herrlich normal spricht.

Sowieso mochte ich Leya sehr, da sie ihr Herz am rechten Fleck hat und sich dafür einsetzt Eisbären zu schützen und das obwohl sie gemobbt wird und eine Auffälligkeit zwischen den Fingern hat, sodass es so aussieht als hätte sie Schwimmhäute. Sie ist schlau und weiß, was sie möchte. Auch Alif mochte ich sehr, auch wenn er sich als Häuptlingssohn behaupten möchte und nicht immer die richtigen Entscheidungen trifft. Lex empfand ich wie schon erwähnt als etwas anstrengend, aber zum Glück verändert er sich in diesem Buch. Sowieso machen die Protagonisten hier einen extremen Wandel durch, was mir gut gefiel. Doch am liebsten mochte ich Shagga, der als Alifs Bruder immer an seiner Seite ist, aber ohne seine Arme zurecht kommen muss und dennoch nie seinen  Lebensmut verloren hat.

Der Plot ist spannend und bildhaft, was nicht zuletzt an dem gelungenen Schreibstil des Autors lag. Ich erlebte hier ein wahres Kopfkino und war fasziniert davon, was die Zwillinge alles erleben und wie schließlich alles zusammenhängt. Es gibt so einige überraschende Wendungen, doch besonders das Ende hat mich fasziniert, weil es definitiv zum Nachdenken und vielleicht sogar Umdenken anregen kann. Hier bekommt man als Leser ein spannendes Abenteuerbuch mit einem hochaktuellem Thema geboten, das ich auf jeden Fall empfehlen kann.

Wer noch nie etwas von Doggerland gehört hat, sollte das unbedingt ändern und sich zusammen mit Leya und Lex auf eine Reise in längst vergangene Zeiten begeben. Mich konnte das Buch wunderbar unterhalten, denn es ist spannend und bietet so einige Überraschungen. Von mir gibt es definitiv eine Leseempfehlung.

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