[Rezension] „Der Zwillingscode“ von Margit Ruile

Das Copyright und die Bildrechte vom Cover liegen beim Loewe Verlag.

Vincent lebt in einer Welt, in der es ein Social-Credit-System gibt. Nur mit einem guten Sozialpunktestand kann man in dieser Welt etwas erreichen. Durch seine Taten kann man entweder Punkte dazu bekommen, oder welche verlieren. Doch Vincent hatte schon immer einen niedrigen Sozialpunktestand und als er deswegen sein Haus verlieren soll, in dem er mit seinem Vater lebt, beschließt er etwas daran zu ändern. Allerdings ist das leichter gesagt als getan und selbst illegal  kann er seine Punkte nicht wirklich verändern. Bei seinen Versuchen kommt er aber Stück für Stück hinter ein unglaubliches Geheimnis, das auch seine eigene Vergangenheit in einem ganz anderen Licht erscheinen lässt.

Schon immer haben mich Bücher fasziniert, die sich mit einer künstlichen Intelligenz und virtuellen Welten befassen und so war ich sehr gespannt auf diese Dystopie, die in einer Zukunft spielt, in der die Menschen anhand eines Social-Credit-Systems beurteilt werden. Das Setting konnte mich definitiv fesseln, zumal es hier einige spannende und erschreckend realistische Ansätze gibt. Echte Tiere gibt es in der Welt des Buches immer weniger, dafür tauchen aber mehr mechanische Haustiere auf. Und auch Twins, künstlich erschaffene Menschen, halten immer mehr Einzug in die Welt und verdrängen Menschen von ihren Arbeitsplätzen.

Vincent hat es durch seine niedrige Sozialstufe nicht leicht und so schlägt er sich gerade so durch. Um überhaupt irgendwie zu überleben, repariert er illegal mechanische Tiere und dabei stößt er nach und nach auf ein unglaubliches Geheimnis, findet Freunde und Verbündete und geht mutig seinen Weg um etwas zu verändern. Er hat schon früh seine Mutter bei einem Unfall verloren und sein Vater ist ihm keine große Hilfe. Ich mochte Vincent sehr, da er sich trotz allem nicht unterkriegen lässt. Doch auch die anderen Figuren gefielen mir, auch wenn ich manche Entwicklungen der Figuren nicht ganz nachvollziehen konnte.

Der Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen und auch, wenn ich mich zuerst in der Welt des Buches zurechtfinden musste, empfand ich die Beschreibungen als sehr ansprechend, vor allem als Vincent in einer virtuellen Realität landet. Der Plot wird aus seiner personalen Erzählperspektive geschildert, was ich sehr passend fand.

Der Plot ist insgesamt sehr spannend, es gibt aber auch Passagen, die ich als sehr langgezogen und verworren empfunden habe. Erst zum Schluss macht alles Sinn und ab dem Moment war ich von den Ideen und der Umsetzung des Ganzen sehr angetan. Alles ist sehr geheimnisvoll und es gibt einige überraschende Wendungen. Lange Zeit hatte ich keine Ahnung in welche Richtung sich die Geschichte entwickeln wird. Dennoch hat mich das Ende dann nicht wirklich überrascht, was jetzt nicht heißen soll, dass es schlecht war, nur habe ich ab einem gewissen Punkt gewusst, wie das Ganze enden wird. Mich konnte dieses Buch aber dennoch sehr gut unterhalten.

Obwohl hier meiner Meinung nach nicht alles perfekt ist, mochte ich das Buch sehr. Die Ansätze sind erschreckend realistisch und spannend und das ganze Buch ist sehr geheimnsivoll. Wer gerne Dystopien liest, in denen eine künstliche Intelligenz ein Thema ist, sollte sich dieses Buch nicht entgehen lassen, mich konnte es sehr gut unterhalten.

 

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